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Manipulation manipulieren - die Abwertung eines Wortes

Das Wort „Manipulation“ wird heute sehr geschickt manipuliert, um seine eigentliche Bedeutung zu verfälschen, nämlich einen „Kunstgriff“ anzuwenden. Vor etwa 150 Jahren war der Begriff „Manipulation“ nur wenigen bekannt. Meyers weitverbreitetes Lexikon sagte damals aus:

Manipulation (lat.), kunstgerechte Handhabung, jede Verrichtung mit der Hand, wozu Geschicklichkeit notwendig ist; auch allgemein so viel wie Verfahren, Geschäftskniff; manipulieren, Manipulationen vornehmen.


Manipulation als psychologischer Begriff seit 1864?

In den USA wurde der Begriff erstmals 1864 im Sinne von „Meinungsbeeinflussung“ verwendet, wobei es allerdings um eine juristische Auseinandersetzung ging (2). Wann die Psychologie das Wort aufgriff, ist nicht ganz sicher. Populär wurde das Wort immer nur, wenn es in einem abwertenden Sinn (3) gebraucht wurde.

Seit vielen Jahren schon betont der Volksmund (nahezu gleichlautend mit der im Internet gebräuchlichen Definition) den „negativen“ Charakter des Wortes, etwa so (4):

(Manipulation ist ein) „undurchschaubares, geschicktes Vorgehen, mit dem sich jemand einen Vorteil verschafft.

Das klingt möglicherweise noch relativ neutral, doch es kann sehr schnell umgewertet werden in (5):

Manipulation bezeichnet die Möglichkeit, Menschen aus egoistischen Gründen zu kontrollieren oder zu täuschen, wie zum Beispiel … jemanden dazu zu manipulieren, etwas gegen seine Interessen zu tun“.

Eine der Fragen, die hier zu stellen wäre (aber selten gestellt wird): Ist die Definition eigentlich aus psychologischer Sicht verbindlich? Oder ist diese Bedeutung eine etwas flapsige Interpretation einzelner Psychologen?

Die Antwort gibt uns der Dorsch (6):

(Manipulation … (bedeutet) Handhabung. (Es ist) unscharfer Begriff für verschiedene Formen der Einflussnahme (Steuerung, Ausrichtung, Ausnützung). Der Begriff wird u. a. im Bereich der Werbung, der Politik, der Pädagogik und bei Massenmedien zur Kennzeichnung des Ausgeliefertseins … (verwendet).

Was aber bedeutet das Wort in der Kommunikation? Bedeutet es, dass jeder, der manipuliert, als „Bösewicht“ bezeichnet werden sollte, falls er versucht, jemanden zu beeinflussen? Ist „Manipulation“ gar kontraproduktiv oder gehört sie zur “schwarzen Rhetorik“?

Meilensteine der Veränderung: Kommunikation, Verhalten und Manipulation

Ich gehe gerne zurück zu Paul Watzlawick, wenn davon die Rede ist. Bekanntermaßen beruht die gesamte psychologische Theorie der „Menschlichen Kommunikation“ auf seinem gleichnamigen Werk. Das erste Merkmal dieser Lehre nennt er „die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren“. Da Kommunikation im weiteren Text mit „Verhalten“ gleichgesetzt wird, gilt auch, dass wir Menschen uns nicht „nicht verhalten“ können (Deutsche Ausgabe, Seite 58) (7).

Doch wie weiter? Wenn Kommunikation irgendetwas bewirken soll, dann kommen wir nicht ohne einen Kunstgriff aus: Wir versuchen, andere zu erreichen und zu beeinflussen. Indem wir das tun, manipulieren wir sie ohne jeden Zweifel, es sei denn, die beiden vorausgeschickten Aussagen seien falsch.

Zuweisungen von "gut" und "schlecht"

Um es klar und deutlich zu sagen: Mit Attributen wie „gute und schlechte“ oder „schwarze und weiße“ Kommunikation bringen wir Bewertungen in einen dynamischen Prozess ein. Wenn wir also sagen: „Wir Kommunizieren in einer Weise, in der wir aus Respekt voreinander nicht bewerten, dann bewerten wir das Bewerten negativ.“ (8) Dabei besteht gar kein Anlass, mit solchen Dualismen zu arbeiten. Kommunikation kennt Skalen, Farben und Toleranzen, wie alles, was Menschen hervorbringen können.

Wenn wir „Manipulation“ als einen Kunstgriff betrachten würden und nicht als „böswilligen Eingriff“, dann wären wir einen Schritt weiter zum besseren Verständnis. Ich wünsche mir sehr, dass mehr Menschen so denken würden. Zugleich wünsche ich mir, dass mehr Menschen lernen, sich vor wirklich gefährlichen Eingriffen in ihre Kommunikation zu schützen.

(1) Retrobibliothek (Meiers).
(2) Historisches Dokument auf: nscu.edu
(3) In dieser Quelle (dwds) befinden sich viele Beispiele dazu.
(4) Duden online.
(5) Bearbeitete Bewertung durch eine KI.
(6) Dorsch.
(7) Menschliche Kommunikation, New York 1967, Bern 1969, Deutsche Ausgabe (13., unveränderte Auflage)
(8) Es ist sicherlich möglich, dies spielerisch zu verwirklichen, aber dann sind der Kommunikation willkürlich Grenzen gesetzt.

Verstehen, Empathie und Kommunikation

Gute Beratung auch ohne Empathie?
Dieser Beitrag ist ein Auszug aus einer Schriftenreihe, die das "Sehpferd-Team" zum Thema "Kommunikation 2026" verfasst hat. Der Artikel enthält Informationen über die im Titel genannten Begriffe wie auch eigene Ansichten zur Entwicklung von Kommunikationsseminaren.

Empathie - ein recht ungenauer Begriff aus der "Bildungssprache"

Empathie bedeutet „Mitgefühl“, also sich in die Lage anderer gefühlsmäßig hineinversetzen zu können und sie dadurch besser zu verstehen. Sie gilt als eine der Grundlagen der menschlichen Gesellschaft und zu den Eigenschaften, die wir während der Evolution erworben und ausgebaut haben. In religiösen Kreisen spricht man auch von „Nächstenliebe“.

Was Empathie mit "Verstehen" zu tun hat - und was nicht

Allerdings beruht das Gefühl, verstanden zu werden, nicht auf Empathie, sondern ergibt sich aus Gesprächstechniken und Gesprächsstrukturen. Das bedeutet: Menschen können mithilfe von Kommunikation „Empathie“ erzeugen, indem sie bestimmte Gesprächstechniken erlernen. Das ist nicht besonders verblüffend, seit Carl Rogers gelehrt hat, wie „einfühlendes Verstehen“ funktioniert. Die dabei verwendete Methode besteht darin, die Gefühlswelt eines anderen Menschen so zu betrachten, als ob man diese Person wäre. Die Technik, die dabei verwendet wird, ist eine Variante des „aktiven Zuhörens“, die nicht auf den Bereich der humanistischen Psychologie beschränkt ist – jeder Mensch kann sie erlernen und nutzen.

Wie die KI Empathie simuliert
Eine liebe Freundin durch KI?

Seit wenigen Jahren benutzen Computerprogramme diese Technik, um die Gefühle von Menschen zu beeinflussen. Dabei geht es allerdings nicht um das „Verstehen“, sondern um unterschwellige Manipulation. Das funktioniert ungefähr so:

Das Programm erkennt anhand der der Wortwahl, welche Ansichten und Gefühle für den menschlichen Dialogpartner wichtig sind. Immer, wenn solche Begriffe erkannt werden, bestätigt der künstliche Gesprächspartner die Gefühle und Ansichten. Der Benutzer glaubt in vielen Fällen sogar, einen Freund oder möglichen Partner gefunden zu haben, während er in Wahrheit manipuliert wurde.

Das ist ziemlich genau die Umkehrung dessen, was gewöhnliche Menschen tun würden: Sie würden versuchen, die eigenen Ansichten und Gefühle mit denen der anderen Person abzugleichen.

Das Beispiel zeigt, dass angebliche „empathische“ Kommunikationsmethoden lediglich Werkzeuge sind, die sich sowohl zum Nutzen anderer wie auch zu deren Schaden einsetzen lassen.

Hinweis: Der Autor hat jahrelang Kommunikation unterrichtet, bevor er zur IT wechselte.
Interessenten am Thema können sich jederzeit an die Redaktion des Magazins "sehpferd" wenden. Es gibt natürlich auch weitere Informationen zur Grafik, die hier ausgespart wurden.

Für Anfragen zum Thema Kommunikation:
Bitte Stichwort "Kommunikation" angeben.

Für alle anderen Anfragen: email an den chef

Bild: © 2026 by sehpferd

Die geheime konservative Beeinflussung

Wenn es im Internet genügend „seriöse“ Beiträge zu einem ethischen Thema gibt, bedient sich die KI dort – wo sonst?

Nehmen wir einmal an, du würdest etwas zu einem Thema suchen, bei dem es sowohl Tatsachen wie auch Meinungen gibt. Wie zu fast all diesen Themen, gibt es dazu auch „Erhebungen“ von Wissenschaftlern, die ganz auf der Linie der Meinungsmacher liegen.

Stellen wir einfach mal eine Frager (die KI-Quelle wird nicht genannt, und die Antworten wurden extrem vereinfacht).

Fragen an die KI - wie geht sie vor? .

Egal, welche Fragen ihr stellen werdet - wenn die KI keien Tatsachen findet, sollte sie auch keine Antworten ausgeben. Doch ist das in der Praxis auch so?

Häufig kommt dennoch eine Antwort, und sie besteht meistens aus diesen drei Teilen:

1. Die angefragte KI findet kleine Tatsachen, weil diese meist unveröffentlicht bleiben oder als „Erfahrungswissen“ für „ernsthafte“ Forscher nicht infrage kommen.
2. Andererseits scheuen sich ethische und religiöse Gruppen kaum, unter eigener oder fremder Flagge Meinungen zum Thema zu verbreiten. Diese Beiträge erscheinen in Massen im Internet – teils von echten Autoren lanciert, teils von anderen KI-Programmen.
3. Aus diesen Informationen erstellt „deine“ KI eine Struktur dazu. Das ist das, was du am Bildschirm siehst.


die Antwort passt nicht zur Frage, sondern wirkt belehrend.

Die Frage (vereinfacht):

Welche sexuellen Erfahrungen sollte eine Person bereits besitzen, wenn sie sich zum „Dating“ entschließt?

Erster Schritt

Die KI versucht, das im Grunde reichlich vorhandene Erfahrungswissen auszugrenzen. Das liest sich ungefähr so:

Das, was du gefragt hast, ist nicht relevant, um eine dauerhafte Beziehung einzugehen. .

Ethische oder psychologische „Ratschläge“ werden ausgegeben:

Wichtig ist vielmehr, in dein Inneres zu hören und deine Möglichkeiten und Grenzen zu erkennen.

die Botschaft endet mit einem wissenschaftlichen Orakel.

Manche Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen mit Vorerfahrungen für Beziehungen weniger geeignet sind, während andere behaupten, dass es gleichgültig ist, welche persönlichen Erfahrungen du zuvor hattest.

Fehler der KI, willkürlich eingearbeitet Moralvorstellungen oder Beeinflussung?

Nehmen wir an, das wäre der reine Zufall. Dann hätte niemand die KI beeinflusst, sondern sie wär einfach nicht geeignet, intime Fragen auf der Grundlage von Erfahrungen zu beantworten. Dann sollte sie uns dies aber auch mitteilen, nicht wahr?

Nun könnte ich ja auf die Idee kommen, die KI würde sich an „ausgesucht seriösen Seiten“ orientieren – dann hätten Ideologen ein Einfalltor. Sie müssten sich nicht einmal einen wissenschaftlichen Anstrich geben – ein paar bekannte Namen aus der Philosophie reichen durchaus. Die „ausgebende“ KI kann damit heute schon einen einmal erzeugten Text in vielen Varianten an die Öffentlichkeit bringen, ohne dass es die lesende KI merken würde.

die KI selbst kennt keine Verantwortung.

Und bevor ihr jetzt die KI verdammt – das alles war schon immer so. Jedenfalls, seit das Internet besteht. Je mehr eine an sich belanglose Information oder Ansicht verbreitet wird, umso mehr „Relevanz“ bekommt sie. Vorurteile sitzen tief, und wenn die dahinterstehenden Klischees immer wieder strapaziert werden, dann werden sie im Resultat zu Wahrheiten umgemünzt.

Der Unterschied besteht daran, dass es die KI viel schneller schafft. Und in der Hand der „Beeinflusser“ wird sie dann zur Waffe, die sich gegen die Meinungsvielfalt richtet.

Wann es so weit ist?

Jetzt. In diesem Moment schreibt irgendein konservativer Autor in einer Tageszeitung, in einem Blog oder einem sozialen Netzwerk einen Artikel, der in dies Muster passt. Da werden die alten Regeln wiederbelebt, von der Gesellschaftsordnung des neunzehnten Jahrhunderts bis hin zu jenen der Adenauer-Ära.

Und mich fröstelt es, wenn ich solche Beiträge lese.

Hinweis: Unser Autor ist sich bewusst, dass Teile dieses Artikels nicht ausreichend belegt sind. Aber er hofft, dass er andere Menschen zum Nachdenken bringen kann.

Manipulation – was sie ist und wie wir damit umgehen können

Neuerdings ist wieder viel von „Manipulation“ die Rede – und zwar ausgesprochen negativ. Seit Psychologen die „Dark Traits“ in die Welt gebracht haben, wird ständig darauf hingewiesen, dass „toxische Beziehungen“ auf Manipulation beruhen. Dann dauert es nicht mehr lange, bis das Wort „Machiavellismus“ fällt – gepaart mit Narzissmus und anderen Begriffen ähnlicher Art.

In der Psychologie wird Manipulation zur "dunklen Macht"

Die Aussagen hinterlassen den Eindruck, als ob „Manipulation“ eine Art Verbrechen sei, das in jedem Fall zu verachten ist. Ferner wird behauptet, dass sie Menschen, die dazu neigen, Psychopathen sind, die auf dunklen Pfaden wandeln. Gute Menschen manipulieren demzufolge nicht.

Doch stimmt das überhaupt?

Einfluss nehmen ist "Manipulation", egal ob offen, gezielt oder verdeckt

Manipulation ist vor allem die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Einfluss? Influencer (Beeinflusser) verdienen einen Haufen Geld damit – und kaum jemand greift sie an. Dabei bedeutet das Wort Manipulation selbst nach der offiziellen Version „gezielt oder verdeckt Einfluss zu nehmen“ – und das ist genau das, was Influencer unter Einsatz ihrer Persönlichkeit tun.

Jeder Mensch manipuliert – mit unterschiedlichem Erfolg

Wir Alltagsmenschen (ja, du auch) manipulieren auf andere Weise: Indem wir leben, manipulieren wir unsere Umgebung. Wir können sie nicht einmal „nicht beeinflussen“. Die Manipulation kann in unserer Existenz, in unseren Handlungen, unserem Verhalten oder unseren Worten liegen. Sie kann von anderen weitgehend ignoriert, angenommen oder abgelehnt werden. Je nachdem, wie wir selbst „gepolt“ sind oder welche Beziehung wir zu den Manipulatoren haben, können wir gelobt oder bestraft werden, wenn wir uns manipulieren lassen oder wenn wir dies ablehnen. In der realen Welt fürchten wir oft die Nachteile, wenn wir uns nicht beeinflussen lassen. Gelingt dem Beeinflusser dieser Trick, um in unsere Persönlichkeit einzugreifen, so hat er beim nächsten Mal leichtes Spiel.

Manipulation - nur, wer sie erkennt, kann sie abwehren

Das klingt nicht gut, nicht wahr? Es ist aber leider die Wahrheit. Nur, wenn wir die Manipulation durchschauen, können wir sie abwehren. Und dies gibt uns dann die Chance, unser eigenes Spiel durchzusetzen.

Manipulation ist nicht "des Teufels"

Sie weiß, wie sie ihn "manipulieren" muss
„Manipulation“ steht zu Unrecht unter dem Verdacht, zum Teuflischen im Menschen zu gehören. Letztlich bedeutet das Wort nichts als andere zu Beeinflussen. Gemeint ist aber oft etwas anderes: Nämlich jemanden ohne dessen Wissen gegen seinen Willen zu beeinflussen mit dem Ziel, ihn kontrolliert für eigene Zwecke zu benutzen.

Oh – das kling in der Tat nach einem Elixier des Teufels, nicht wahr? Das wird die Selbstsucht und Böswilligkeit herausgestellt und der Gestank von Schwefel steigt auf.

Manipulation - ein Kunstgriff und nicht mehr

Die eigentliche Bedeutung des Wortes ist der „Kunstgriff“, später auch als „Kniff“ (Trick, Maßnahme) von Geschäftsleuten definiert, um Kunden zu beeinflussen. Dabei wird dem Begriff zunächst kein besonderer Wert beigemessen. Der Unterschied zwischen Manipulation und Beeinflussung wird später oft mühsam erläutert – und am Ende kommt doch nur heraus, dass Gleiches gemeint ist: Jemanden in seiner Meinung oder seinen Gefühlen zu beeinflussen.

Die verwirrende Welt der Lexika

Die Psychologie versucht zunächst, den Begriff neutral zu erklären. So lesen wir im „Dorsch“:

Manipulation. Handhabung, unscharfer Begriff für versch. Formen der Einflussnahme (Steuerung, Ausrichtung, Ausnützung).

Ähnlich bei Stangl:

Als Manipulation bezeichnet man in der Psychologie ganz allgemein die soziale Einflussnahme, die für die Betroffenen sowohl positiv wie negativ sein kann.

Eine völlig andere Darstellung finden wir bei der Bundeszentrale für politische Bildung:

Wenn ich will, dass andere Menschen etwas ganz Bestimmtes tun, versuche ich, sie so zu beeinflussen, dass sie nach meinem Willen handeln.
.
Eine weitaus extremere Meinung wird im Lexikon von „Spektrum“ vertreten:

Manipulation - gezielte Einflussnahme … auf Menschen, ohne deren Wissen und häufig gegen deren Willen … mit dem Ziel, ihn kontrolliert für eigene Zwecke zu benutzen. Dabei bleibt der Anschein von Entscheidungsfreiheit erhalten.


Der neutrale Standpunkt: Lehren heißt Beeinflussen

Wenn du eine Lehrkraft bist, ist es für dich vermutlich ganz selbstverständlich, dass du Tag für Tag Menschen beeinflussen kannst. Schließlich ist das zumindest Grund, warum du den Beruf ergriffen hast. Es wäre völlig unsinnig, zu behaupten, dass es sich dabei nicht um einen Versuch der Manipulation handelt. Er wird durch Lehren und Lernen bestimmt, und der Erfolg wird kontrolliert.

Ein wenig Ideologie verfälscht den Begriff der Einflussnahme

Wenn du dies soweit gelesen hast: Behauptet wird, dass emphatische (einfühlende) Menschen nicht manipulieren, weil sie „Gutes tun“. Deren Gegenteil, meist als ekspathisch bezeichnet, gilt als Eigenschaft der Manipulatoren. Dafür werden dann auch gleich die passenden Synonyme entpackt: Emotionslos und gefühlskalt sollen sie sein.

Es ist an der Zeit, mit diesem Unsinn aufzuhören. Alle Menschen versuchen, sich einen bestimmten sozialen Rang zu erobern, und dazu gehört, Einfluss auf andere zu nehmen. Wer etwas lehren will, sollte dies aus Überzeugung tun, und genau diese Überzeugung ist damit verbunden, erfolgreich zu manipulieren.

Was wirklich zählt, ist der Schutz vor unerwünschter Manipulation

Wir Menschen benötigen zweierlei: Manipulation einerseits und den Schutz vor unerwünschte Manipulation andererseits. Wenn Lust, Liebe, Zuneigung oder Freundschaft in die Waagschale geworfen wird, um etwas ausschließlich Eigennütziges zu erreichen, müssen wir darauf vorbereitet sein.

Um den Zugriff auf unsere Psyche abzuwehren, sollten wir wissen, dass die Empathie anderer auch dazu dienen kann, uns zu verwirren. Und das gilt auch, wenn wir selbst so übertrieben emphatisch reagieren, dass wir andere damit „überfahren“. Das ist ein Grund mehr, Gefühle neutraler zu sehen und nicht in „positiv“ und „negativ“ aufspalten. Oder um es in einem Satz zu sagen:

Wir können nicht „nicht manipulieren“, aber wir können uns gegen unerwünschte Manipulation schützen.

Bild: Aus einer historischen Illustration.

Zitate:

Meyers (ca. 1890),
Dorsch
Stangl
bpb junge politik.
spektrum der wissenschaft