Skip to content
Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Frauen, Affen und Äste

Was wäre, wenn der Affe es besser wüsste als du?
„Du kennst doch die Frauen, wie Affen sind sie alle: Erst, wenn sie den nächsten fest im Griff haben, lassen sie den Ast los.“

Zitat aus dem Film: Mission Impossible II (1)

„Oh, mein Gott, wie schrecklich misogyn das doch wieder alles ist – was denkt ihr Männer eigentlich von uns Frauen?“

Das hervorgehobene Zitat stammt aus dem Jahr 2000, und ich sehe schon das Schmunzeln, das eure Lippen umspielt - wenn ihr Männer seid.

Wie so oft, habe ich mal wieder die Zeitschrift „Esquire“ aufgeschlagen. Da stand etwas darüber, wann der Betrug am Partner anfängt - jedenfalls bei Generation „Z“ . Wer „Affen“ mit „Generation Z“ vermischt, kann heute sicher sein, dass sich die Leser(innen) darauf stürzen wie die Schimpansen auf die Bananen. Und siehe da: Der Artikel wurde am 2. April 2026 veröffentlicht. (2) Das Stichwort: Monkey-Branching. (3)

Die Recherche beginnt - wie kommen Frauen, Äste und Affen zusammen?

Nachdem ein Filmzitat nicht viel zählt, habe ich mich auf die Suche gemacht, wer den merkwürdigen Begriff erfunden hat und wann das ungefähr war. Ich selbst wie auch die „oberschlaue“ KI gruben und gruben, fanden aber auch nicht Genaues. Orakelnd berichtete eine der von mir befragten KI-Quellen, das „Affenkonzept“ (Monkey-Branching) würde schon lange existieren. Andere Meinungsbeiträge sagten Ähnliche aus: Der Begriff sei wohl „zwischen Mitte und Ende der 2010er-Jahre“ auf Online-Dating-Seiten aufgetaucht.

Der Affe, die Äffin nebst Mensch und Menschin

Immerhin erfuhr ich, dass inzwischen nicht nur Frauen das „affenartige“ Verhalten nachgesagt wird, sondern auch Männern.

Nehmen wir mal Frauen: Die Ast-zu-Ast-Tendenz müsste ab den 1990-er Jahren im Grunde abgeflacht sein, weil die Masche nicht mehr funktioniert. Frauen verdienen so viel „eigenes Geld“, dass es unattraktiv wird, ständig den Ast zu wechseln.

Männer hingegen haben kaum noch die Möglichkeit, am Affenhupf teilzunehmen, sondern können froh sein, dass sie auf dem Ast sitzen bleiben können, der noch erreichbar war. Klar ist das eine Behauptung - aber sie ist derzeit ziemlich populär.

Und ja – es gibt solche Tendenzen bei allen Geschlechtern und allen Ausrichtungen: Männern wie Frauen.

Das ist nicht neu, nicht wahr?

Der Affe könnte uns wahrscheinlich sagen, warum wir Menschen so äffisch sind

Mal sehen, wer demnächst wieder Affen, Generationen und Äste bemüht, um den Menschen „da draußen“ die Welt der Partnersuche zu erklären.

Die einfachste Theorie bietet (wie so oft) die Evolution.

Das weibliche Tier versucht, die besten Gene zu erwischen, und das klappt möglicherweise nicht mit dem erst besten Partner. Also wechselt die Äffin manchmal den Ast. Manche Menschen tun dies auch, wenn sie glauben, einen Vorteil daraus zu erzielen.

Es gibt noch andere Theorien darüber, und wer wirklich mehr lesen will, dem empfehle ich „den Affen der das Universum verstand.“ Das Buch ist leider nur in Englisch erhältlich.(4)

(1) Filmzitate
(2) (Affen-Asthüpfen) jüngst als „warmer Wechsel“ (von Nest zu Nest) interpretiert)
(3) Esquire.
(4) The Ape that Understood the Universe, Cambridge 2018
Bild: ©2026 by sehpferd.de

Schakale, Giraffen und Kommunikation

Sie hat ein sprechendes Gesicht - die Giraffe
Die Begriffe „Wolfsprache“ und „Giraffensprache“ entstammend den Büchern, Schriften und realen Demonstrationen von M. Rosenberg. Einer Legende nach soll er die Giraffe als Symbol gewählt haben, weil sie das größte Herz aller landlebenden Wirbeltiere hat. Die Sprache „echter Giraffen“ ist allerdings leicht eingeschränkt, weil sie keine Stimmbänder besitzen. Doch das „große Herz“ und die Betrachtungsweise aus „großer Höhe“ mit viel Überblick haben sie zum Symbol für eine Kommunikation des „Empfindens, Zuhörens und Verstehens“ gemacht.

Die Sprache der Schakale

Nach einer Erzählung soll Rosenberg lange Zeit ein Symbol für die „gegenteilige Sprache“ gesucht haben. Er fand den Begriff „Schakalsprache“ besonders treffend. Von Rosenbergs Anhängern wird sie teilweise als „Sprache, die wir nicht gerne hören“ bezeichnet, dann wieder als „Sprache der Schuld und Schande.“ Manchmal ist auch die „Alltagssprache“ schlechthin gemeint.

Die Sprache der Schakale - in Deutschland die "Wolfssprache"

In Deutschland sagt man „Wolfssprache“ dazu. Der Wolf ist uns allen schließlich aus den vielen Märchen bekannt, in denen er „das Böse“ schlechthin darstellt.

Ob es sinnvoll, ist, die Verkörperung des Bösen im Märchen für Kinder oder Heranwachsende zu nutzen, um „das Gute“ zu unterstützen? Darüber mögen andere streiten.

Forderungen mit Gefühlen und Bedürfnissen begründen?

Für Erwachsene gilt jedenfalls, dass wir nicht den Wolf im Märchen im Sinn haben, wenn wir Forderungen an andere Menschen stellen. Wir sollten uns besser fragen, ob es sich lohnt „Kreide zu fressen“ und unsere Anforderungen hinter unseren „Gefühlen und Bedürfnissen“ zu verstecken. Manche Forderung wird schon dadurch verständlicher, dass sie ausführlich erläutert wird.

Wenn jemand etwas fordert, dann sollte er oder sie klar sagen, aus welchen Gründen er die Forderung stellt. Es wäre meiner Meinung nach unredlich, sie mit eigenen Gefühlen zu dekorieren oder eigene Bedürfnisse vorzuschieben.

Das alles sollte niemanden daran hindern, Gefühle zu äußern, Bedürfnisse anzumelden oder andere zu bitten, etwas zu tun oder zu unterlassen.

Manipulation manipulieren - die Abwertung eines Wortes

Das Wort „Manipulation“ wird heute sehr geschickt manipuliert, um seine eigentliche Bedeutung zu verfälschen, nämlich einen „Kunstgriff“ anzuwenden. Vor etwa 150 Jahren war der Begriff „Manipulation“ nur wenigen bekannt. Meyers weitverbreitetes Lexikon sagte damals aus:

Manipulation (lat.), kunstgerechte Handhabung, jede Verrichtung mit der Hand, wozu Geschicklichkeit notwendig ist; auch allgemein so viel wie Verfahren, Geschäftskniff; manipulieren, Manipulationen vornehmen.


Manipulation als psychologischer Begriff seit 1864?

In den USA wurde der Begriff erstmals 1864 im Sinne von „Meinungsbeeinflussung“ verwendet, wobei es allerdings um eine juristische Auseinandersetzung ging (2). Wann die Psychologie das Wort aufgriff, ist nicht ganz sicher. Populär wurde das Wort immer nur, wenn es in einem abwertenden Sinn (3) gebraucht wurde.

Seit vielen Jahren schon betont der Volksmund (nahezu gleichlautend mit der im Internet gebräuchlichen Definition) den „negativen“ Charakter des Wortes, etwa so (4):

(Manipulation ist ein) „undurchschaubares, geschicktes Vorgehen, mit dem sich jemand einen Vorteil verschafft.

Das klingt möglicherweise noch relativ neutral, doch es kann sehr schnell umgewertet werden in (5):

Manipulation bezeichnet die Möglichkeit, Menschen aus egoistischen Gründen zu kontrollieren oder zu täuschen, wie zum Beispiel … jemanden dazu zu manipulieren, etwas gegen seine Interessen zu tun“.

Eine der Fragen, die hier zu stellen wäre (aber selten gestellt wird): Ist die Definition eigentlich aus psychologischer Sicht verbindlich? Oder ist diese Bedeutung eine etwas flapsige Interpretation einzelner Psychologen?

Die Antwort gibt uns der Dorsch (6):

(Manipulation … (bedeutet) Handhabung. (Es ist) unscharfer Begriff für verschiedene Formen der Einflussnahme (Steuerung, Ausrichtung, Ausnützung). Der Begriff wird u. a. im Bereich der Werbung, der Politik, der Pädagogik und bei Massenmedien zur Kennzeichnung des Ausgeliefertseins … (verwendet).

Was aber bedeutet das Wort in der Kommunikation? Bedeutet es, dass jeder, der manipuliert, als „Bösewicht“ bezeichnet werden sollte, falls er versucht, jemanden zu beeinflussen? Ist „Manipulation“ gar kontraproduktiv oder gehört sie zur “schwarzen Rhetorik“?

Meilensteine der Veränderung: Kommunikation, Verhalten und Manipulation

Ich gehe gerne zurück zu Paul Watzlawick, wenn davon die Rede ist. Bekanntermaßen beruht die gesamte psychologische Theorie der „Menschlichen Kommunikation“ auf seinem gleichnamigen Werk. Das erste Merkmal dieser Lehre nennt er „die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren“. Da Kommunikation im weiteren Text mit „Verhalten“ gleichgesetzt wird, gilt auch, dass wir Menschen uns nicht „nicht verhalten“ können (Deutsche Ausgabe, Seite 58) (7).

Doch wie weiter? Wenn Kommunikation irgendetwas bewirken soll, dann kommen wir nicht ohne einen Kunstgriff aus: Wir versuchen, andere zu erreichen und zu beeinflussen. Indem wir das tun, manipulieren wir sie ohne jeden Zweifel, es sei denn, die beiden vorausgeschickten Aussagen seien falsch.

Zuweisungen von "gut" und "schlecht"

Um es klar und deutlich zu sagen: Mit Attributen wie „gute und schlechte“ oder „schwarze und weiße“ Kommunikation bringen wir Bewertungen in einen dynamischen Prozess ein. Wenn wir also sagen: „Wir Kommunizieren in einer Weise, in der wir aus Respekt voreinander nicht bewerten, dann bewerten wir das Bewerten negativ.“ (8) Dabei besteht gar kein Anlass, mit solchen Dualismen zu arbeiten. Kommunikation kennt Skalen, Farben und Toleranzen, wie alles, was Menschen hervorbringen können.

Wenn wir „Manipulation“ als einen Kunstgriff betrachten würden und nicht als „böswilligen Eingriff“, dann wären wir einen Schritt weiter zum besseren Verständnis. Ich wünsche mir sehr, dass mehr Menschen so denken würden. Zugleich wünsche ich mir, dass mehr Menschen lernen, sich vor wirklich gefährlichen Eingriffen in ihre Kommunikation zu schützen.

(1) Retrobibliothek (Meiers).
(2) Historisches Dokument auf: nscu.edu
(3) In dieser Quelle (dwds) befinden sich viele Beispiele dazu.
(4) Duden online.
(5) Bearbeitete Bewertung durch eine KI.
(6) Dorsch.
(7) Menschliche Kommunikation, New York 1967, Bern 1969, Deutsche Ausgabe (13., unveränderte Auflage)
(8) Es ist sicherlich möglich, dies spielerisch zu verwirklichen, aber dann sind der Kommunikation willkürlich Grenzen gesetzt.

Brauchen wir neue Wege und Modelle in der Kommunikation?

Die Modelle, die von Kommunikationstrainern verwendet werden, richten sich überwiegend, wenn nicht gar ausschließlich, an Personen, die Dialoge führen. Zumeist gehen Lehrende wie auch Lernende davon aus, etwas über die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht zu erfahren. Damit sind Dialoge gemeint, die zwischen „körperlich anwesenden Personen“ stattfinden, die „miteinander Augenkontakt aufnehmen können.“

Nicht bei alle Kommunikationsformen sind beide anwesend

Die Kritik an den heutigen Kommunikationsmodellen richtet sich in vielen Fällen daran, dass sie nicht für „moderne“ Internetkommunikation geeignet sind. Als Begründung wird angegeben, dass die Dialoge „oft asynchron, multimodal und durch Technologie“ ausgeführt werden.

Dazu wäre zu sagen, dass Kommunikationsseminare nicht für die zeitversetzte Übertragung von Informationen geschaffen wurden. In Trainings gehen wir immer von Dialogen in „Echtzeit“ aus, unabhängig davon, ob wir ein Gespräch mit Augenkontakt führen oder ein Telefongespräch.

Als Beispiel: Früher gab es Telegramme, Luftpostbriefe und gewöhnliche Briefsendungen. Man konnte auf gleichen Wegen nur „zeitversetzt“ auf sie antworten, und das war absolut normal - auch bei Telexen oder Telefaxen.

Andererseits ist die Frage, ob zwei Nachrichten, die im Internet zwischen einem Sender und einem Empfänger ausgetauscht werden, überhaupt irgendeinen Bezug aufeinander haben. Geschieht dies, so ist es zwar formal auch eine Kommunikation, aber kein Dialog mehr. Bestenfalls könnte man sagen: „Keine Antwort ist auch eine Antwort.“

Die "neue Kommunikation" und der Helpdesk

Verkäufer, insbesondere Innendienst-Mitarbeiter, die am Telefon verkaufen, profitieren ganz selbstverständlich von der Teilnahme an Kommunikationsseminaren. Diese Schulungen haben aber andere Inhalte als „gewöhnliche“ Kurse in Kommunikation. Ähnliches gilt für Mitarbeiter am Helpdesk, die einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt sind, weil die Anrufer unter Stress stehen und nicht immer freundlich und zuvorkommend sind.

Mensch und Automat am Telefon

Eine der wesentlichen Fragen ist bereits heute, ob sich „am anderen Ende“ eine Person oder ein Automat befindet. Nehmen wir als Beispiel mal einen Helpdesk 2026.

Er kann …

1. … von einer fachkundigen Person geführt wird, die selber in der Lage ist, zutreffende Antworten zu geben.
2. … oder selbst noch ausreichend kompetent sein und bei weiteren Fragen auf ein Team zurückgreifen, das möglichst unmittelbar befragt werden kann.
3. … oder selbst kaum noch kompetent sein, aber auf eine Datenbank mit „typischen“ Problemfällen zurückgreifen.
4. … ein Automat sein, der Fragen aufnehmen, klären und bearbeiten sowie schließlich in Antworten umwandeln kann.

Das Beispiel mag zeigen, wohin die Zukunft führt: zu einer möglichst gleichbleibend freundlichen Automaten-Stimme, die wie ein Mensch klingt und „unendliche Geduld“ simuliert. Wenn ein solcher Automat auch noch die Fragekunst beherrscht und die richtigen Lösungen in klaren, einfachen Worten findet, ist er zumindest für die meisten Fälle gut gerüstet. Menschen im „Hintergrund“ werden immer noch gebraucht. Denn wenn die kommunizierende KI uns nicht versteht, „sagt“ sie oftmals: „Warten Sie bitte einen Moment, ich verbinde sie jetzt mit einem Fachberater“.

Das "Kommunikationsmodell" nach Sigmund Freud ist frei erfunden

Es wird oft behauptet, es gäbe ein „Kommunikationsmodell von Sigmund Freud“.

Tatsache ist: Dieses Modell haben sich Menschen ausgedacht, die eine Brücke bauen wollten zwischen Sigmund Freud und Paul Watzlawick. Es ist in mehr als einer Hinsicht falsch, von einem „Kommunikationsmodell von Sigmund Freud“ zu sprechen - alles, was dazu geschrieben wurde, basiert auf Behauptungen.

1. Freud hat kein „Eisbergmodell“ entwickelt, es wird ihm nur zugeschrieben.
2. Von Paul Watzlawick wird behauptet, er habe das Freud’sche Eisbergmodell verwendet – es steht nicht einmal im Inhaltsverzeichnis von „Menschliche Kommunikation“.
3. Die Aussage, dass 20 Prozent der Kommunikation in Worten abgewickelt wird, aber mindestens 80 Prozent auf anderen Wegen (beispielsweise analog) ist eine Behauptung. Sie beruht auf dem Pareto-Prinzip das ebenfalls lediglich eine Behauptung darstellt.

Bei eigenen Recherchen habe ich festgestellt, dass zur Frage „Freud und Kommunikation“ ein Autor vom anderen abschreibt. Dadurch wird die Behauptung ständig weiterverbreitet, ohne dass ihr Wahrheitsgehalt infrage gestellt wird.