Skip to content

Warum DVB-T Antennen-Tests wenig Wert haben

Vielleicht haben Sie sich gefragt: Wie kann ich behaupten, dass hoch bewertete und sorgfältig in Labors getestete Produkte aus dem Antennenbereich einem Praxistest nicht standhalten?

Lassen Sie mich zuvor etwas erläutern:

Wenn ich als Texter arbeite, bin ich gewohnt, schöne Worte zu setzen, die zwar wahr sind, aber nicht alles ausdrücken, was es über in Produkt zu sagen gäbe. Schwer fällt mir stets, etwas über Menschen, Umstände oder Produkte zu sagen, die eine wirklich lästige Eigenschaft haben. Vor allem sind davon solche Produkte betroffen, denen etwas zugeschrieben wird, was sie nicht wirklich leisten können: Pheromone zur Attraktivitätssteigerung, „Naturheilmittel“ gegen Impotenz oder – leider auch – DVB-T Antennen, die sich problemlos aufstellen lassen.

Antennen werden nicht im Labor verwendet, sondern im Haushalt

Bleiben wir bei Antennen. Da schreib ich für Sie die Wahrheit, und zwar eine Wahrheit, die schmerzt. Denn je schlechter der Empfang in Ihrem Sendegebiet ist, umso mehr müssen Sie sich nach der Decke der Möglichkeiten strecken – und das bedeutet, dass die „beste Antenne“ für sie möglicherweise völlig ungeeignet ist. Eine Antenne muss sich nämlich drehen und wenden lassen, muss vielleicht ein paar Meter entfernt vom Empfangsgerät aufgestellt werden können und sich möglicherweise überall befestigen lassen. Sagen wir’s mit einem Satz: Das funktioniert weder bei Geräten, die einen Standfuß benötigen noch mit solchen, die an die Wand geschraubt werden müssen.

Die Praxis entscheidet, ob ein Gerät einsetzbar ist

Ich behaupte nicht, dass andere „falsch“ testen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass Antennen unter Laborbedingungen bessere Ergebnisse zeigen als unter Praxisbedingungen. Allein auf die Verstärkung zu hoffen, ist also ein Trugschluss. Die „Stiftung Warentest“ hat dies alles natürlich gewusst und im Februarheft 2017 im redaktionellen Teil auch so veröffentlicht. Wenn Sie das Heft lesen, werden Sie feststellen, dass die textlichen Praxishinweise (Seite 38/39) bei Weitem sinnvoller sind als die Tests, die unter Laborbedingungen erstellt wurden. Sie lesen dann auch, dass „etliche Antennen beim Aufstellen unflexibel“ sind. Das bedeutet aber klartextlich eben auch, dass manche der Antennen trotz guter Testergebnisse am Standort unbrauchbar sind. Und nur am Rande: Warum eine Zimmerantenne bis zu 600 Gramm wiegen muss, bleibt mir ein ewiges Rätsel. Besonders fragwürdig finde ich all die Webseiten, die sich ausschließlich auf den Test beziehen, aber nicht wissen, wovon sie in Wahrheit schreiben.

Was ebenfalls wichtig ist und oft vergessen wird: Eine Antenne braucht eine Verbindungsleitung zum Empfangsgerät – da ist ein steifes Kabel (Koaxialleitung) von wenig mehr als einem Meter keine Lösung, sondern eine Zumutung.

Ich las: "Stiftung Warentest" Ausgabe Februar 2017, Printversion.

Computerbild spricht es aus: Eine Antenne ist eine Antenne …

Eine Antenne ist eine Antenne und kein Empfangsgerät. Das sollte eigentlich jedem klar sein, der Fernsehen empfangen will. Aber offenbar ist das nicht so: Um DVB-T2 zu sehen, braucht man:

1. Einen geeigneten Standort, an dem DVB-T2 überhaupt empfangen werden kann.
2. Bei einer Innenantenne die Bestätigung, dass es mit einer Innenantenne überhaupt möglich ist, Sender zu empfangen und man keine Außen- oder Dachantenne braucht.
3. In den meisten Fällen und bei problematischen Empfangslagen einen Antennenverstärker.
4. Meist im Innenraum etwas Freiheit zur geeigneten Montage der Antenne.
5. Einen DVB-T2 fähigen Fernseher oder eine entsprechende Set-Box (Receiver).
6. Falls sogenanntes „Privatfernsehen“ gewünscht wird, einen Vertrag mit Freenet TV.

ComputerBild beschäftigt sich mit dem Produkt TV Fox und schreibt:

Mit rund 35 Euro ist die Antenne kein Schnäppchen, zumal es sich den Beschreibungen zufolge nicht um eine Aktiv-Antenne mit eingebautem Verstärker zu handeln scheint.


Die Technologie der Flachantennen für DVB T2 ist simpel, wie man an einigen transparent aufgebauten Exemplaren sehen kann. Entgegen der Ansicht von ComputerBild ist es auch nicht nötig, dass der Verstärker „eingebaut“ ist – viel besser ist, eine Antenne mit separatem Verstärker zu kaufen, weil man dann bei der Anbringung flexibler ist.

So viel kann ich Ihnen verraten: Es gibt Antennen mit separatem Verstärker für deutlich unter 20 Euro, die absolut zuverlässig sind. Und wenn Sie’s mir nicht glauben: Ich benutze eines dieser Exemplare – und ich habe sie gekauft, nachdem sich ein 50-Euro-Markenfabrikat nicht zufriedenstellend befestigen ließ.

DVB-T2 HD - und warum Klebestreifen Wunder wirken

Antenne für DVB-T2? Ja, wirklich!
Manchmal experimentiere ich mit DVB-T2 HD. Das ist für mich ein Abenteuer, weil sich in meiner Region (Altenburg, Kernstadt) das terrestrische Fernsehen nicht einmal mit Außenantennen empfangen lässt, sonder nur mit Dachantennen. Jedenfalls offiziell.

Dazu heißt es:

In ihrem Wohnort benötigen Sie eine Dachantenne. Genauere Details zur Empfangbarkeit in Ihrer Gegend entnehmen Sie bitte der Karte … ab Herbst 2018 reicht die Verwendung einer Außenantenne.


Allerdings funktionierte der Vorgänger, DVB-T, immerhin leidlich. Da ich eine Antenne besitze, musste nun nur noch der neue Receiver angeschlossen werden. Aus der Erfahrung wusste ich: Ein paar Sender fallen heraus, selbst bei geschickter Antennenplatzierung.

Ein neuer Receiver aka Set Box war schnell gefunden – und dann anschließen und … null Sender gefunden.

Null Sender? An der Stelle kamen doch immer welche? Also Antenne mit dem „Gesicht“ zur Wand gestellt und nochmals versucht. Und siehe: Sender gefunden. Gefunden ist noch nicht empfangen, nicht wahr? Da kam nämlich kein „Erstes“, dafür aber „One“ - na schön. Ich wollte schon aufgeben, da fiel mir ein, dass ich die Antenne ja mal ein bisschen in die Höhe wandern lassen könnte. Und siehe – da konnte tatsächlich nicht nur mehr Sender empfangen, sondern sogar zu 100 Prozent Sendequalität. Nur: Wie bringt man eine Antenne dazu, an die Wand zu wandern, wenn das Gerät mit dem „Gesicht zur Wand“ montiert werden muss? Nun, ein Bilderrahmen und etwas Tesafilm – und alles funktioniert ganz prächtig. Die endgültige Lösung ist dies sicher nicht – aber immerhin ein Fenster zur Welt der ARD.

Nachtrag: Die Antenne flog heraus - ein preiswerteres Fabrikat konnte es besser.