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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Das Triell - kaum Substanz

Ich habe mir tatsächlich das sogenannte „Triell“ angetan. Der Herr Laschet war ja angetreten, um nun mal richtig Kante zu zeigen und „in den Angriffsmodus überzugehen“. Doch womit? Die Themen, die vom CDU-Mann aufgetischt wurden, grenzten nicht nur an die Polemik des potenziellen Verlierers - sie interessierten auch kaum jemanden. Denn der Wähler will glaubwürdige Konzepte sehen - möglichst Zukunftskonzepte, die jetzt und hier ihren Anfang nehmen.

Zwar konnte sein Haupt-Kontrahent sie auch nicht bieten - doch der Herr Scholz gab sich souverän wie immer - ein Konzept, das offenbar aufging.

Bei den Steuern, einem Lieblingsthema der CDU und sicher auch einem Thema, das uns Wähler ständig interessiert, erfuhren wir, dass es sehr vernünftig ist, von niemandem mehr Steuern zu fordern, sondern Besserverdienende zu entlasten. Das kann man glauben oder auch nicht - in jedem Fall verpasste die CDU damit die Chance, den sozial Schwachen dieses Landes die Hand hinzureichen. Stattdessen war viel von den Sozialkassen die Rede. Krankenversicherungen, Rentenversicherungen - alles ganz nett. Aber was nützen die Reformen, wenn das Zahlenwerk dahinter noch nicht einmal im Ansatz durchdacht wurde?

Frau Bearbock, die Dritte im Bunde, wirkte übrigens überraschend kompetent, was ihr offenbar im Ergebnis gewisse Sympathien der Zuschauer einbrachte. Ob das ihrer Partei jetzt noch nützt? Wir werden sehen.

Insgesamt: viel zu lang, zu wenig Substanz, viel zu ermüdend. Und nach der Sendung? Zeit für Wiederkäuer(innen). Die Sendung „Anne Will“ im Anschluss konnte man sich wirklich schenken.

Die CDU – gewandelt oder retrokonservativ?

Das Wahlross nimmt zu der Situation der Parteien Stellung - heute zur CDU/CSU

Ich beobachte die CDU seit 50 Jahren. Von der Partei der moderat-gestrigen, der Rentner, Hausfrauen, Katholiken und Wohlstandsbürger zur Volkspartei der Mitte. Das Feindbild „Jugend“ hat sie nach der Adenauer-Ära aufgegeben, doch immer noch gibt es Widerstand bei tiefgreifenden Veränderungen der Gesellschaft. Mir scheint sogar, dass die Ultrakonservativen inzwischen wieder aus ihren Verstecken kommen. Wie auch die Konkurrenz (SPD) hat die CDU massive Personalprobleme – eine Folge der Merkel-Ära. Das beste Beispiel dafür ist der Eiertanz um die Führung. Sie mündete darin, dass auch der gegenwärtige Kanzlerkandidat zweite Wahl ist.

Mein Fazit: Die Partei braucht eine konkretere Zukunftsausrichtung und bessere Führungskräfte – und sie muss sich schneller und flexibler Veränderungen anpassen.
Categories: demokratie, wählen | 0 Comments
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Worte sind billig – Frau Merkel macht Wahlkampf

Wie ich der Presse entnehme, hat Frau Merkel inzwischen entdeckt, dass der Kanzlerkandidat ihrer Partei mehr Unterstützung braucht, als zuvor angenommen. Viel mehr – denn das Etikett „CDU“ ist nicht gerade ein Selbstläufer.Und der Herr Laschet ist nun mal, was er ist: der Kompromisskandidat.

Weil die eigene Schwachstelle inzwischen offenkundig ist, vesucht sich Frau Merkel nun in Poupulismus: Dieser Herr Scholz von der anderen Partei hat nicht gesagt,mit wem er koalieren will und auch nicht, mit wem er nicht koalieren will.Nicht wegen der Partei „Die Linke“. Sondern wegen der CDU, die durch das Kanzlerinnenwort gestärkt werden soll.

Fragt sich, welchen Sinn das hat. Springers Presse hat die Aussagen bejubelt, als handele es sich nicht um Wahlkampf, sondern um ein großes Wort einer großen Person der Zeitgeschichte.

Und damit gar nicht erst Missverständnisse auftauchen: Frau Merkel ist bereits eine wichtige Person der deutschen Geschichte, aber der neueste Spruch von ihr ist eben nur Wahlkampf - und sonst gar nichts.

CDU 1.0 – gefällt sich die Partei in Nostalgie?

Was ich so über den Herrn Laschet und den Herrn Ziemiak aus der Entfernung höre, klingt ungefähr so wie CDU 1.0. Oder für Internetfremdlinge: Wie Heiratsanzeigen in den 1960ern. Irgendwann vor Frau Merkel, vielleicht sogar noch vor dem Herrn Kohl.

An wen wendet sich die Partei eigentlich jetzt im sogenannten „Kampfmodus“? An die Nostalgiker? Die „ewig Gestrigen“? Oder gar an noch frühere Zeiten, als Kleinkariert, Katholisch und Konservativ noch Hand-in-Hand gingen?

Und nein, ich denke da gar nicht an mich. Ich denke an all die Menschen, die in der Zukunft leben wollen und nicht in der dösigen Vergangenheit.

Ich gebe keine Begründung für meine Meinung - aber ich meine, die ganze Chose aus ferner Vergangenheit zu kennen.

Arme Deutsche können nicht mehr fliegen

Die Antwort finden wir in einer Aussage von Armin Laschet, der demnächst hofft, Bundeskanzler zu werden. Arm (oder jedenfalls „Geringverdiener“) ist also jemand, der bisher „nach Mallorca“ fliegen konnte - aber bald nicht mehr. Es geht um einen „Billigflug“, versteht sich, den es nicht mehr „spottbillig“ gibt, wenn die Klimapolitik ihn verteuert, sondern nur noch billig. Ohne Flug gibt es eben kein Mallorca - ist ja eine Insel. Und ein Sommerurlaub ohne Mallorca ist kein Urlaub - so habe ich das jedenfalls verstanden.

Apropos Billigflüge: Das sind häufig Flüge, vor denen sich die Menschen in der Bruthitze einer Halle die Beine in den Leib stehen, wie das liebe Vieh. Das ist, wie jeder weiß, der Ähnliches schon einmal getan hat, eine Zumutung.

Nachdem ich dies nun weiß, muss ich Armut wohl anders ansehen. Oder an Herrn Laschet und dem zukünftigen Kurs der CDU/CSU zweifeln. Auch, wenn der Herr Laschet in der Gunst der Wähler gerade wieder steigt.