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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Das "Kommunikationsmodell" nach Sigmund Freud ist frei erfunden

Es wird oft behauptet, es gäbe ein „Kommunikationsmodell von Sigmund Freud“.

Tatsache ist: Dieses Modell haben sich Menschen ausgedacht, die eine Brücke bauen wollten zwischen Sigmund Freud und Paul Watzlawick. Es ist in mehr als einer Hinsicht falsch, von einem „Kommunikationsmodell von Sigmund Freud“ zu sprechen - alles, was dazu geschrieben wurde, basiert auf Behauptungen.

1. Freud hat kein „Eisbergmodell“ entwickelt, es wird ihm nur zugeschrieben.
2. Von Paul Watzlawick wird behauptet, er habe das Freud’sche Eisbergmodell verwendet – es steht nicht einmal im Inhaltsverzeichnis von „Menschliche Kommunikation“.
3. Die Aussage, dass 20 Prozent der Kommunikation in Worten abgewickelt wird, aber mindestens 80 Prozent auf anderen Wegen (beispielsweise analog) ist eine Behauptung. Sie beruht auf dem Pareto-Prinzip das ebenfalls lediglich eine Behauptung darstellt.

Bei eigenen Recherchen habe ich festgestellt, dass zur Frage „Freud und Kommunikation“ ein Autor vom anderen abschreibt. Dadurch wird die Behauptung ständig weiterverbreitet, ohne dass ihr Wahrheitsgehalt infrage gestellt wird.

Der Wind, die AfD und ein Märchenwald

Das Wahlross schreibt hier über einige Kernthemen für Deutschlands Zukunft - diesmal etwas Aktuelles

Der Wald und die Windkraft


Gerade hat sie laut getönt, die „Alternative für Deutschland“ – Windkraftanlagen sollen angeblich abgeschafft werden – jedenfalls nach einer Aussage von Alice Weidel. (Quelle: ZDF)

Und ich kann ihnen sagen, wenn wir am Ruder sind, wir reißen alle Windkraftwerke nieder. Nieder mit diesen Windmühlen der Schande.

Kurz drauf ist sie zurückgerudert – „das habe sie so nicht gemeint“. Lediglich den „Märchenwald“ („Reinhardswald“) habe sie dabei im Fokus gehabt.

Wer auch glaubt, dass Deutschland keine Windkraft benötigt, weil ihm/ihr die Windmühlen zur Stromerzeugung nicht gefallen, sollte man seinen Blick für die Realitäten öffnen und diese Statistik lesen.

Was wollen die Parteien wirklich?

Wie das Wahlross so oft sagt: Genau hinhören, nichts glauben, alles überprüfen – und die Vernunft entscheiden lassen, nicht die Emotionen. Fragt eure Kandidaten/Kandidatinnen bitte genau, was sie planen – mit welchem Geld und mit welchen Folgen.

Es wäre sinnvoll, auch Herrn Merz und alle Kandidaten/Kandidatinnen der CDU erneut zu diesem Thema zu befragen. Merz sprach von einer "Übergangstechnologie", vermutlich aus einer "Übergangsideologie" heraus - auch er hat sich dabei weit aus dem Fenster gelehnt. Seine Utopie ist die Kernfusion - doch dazu solltet ihr euch erst einmal selbst informieren.

Selbst verantwortlich? Was ist denn das?

Toxische Dating-Trends und fehlende Authentizität, so meinte jüngst eine Frauenzeitschrift (1), seien in der „heutigen Zeit oft gang und gäbe“. Das bedeute, so die Zeitschrift weiter, dass dies alles das Selbstbewusstsein und die „mentale Gesundheit“ belasten könne.

Gut, dass weiß die Redakteurin nicht aus eigener Anschauung. Sie las eine Umfrage der Dating-App Badoo.

Reden wir Klartext - wie gestaltet ihr eigentlich euer Leben?

Reden wir mal Tacheles, Mitmenschen. Da kommt nicht einfach das Schicksal um die Ecke und „macht etwas“ – jedenfalls nicht regelmäßig. Toxische Trends? Die werden überwiegend in sozialen Medien behauptet. Zieht man sich jetzt so etwas an? Oder zieht man oder frau sie an wie ein Magnet, und wenn ja, warum?

„Authentizität - Psycho-Geschwätz oder Psychologie?

Dann ist da wieder die „Authentizität“ – nichts als ein Modewort. Zwar existiert das Wort auch in manchen Zweigen der Psychologie, wo es so viel bedeutet wie das „echte Selbst“. Und das ist ziemlich einfach (2):

Handlungen entspringen dem eigenen Selbst und werden nicht von äußeren Einflüssen bestimmt. (Es schließt weiterhin ein) dieses wahre Selbst in sozialen Beziehungen offen zeigen zu wollen.

Selbstverantwortung - nein, danke?

Da schau, da schau – Frau oder Mann sind also in der Realität selbst dafür verantwortlich, wenn sie ihr „wahres Selbst“ präsentieren wollen. Wenn es ihnen also an sogenannter „Authentizität“ fehlt, dann haben sie entweder den Fehler gemacht, diese gar nicht erst zu entwickeln. Oder es ist ihnen schnuppe, ob sie „authentisch“ daherkommen.

Und was noch? Das Selbstbewusstsein fällt, weil versäumt wurde, eines zu entwickeln, das unabhängig von einzelnen Rückschlägen ist?

Macht mal halblang, Mitmenschen. Was da behauptet wird, ist Psycho-Buchstabensuppe. Oder das beständige Klagen darüber, das die Welt nicht so ist, wie sie sich die Selbstdarsteller(innen) der Dating-Szene ausgedacht haben.

Und in jedem Fall. Nachdenken schadet nicht wirklich.

(1) Aus Cosmopolitan.
(2) Dorsch - sehr neutral udn einfach erklärt
Deutlich komplizierter in "Spektrum".

Die Menschheit und das Novum

Ich lese gerade einige Beiträge über Beziehungen und war verblüfft (Quelle 1):

In der Geschichte der Menschheit hat das eher keine Tradition, sondern ist ein Novum.

An anderer Stelle lese ich sehr ähnlich (Quelle 2):

In der Geschichte der Menschheit hat das keine Tradition, sondern ist etwas gänzlich Neues.
Die Liebesheirat als "Novum"?

Was ist gemeint? Ich verrate es euch: die Liebesheirat, auch Neigungsehe genannt. Ich darf als bekannt voraussetzen, dass sie zur Mitte des 19. Jahrhunderts aufkam, dann weitgehend propagiert wurde und sich schließlich aus ökonomischen wie auch emotionalen Gründen durchsetzte.

Als die Mitgift nach und nach verschwand

Um es klar zu sagen: Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein galt es als üblich, eine Geldzahlung auszuloben, wenn man die Tochter verheiraten wollte, die sogenannte „Mitgift“. Das führte zu etlichen Konvenienzehen, in denen die Frauen ihre Rolle zu finden hatten, ob sie wollten oder nicht.

Kein Novum für fast niemanden

Nun wäre die Frage: Wie kann man eine Entwicklung als „Novum“ bezeichnen, wenn die Tradition der Neigungsehe etwa (je nach Zählung) 100 bis 150 Jahre zurückreicht? Die meisten Menschen, die heute noch leben, haben ausschließlich Neigungsehen oder Liebesheiraten kennengelernt. Und wieso werden dann die „alten Zeiten“ beschworen, zu denen der moderne Mensch keinen inneren Bezug mehr hat?

Manipulationen mit Worten

Es gibt nur einen Grund: Solche Aussagen werden manipulativ verwendet, um Menschen zu überzeugen, dass die Liebe keine Grundlage für eine Beziehung ist. Das mag gelegentlich sogar stimme, schließlich ist die Liebe an sich nur ein recht unbestimmtes Gefühl. Aber es ist immer „die Liebe und noch etwas anderes“, was eine Beziehung ausmacht. Aus diesem Grund hat beispielsweise auch Arnold Retzers Buch „Lob der Vernunftehe“ seine Berechtigung. Aber er sagt mindestens noch „Die Ehe ist eine auf Vernunft gründende Lebensform, die wir aus Liebe eingehen.“

Was die Trivialautoren hingen schreiben, abschreiben oder sonst wie verfassen, ist Murks. Und der Hinweis darauf, dass etwas „keine Traditionen“ in der Menschheitsgeschichte hat, ist billiger Populismus. Viele Erscheinungen des 19. Und 20. Jahrhunderts hatten „keine Traditionen“, und dennoch haben sich die Menschen ihr Leben in dieser oder jener Weise eingerichtet. Und en „Weg zurück“ in die angeblichen Traditionen will kaum jemand gehen.

Schweden im Blick der Pandemie-Falschmünzer

Bei der Pandemie ist vor allem wichtig, nicht auf dummdreiste Facebook-Beiträge und andere Ignoranten im Netz hereinzufallen - das hat dieser Tage wieder einmal CORRECTIV festgestellt.

Dabei ist es sehr einfach, sich objektiv zu informieren, nämlich hier. Zudem hat Schweden, grob gerechnet, nur 10 Mio. Einwohner, davon fast 1 Mio. in Stockholm. Und es gibt Landstriche, in denen sich eher Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, als dass sich zwei Nachbarn begegnen.