Skip to content

Rechts: wo die Saat aufgeht ...

Die Saat der Rechtsextremisten geht auf. Jahrelang haben sie „Lügenpresse“ skandiert, wohlwissend, dass die Medien, die sie gemeint haben gar nicht dazugehören. Es war - und ist - schlicht eine Methode, Einfluss zu gewinnen. Die Bürger, die dies geglaubt haben, suchten nach einem anderen Medium, insbesondere im Osten. Dankenswerterweise sind auch hier die Tageszeitungen immun gegen die Stimmungsmache - Gratiszeitungen aber nicht unbedingt. Die zweite mögliche Informationsquelle wurde schnell entdeckt: Soziale Medien, in denen ohnehin der Redemüll von Hinz und Kunz landet. Hauptsache, „alternativ“ - den rechtsextremistischen Hintergrund erkennt man ja nicht sofort.

Nicht "rechtsextrem" - aber fern sinnvoller Information

Diese Menschen sind nicht „Rechtsextrem“. Sie wissen nur nicht viel und können mit ungewöhnlichen Umständen nicht recht umgehen. Zudem: Das Internet und seine Teilnehmer sind ihnen ein Buch mit sieben Siegeln. Ja, die meisten von Ihnen, wenn über 50, sprechen so gut wie kein Englisch - womit ihnen die wichtigsten wissenschaftlichen und ökonomischen Quellen entgehen. Eine Quelle verifizieren können sie ohnehin nicht - das fällt selbst dem Präsidenten der USA schwer.

Wer nichts weiß, sollte schweigen - das hilft

Was bleibt ihnen also? Sie könnten - zum Beispiel - schweigen. Sie könnte zum Beispiel einmal über den Segen von Impfungen nachdenken und sich nicht von falschen Gurus beeinflussen lassen, die darin eine Gefahr sehen. Denn ein Teil von ihnen lebt nur deshalb, weil andere sich impfen ließen.

Wir, Du, Ich und die Gesellschaft

Das blaue vom Himmel heruntergeholt ...
„Die Gesellschaft“ ist ein Stichwort aus der Soziologie. Es bedeutet zunächst fast gar nichts: eine Gruppe von Menschen mit ähnlichen Merkmalen. Teils haben sie diese Merkmale, weil sie miteinander aufgewachsen sind, andernteils haben sie sich anhand dieser Merkmale gefunden.

Gerade las ich, den Satz „Die Gesellschaft ist in uns“. Ich halte dies für eine menschlichere Sicht als das, was die Soziologen meinen. Die Gesellschaft ist nichts Abstraktes, obgleich sie eine skurrile Eigendynamik entwickeln kann. Jede Kampagne, auch die Kampagnen für das „Gute“ sind Massenphänomene, die am Ende nicht mehr das ausdrücken, was die Personen im Volk denken und fühlen.

Wir erschaffen die Gesellschaft - du und ich und viele andere

Im Grunde müsste es umgekehrt sein: „Die Gesellschaft“ müsste aus uns erwachsen, denn es sind unsere Eigenschaften, die das prägen, was wir „die Gesellschaft“ nennen.

Falschmünzer des Geistes

Typisch für all die Falschmünzer und Ignoranten im Volk ist ja, dass sie gar nicht „zur Gesellschaft“ gehören wollen, weil es ihnen dann unmögliche wäre, sie anzugreifen.

Es ist auch schwer in einer Zeit, in der „Wir“ und „die anderen“ immer mehr durcheinandergewirbelt werden. Bei Merkels „Wir schaffen das“ war nicht klar, was „unsere“ Aufgabe war. Und „wir“ hatten erhofft, dass Frau Merkel das tut, was Politiker tun müssen: den fruchtbaren Boden für unser Handeln zur Verfügung zu stellen. Das hat sie nur sehr bedingt getan.

Nur wir sind "wir"

Auf der anderen Seite gibt es Dinge, die nur „wir“ tun können, nämlich unsere Chancen nutzen. Wenn ich heute zu Dutzenden Wahlplakate sehe, auf denen zu lesen ist: „Sie hatten 30 Jahre Zeit“, dann ist das der blanke Unsinn. „Wir“ hatten 30 Jahre Zeit – und manche von „uns“ haben diese Zeit auch genutzt. Dabei spielt überhaupt keine Rolle, ob wir „Ossis“ oder „Wessis“ waren – die Politik hat die Voraussetzungen geschaffen. Und sie schafft sie jeden Tag aufs Neue. Wir sind aufgerufen, sie mit Leben zu füllen.

Verteidigen wir die Presse- und Informationsfreiheit

Zum Beispiel die Presse- und Meinungsfreiheit. Merkwürdig, dass ausgerechnet manche Menschen aus dem Rechtsspektrum behaupten, sie sei in Gefahr.

Übrigens meinen diese Leute nicht einmal die ARD oder das ZDF, sondern auch auch unsere relativ zahmen und harmlosen, überaus bürgerkonformen Tageszeitungen. Vermutlich finden sie darin ihren Hass nicht wieder, denn Hass ist das, was viele von ihnen antreibt.

Groll und Neid

Diejenigen, die sich zu fein sind, öffentlich zu hassen, haben oftmals einen geheimen Groll, der vom Neid getrieben wird. „Nun haben wir 30 Jahre Wiedervereinigung, aber warum sind wir nicht gleich, wie das Grundgesetz es vorsieht?“

Das hätten sich die Bayern auch fragen könne, als sie noch wirtschaftlich am Boden lagen. Und mancher agile Norddeutsche fragt sich, warum ausgerechnet die behäbigen Schwaben so große wirtschaftliche Erfolge haben. Und dies nach 70 Jahren BRD …. Es ist absolut sinnlos, so zu fragen.

Du bist es, ich bin es - wir sind es, auf die es ankommt

Es wäre wirklich Zeit, allen zu sagen: „Du bist die Gesellschaft, weil du ein Teil von ihr bist. Und wir sind die Gesellschaft, weil wir uns daran freuen dürfen, gemeinsam zu handeln.“ Wenn es so wäre, dann würden wir nicht mit den Fingern auf andere zeigen.

Meilensteine setzen - auch politisch

Eine der wichtigsten Aufgaben im Leben eines erfahrenen Bloggers besteht darin, Meilensteine zu setzen. Und seit etwa 2018 bin ich damit beschäftigt, nicht nur neue Ziele zu verfolgen, sondern auch die Weichen neu zu stellen.

Sehpferd als Blogger versteht sich stets als politisch. Das gilt für das Zusammenleben der Menschen wie für die politische Großwetterlage in Deutschland, Europa und der Welt. Und weil auch Kultur und Wissenschaft als politisch verstanden werden kann, zähle ich sie gerne zu meinen Kompetenzen, soweit ich sie verstehe.

Bei Scheuklappen hilft auch der Professorentitel nichts

Ich bezweifle, ob jemand, der nie von der Schule weggekommen ist, der sich nie von einer Heimat entfernt hat oder der immer in einem einzigen sozialen Milieu gelebt hat, einen entsprechenden Weitblick hat. Dabei erkenne ich an, dass es ein kleiner Prozentsatz der Menschheit besser kann als ich. Auf der anderen Seite gehören zu jenen, die nie die Schule verlassen haben, auch Professoren. Unter jenen, die nie woanders als in der „Heimat“ gelebt haben, gibt es durchaus weltoffen Menschen, aber dennoch schließen die meisten von dem Marktflecken, den sie kennen, auf die ganze Welt. Und sicherlich: Einige von denen, die niemals ihr soziales Milieu verlassen konnten, trifft keine Schuld daran. Aber die meine ich gar nicht – sondern diejenigen, die hochnäsig geboren wurden, an Arroganz dazugelernt haben und heute die lästigen Pseudo-Eliten bilden.

Gegen Populisten und Rückwärtsorientierung

Es gibt gute Gründe, SEHPFERD zu lesen, denn die Meilensteine sind klar: konsequent gegen alle Populisten von Links und Rechts. „Links“ ist nicht wertvoller als „Rechts“ – beide Gruppen arbeiten mit Populismus und ohrgängigen Sprüchen und beide sind rückwärtsorientiert. So etwas berauchen wir nicht – nicht in Deutschland und nicht in Europa. Soweit die Politik der Extremisten.

Liberal sein als Lebenseinstellung

Liberal zu sein ist bei mir eine Lebenseinstellung, keine Parteizugehörigkeit. Jede Partei mag zeigen, wie liberal sie ist, und sowohl CDU, SPD wie auch Grüne haben liberale Mitglieder. Diese drei Parteien sind aber nicht mehr gleichwertig: Nur die Grünen haben es geschafft, sich neu aufzustellen. Die CDU hinkt der Entwicklung hinterher, die SPD über sich darin, sich selbst zu zerstören. Keine guten Voraussetzungen für die Demokratie.

Manchmal bin ich wütend über die Auswüchse der Marktwirtschaft, etwa dann, wenn traditionelle Wohngebiete durch geldgeile Immobilienhaie zerstört werden. Aber wenn ich sehe, dass ein einziger Mann den gesamten Welthandel zerstören kann und dieser auch noch „demokratisch legitimiert“ ist, dann vertraue ich eher auf die Vernunft der Wirtschaft als auf die der Politik.

Der Wahrheit die Ehre geben

Jeder Journalist (und vor allem jeder Blogger) ist im Grunde genommen nur der Wahrheit verpflichtet. Ich bin mir bewusst, dass Blogger davon oftmals abweichen. Aber Blogs sind – und dies ergibt sich aus ihrer Geschichte – Meinungs-Magazine und keine Tageszeitungen. Ma kann dies heute darin sehen, dass auch Tageszeitungen ihre Kolumnen oft als „Blogs“ abhängen. Merkwürdig, dass niemand drauf hinweist, wie oft Journalisten einfach das tun, was sehr bequem für sie ist: Materialien, die ihnen angedient werden, kritiklos zu übernehmen – und das gilt vor allem für die Wissenschaften. Es ist hart, die Wahrheit auszufiltern und damit wahre oder wenigstens differenzierte Informationen zu verbreiten. Manche Redaktionen machen sich nicht einmal Gedanken darüber – sie schreiben ihren Leserinnen und Lesern nach dem Mund, um Auflage zumachen.

Die Meilensteine dürften damit klar sein: Für die Freiheit, für die Wahrheit, für differenziertes Denken, und gegen jede Form von Dummheit.

Die rechte Saat geht auf – aber nicht für die CSU

Wer rechts sät, wird rechts ernten. Das dachte sich offenbar die CSU und hatte damit recht – nur leider nicht für die eigene Partei. Denn wie es scheint, kommt jeder scharfe Rechtston aus der CSU nicht der eigenen Partei zugute, sondern der AfD.

Soll man darüber nun lachen oder weinen? Sicher ist: Die CSU muss, wenn sie glaubwürdig bleiben will, konservative Werte vertreten, die von vielen Bürgern getragen werden können. Nur mit Populismus schadet die CSU nicht nur sich selbst, sondern der Union insgesamt – und letztendlich ganz Deutschland.

Warum Verteidiger nichts bewirken

Warum Verteidiger kulturell nichts bewirken - Sie sehen schon, ich meine nicht den Fußball.

Wenn eine Gefahr droht, ist es sich gut, auf eine Verteidigung vorbereitet zu sein. Zahllose Bewegungen glauben derzeit, dass „uns“ eine Gefahr droht. Die #MeToo-Frauen behaupten, alle Frauen seien im Prinzip in einer Verteidigungssituation gegenüber „den Männern“. Ihre Waffe heißt „Öffentlichmachung“. Sie glauben an den Erfolg ihrer Mission. Sie hoffen drauf, dass „die Männer“ unter dem Druck ihrer Argumente zurückhaltender werden. Und sie vergessen: Jede Aktion war eine Einzelaktion, so bitter dies auch klingen mag. Da war nicht „die Männlichkeit“ tätig oder das, was die Masse der Männer ausmacht. Da war ein Mann, und da war eine Frau.

Rechts und Links wüten die „Verteidiger“

Die Leute von Rechts – egal wie sie heißen mögen und welche Etiketten sie vorne draufkleben, halten derzeit den Islam für die Wurzel allen Übels. Und wenn nicht den Islam, dann zumindest „die Flüchtlinge“. Sie versuchen, all dies öffentlich zu machen und sehen darin eine Mission – wies so viele ander auch, die in Missionen unterwegs sind. Und sie sagen sich: Die „Ausländer“, die „Asylanten“ oder „die Flüchtlinge“ sind schuld, wenn in Deutschland etwas schiefgeht – sei es ein Verbrechen, sei es der Verlust deutscher Kultur oder die Gefährdung der Vollbeschäftigung.

Sagte ich „rechts“? Entsprechende Populisten gibt es in vielen Parteien – die FDP muss da ganz ruhig sein, die CSU ebenfalls, und nun gibt es eben auch Frau Wagenknecht bei der Partei „Die Linke“. Da mag man über die Linke und die Töne, die sie sonst anschlägt, lächeln, doch Frau Wagenknecht versucht, „deutsche Arbeitnehmer“ gegen „mögliche ausländische Arbeitnehmer“ auszuspielen. Indessen gibt es da nichts zu verteidigen. In Deutschland fehlen Arbeitskräfte in namhaften Bereichen, quer durch die Bildungsstufen – vom Spüler in der Kantine bis zum Facharzt in der Kleinstadt.

Was gibt es eigentlich ständig zu verteidigen? Den Bio-Deutschen? Das Christentum? Das „Deutschsein“ als Kulturerbe?

Die Macht des Guten entsteht nicht durch Verteidigung

Die Macht des Guten und ihr Einfluss entstehen nicht durch Verteidigung – das gilt für politische Parteien, weltanschauliche Bündnisse und sogar für #MeToo. Sie entsteht vielmehr dadurch, dass diejenigen, die nach Macht streben und sie ausüben, das Gute in den Vordergrund stellen. Wer echte oder vermeintlich deutsche Tugenden will, soll sie bitte vorleben, nicht verbal verteidigen. Und er sollte nicht irgendwelche schwammigen „Massen“ angreifen, sondern sich selbst klar darüber werden, wer er selbst ist und was er selbst bewirken kann.

Für mich schließt sich der Kreis hier, denn dergleichen gilt auch für #MeToo – denn jede Frau (und ebenso natürlich jeder Mann) muss sich hier fragen: Was kann ich selbst bewirken, um Übergriffe zu verhindern?