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Die ostdeutsche Seele

Der Deutschlandfunk gibt sich bemüht … und forscht der „ostdeutschen Seele“ nach. Für mich ergibt sich sofort die Frage, ob wir einer schemenhaften „Seele“, ja, dem Gefühlten schlechthin, vertrauen sollten. Und ich gebe zu bedenken: Wir werden nicht „ein Volk“, „nicht unser Europa“ oder vielleicht gar „eine Menschheit“, wenn wir uns auf das zufällige „Erfühlen“ verlassen. Wir müssen schon das tun, was uns Menschen gegeben ist: Den Verstand bemühen.

Und dann lese ich diesen denkwürdig scheinenden Satz:

Auf jeden Fall gibt es eine ostdeutsche Seele.

Und schon sind wir mitten in einem Konflikt: Wenn es eine „ostdeutsche Seele“ gäbe, wäre diese unantastbar. Das würde bedeuten, dass es uns verwehrt wäre, an ihr zu zweifeln. Wir dürften dann gar nicht erst erwähnen, dass es vielleicht besser sein, den Verstand einzuschalten, bevor wir Menschen uns in der Welt unsicherer Gefühlen vergessen.

Schon der eben geschriebene Satz würde mich verdächtig machen. Indem ich ihn schreibe, laufe ich Gefahr, „die Ostdeutschen“ als „als Zielgruppe einer Pädagogisierung“ zu sehen. Oder jeden anderen, der sich auf seine Gefühle zurückzieht.

Nun gut, ich habe einen Eindruck bekommen, was Frau Christiane Thiel so meint. Es war nicht uninteressant, aber die Welt bietet mit Sicherheit andere Interpretationen des Seins an. Und ob das etwas mit „Ostdeutschland“ zu tun hat? Ich zweifle daran und glaube, etwas Nostalgie herauszulesen.

Sind da noch Männer drin?

Die Revue ist schon vor einer Weile beendet worden. Ein Teil des Publikums will vor den Heimweg allerdings noch einem unerlässlichen menschlichen Bedürfnis nachkommen. Und also strebt man zu den Toiletten. Davor bilden sich lange Schlangen auf der linken Seite, wo man „für Damen“ gehen kann, und eine gähnende Leere auf der rechten Seite, wohin sich die Herren begeben.

Ich gehe also flugs an der Schlange vorbei, finde das Örtchen fast leer, und gehe nach der unerlässlichen Verrichtung wieder hinaus, als mich eine der Damen anspricht:

„Ach bitte, sind da noch Männer auf der Toilette?“

Ich bot all meinen Charme auf, den ich als Reserve immer bei mir trage und sagte:

„Oh ja, und manche davon sind recht stattlich, Madame.“


Oh, oh … sie hatte wohl eine andere Antwort erwartet. Aber ehrlicherweise wusste ich nicht, ob alle zuvor anwesenden Herren ihre jeweilige Verrichtung bereits beendet hatten.

Weihnachtsreise

Viele Kilometer zum Ziel gefahren.
Schrecklich genächtigt.
Mit der Familie gefrühstückt.
Small Talk ohne Ende.
Mit der Familie zu Abend gegessen.
15 Minuten in einer stehenden S-Bahn verharrt.
Ein schöne Revue besucht.
Beim Inder gegessen.
Erneut schrecklich genächtigt.
Erneut mit der Familie gefrühstückt.
Viele Kilometer zurückgefahren.

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Weihnachten unbeschadet überstanden

An dem, was wir den „ersten Weihnachtsfeiertag“ nennen, hat mir jemand „Frohe Weihnachten“ gewünscht, was mich sichtlich überrascht hat. Warum sollte mir ein Fremder „Frohe Weihnachten“ wünschen? Erst nach und nach fiel mir ein: „Ah, so will es die Tradition“. Dann haben mir noch ein paar Leute „Frohe Weihnachten“ gewünscht. Ich nehme das so hin. Sollen sie doch, wenn es ihnen Freude bereitet.

Was mag das Besondere an Weihnachten sein?

Ich denke, es ist ganz hübsch, einen Lichterbaum in der Wohnung zu haben.
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