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Welche Wahlthemen interessieren eigentlich „ältere“ Menschen?

Unter den Sammelbegriffen, die ich am meisten hasse, sind die „Best Agers“ oder, noch schlimmer, die 50Plus-Generation. Denn der eigentliche „neue“ Lebensabschnitt beginnt nicht mit 50, sondern mit dem Eintritt ins Rentenalter.

Dennoch ist interessant, was ältere Menschen bewegt. Und tatsächlich sind es Themen wie „Soziale Gerechtigkeit“ (62 Prozent), „Innere Sicherheit“ (51 Prozent) und „Einwanderung“ (36 Prozent), wenn man einer Umfrage glauben darf.

Erstaunlich ist, dass ältere Menschen sich um die Zukunft Deutschlands "sorgen". Ob es sich hier tatsächlich um eine Sorge handelt oder ob dem ein Generationsproblem zugrunde liegt, geht aus der Umfrage allerdings nicht hervor. Jedenfalls gaben ungefähr zwei Drittel der Befragten an, man müsse sich „Sorgen um Deutschland“ machen, und etwas mehr als ein Drittel gab sogar an, „sehr besorgt“ zu sein.

Sorgen um Deutschland? Soziale Gerechtigkeit? Für wen spricht diese „Generation“ eigentlich (zu der auch ich gehöre)? Wenn wir von der Zukunft reden, also dem Deutschland, das die Kinder und Enkel einmal erben werden, dann geht es um die Gestaltung der Zukunft – und dazu hätte die angebliche „50-Plus-Generation“ ja jede Menge Zeit gehabt. Und die „soziale Gerechtigkeit“? Fordern die „Alten“ die nun eigentlich für sich selbst oder für die Generation, die gerade ins Berufsleben eintritt? Ich bin weit davon entfernt „egoistische Alte“ zu sagen – aber wäre es allzu vermessen, auch einmal daran zu denken, dass die Zukunft in der Gegenwart entschieden wird und es daher eher um Umwelt, Bildung und Wirtschaft geht?

Einen Heidenrespekt – vor wem?

Einen Heidenrespekt (1) habe er, Winfried Kretschmann, vor der Leistung der Ingenieure, die in der Automobilindustrie arbeiten.

Den habe ich auch. Aber ich verachte dennoch die Manager und Politiker, die jetzt weiterdieseln, als wäre nichts geschehen.

Und der Herr Kretschmann, der einstieg Sympathieträger der Grünen? Er rät den Grünen und dem Volk „dringend, ein bisschen von der Zinne runter zu kommen“, sonst „verharkten sie sich zu sehr in der Vergangenheit.“

Fragt sich, wer hier der Mann der Vergangenheit ist, der sich da verharkt. Es wäre besser, wenn Herr Kretschmann (und mancher Manager) die Zukunft der Automobilindustrie im Auge haben würde – und die ist nicht gesichert, wenn alles so bleibt, wie es ist. Und die „Grünen“? Ach du liebes bisschen. Die Partei soll jetzt „Klimaschutzpartei“ sein, aber offenbar nicht die Partei der Leute, die jetzt unmittelbar betroffen sind. Wie man das mit dem abwiegelnden Kretschmann, dem geschwätzigen Cem Özdemir, der profillosen Katrin Göring-Eckardt und lauter wenig bürgernahen Themen die Wahl gewinnen will, weiß eigentlich niemand so recht. Und dabei ergibt sich natürlich auch eine andere Frage: Wer will die Grünen eigentlich überhaupt noch, wenn Grün selbst nicht weiß, wohin der Weg gehen soll?

(1) Zitiert nach "DIE ZEIT.

Theresa May hat den Denkzettel verdient

Hochmut kommt vor dem Fall. Wer Frau Theresa May in den letzten Tage beobachtete, hatte nicht den Eindruck, dass diese Frau auf dem Boden der Realität wandelte.

Der Wähler hat nicht allein den Tories, sondern auch ihr persönlich den Denkzettel verpasst, der überfällig war. Denn hinter dem Brexit, ihrem Paradethema, steht höchstens die Hälfte ihres Volkes. Und Frau May täte gut daran, an Gegner und Befürworter zu denken, wenn sie demnächst über die Konditionen für den Austritt verhandelt.

Man darf gespannt sein, ob ihre diplomatischen Fähigkeiten dazu ausreichen.

NRW: Die Quittung

Die Quittung für schlechte Politik gibt der Wähler am Wahltag. Der hat nun gesprochen und die SPD abgewählt – aber nicht nur sie, sondern auch der Koalitionspartner, die Grünen, wurden empfindlich abgestraft, und man kann sagen: Ebenfalls durchaus verdient.

Das ist nicht nur demokratisch, sondern auch klug: NRW muss sich aus dem Jammertal wieder aufrappeln und dazu braucht man einerseits die Menschen im Land, andererseits die Wirtschaft und drittens Politiker, die beide zusammenbringen-.

Es ist gut, dass die Bremser die Lokomotive verlassen. Und dieser Herr Schulz tut gut daran, Programme für die Bundestagswahl zu entwickeln und das Geschwätz von irgendeiner „sozialen Gerechtigkeit“ den Hasen zu geben.

NRW: Wahlen sollten mit Leistung gewonnen werden

Natürlich gibt es in der Presse Befürworter der Sozialdemokratie, und mancher Journalist setzt sich still, aber leidenschaftlich für die gegenwärtige Regierungschefin Hannelore Kraft ein.

Indessen hatte Frau Kraft und die von ihr geführte Regierung seit 2012 Zeit, NRW wieder auf einen Weg zurückzuführen, der mit den Worten: „Bildung, Wirtschaftskraft und Arbeit“ recht gut beschrieben werden kann. Doch ist davon etwas erkennbar? Man kann nur schwer glauben, dass diese Regierung auf dem richtigen Weg ist.

Wie ich schon zuvor schrieb, könnte der stetige Stillstand in NRW natürlich auch an der Bevölkerung liegen, die weiterhin an Arbeiter- Wiederaufbau- und Bergbauromantik hängt. Aber auch die Bevölkerung kann (sogar im Osten Deutschlands) positiv motiviert werden, indem man die Jugend anspricht und fördert.

Es mag sein, dass die „Sicherheitskarte“ von der Opposition zu hoch gereizt wird und man auch ein wenig die Neidkarte ausspielt, um AfD-Wähler an sich zu ziehen. Doch die „Sicherheitskarte“ reicht nur für den Moment – und sie beschummelt den Wähler, der neben öffentlicher Sicherheit vor allem wirtschaftliche Sicherheit einfordert. Und da gilt: Öffentliche Sicherheit kann mit ein bisschen verbalem Blendwerk schnell getürkt werden – wirtschaftliche Sicherheit aber erfordert Klugheit und Weitsicht – und da darf man fragen, ob sie bei der gegenwärtigen Opposition zuhause ist.