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Frau Nahles und die SPD

Ich schrieb am 3. November 2018, etwas, das ich keinen Tag bereue:

Die SPD hat vermutlich endgültig ausgespielt. Zu viele Personalwechsel, ein Programm, das nicht ankommt, auch wenn es brauchbar sein mag, und vor allem die eher hemmende als hilfreiche „Basis“ – das ist die SPD heute.


Nun wirft Frau Nahles das Handtuch. Nicht, dass ich ihr eine Träne nachweine: Für mich war sie nicht überzeugend, und erst recht kein Grund, SPD zu wählen.

Doch ihr freudloser und von Intrigen überschatteter Abgang aus der Politik zeigt noch mehr als jemals zuvor: Die SPD hat sich selber zerlegt. Die Personen, die vorne auf der Bühne stehen, mögen wichtig sein – aber wenn dahinter nichts steht, als ein angejahrtes Modell ohne Perspektive für die Zukunft – wer will dann noch SPD wählen?

Selbst falls (was ich nicht glaube) die SPD nun wirklich interessante Sachthemen angehen sollte … der Schaden ist nicht so leicht wettzumachen. Man benötigt Themen, die von Personen getragen werden und Personen, die Themen repräsentieren. Und man braucht sie überall. Vielleicht sollte sich die CDU/CSU auch mal überlegen, endlich Themen aufzulegen, statt ihre ideenlosen Wackelkandidaten ständig auf die Schaubühne zu stellen.

Rat geben

Rat zu geben ist wundervoll – du kannst beweisen, dass du verantwortlich und kompetent bist und über Klugheit und Weitsicht verfügst.

Und wenn ich selbst Rat benötige?

Ich bin gewohnt, ohne Rat auszukommen. Als ich einen Beruf suchte, der wirklich zu mir passt, habe ich eine Berufsberatung bekommen. Sie endet damit, dass ich an einen (damaligen) Mangelberuf verwiesen wurde: Kaufmann. Es hat mir nicht wirklich geschadet, aber es war auch kein wirklich guter Rat.

Manchmal bin ich bestärkt worden. Beispielsweise, als ich vom Vertrieb technischer Produkte in die IT wechselte. Oder als ich Kommunikation lehren wollte, aber nicht sicher war, ob meine Methode zuverlässig genug war. Aber Rat? Nein, Rat habe ich seither von niemandem mehr angenommen. Manchmal „hätte ich sollen“ oder „wäre es vielleicht besser gewesen, darauf zu hören“ doch dann wäre es der Einfluss anderer gewesen. Also habe ich Fehler gemacht und dann und wann auch mal versagt. Na und? Keine Fehler zu machen, heißt oftmals, sich nie der Herausforderung zu stellen.

Gegenwärtig breche ich auf zu neuen Perspektiven, lasse viel Müll hinter mir, werden ernsthafter und klarer.

Denken wir Ratgeber, dass wir den Rat nicht wert sind? Oder glauben wir einfach, wir brauchen keinen Rat? Doch, aber meist müssen wir uns selbst beraten, denn nur wir sind es ja, die alles später realisieren müssen.

Gerade las sich diesen Satz:

Achte bei deinen nächsten Ratschlägen genau auf deine Worte. Es ist gut möglich, dass du anderen etwas nahelegst, was auch für dich gilt.


Gilt das auch für mich?

Gegenwärtig sage ich: Versuche, einfach zu denken! Gehe an die Graswurzeln, nicht an die Philosophien. Sag es kürzer, und wenn es sein muss, wesentlich eindeutiger. Die Kürze fällt mir schwer, wirklich. Den Rest hoffe ich, leicht zu schaffen.

Ich werde niemals „The One Thing“ verfolgen – „Nur das Eine“. Das ist etwas für Karrieristen und Leute, die ihr Arbeitspensum nicht schaffen, weil sie sich zu verzetteln. Aber ich werde „My Thing“ machen –„Mein Ding“ – und zwar so, wie ich es immer gewollt und meist getan habe: Bezweifle alles, folge niemandem, sondern vertraue auf dich selbst und deine Fähigkeiten. Genau das, was ich auch anderen rate.

Nicht schlecht, oder?