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Was Facebook, andere Internet-Unternehmen und die Politik gemeinsam haben

WIRED brachte es auf den Punkt: Das Statement, das FACEBOOK nach dem Datenleck abgab, ist nichts wert. Sozusagen das „übliche Blabla.“

Wörtlich:

«(Sie reagieren) … so, wie man es als modernes Unternehmen eben gelernt hat: Entschuldigungen und Ansätze von Schuldeingeständnissen, eine Prise Demut und die eine oder andere leichte Änderung im System als Beweis der Lernfähigkeit. Am Ende noch ein bisschen „unsere Mission“ und „unsere Nutzerinnen und Nutzer sind das wertvollste Bla Bla“ … Dann läuft alles weiter bis zum nächsten Skandal, und der Spaß geht von vorne los.»


Nun wissen wir mindestens dies: Die modernen Daten-Kraken , die unser Verhalten ausforschen wollen, heißen ja nicht nur „Facebook“. Sie tragen auch andere klangvolle Namen, von Apps über Suchmaschinen bis hin zu angeblich seriösen und unverdächtigen Online-Medien. Dagegen müsste eigentlich etwas getan werden, aber Politiker schleichen der Zeit hinterher wie Schnecken, und kaum jemand beklagt noch die Unverschämtheit, mit der unsere Privatsphäre von den saugenden Online-Insekten ausgelaugt wird.

Doch mich erinnert der Satz aus WIRED noch an andere: an die Deutsche Bahn, an manche Hotline, die den Namen nicht verdient, weil sie eine „Coldline“ ist, an Online-Dating-Unternehmen, die Geld ohne Ende einsammeln, ohne nennenswerte Leistungen zu erbringen … Und ich denke an sich selbst verlängernde Abonnements und andere Ärgernisse, die von der Politik noch nicht einmal beäugt werden. Von zweifelhaften und kundenfeindlichen AGB mal ganz abgesehen.

Blabla und aufgemalte Schamröte - aber es ändert sich nichts

Und werden sie erwischt, dann machen Sie genau das: Blabla und ein bisschen aufgemalte Schamröte, die schnell wieder abgeschminkt wird.

Und die Politiker? Machen sie es nicht genauso? Wer ist denn schuld daran, dass der Verbraucherschutz durch einen simplen Eintrag in die selten gelesenen AGB ausgehebelt werden kann? Wer hat die Digitalisierung verschlafen? Wer ist dafür verantwortlich, dass große Teile Ostdeutschlands Wüsten ohne Internet, teils gar ohne Mobiltelefonie-Empfang ist? Nicht einmal das Digital-Terrestrische Fernsehen, für das wir ja schließlich die Gebühren löhnen, ist überall empfangbar. Ja, da arbeitet man noch dran … viel zu lange und mit Unternehmen, die auch (oder in erster Linie?) ihre eigenen Interessen im Kopf haben.

Ja, ja ..und am Ende …? Blabla. Ein bisschen Entschuldigung. Nicht ernst gemeint versteht sich. Nein, darüber gibt es keine Skandale, nicht wahr? Das ist deutscher Alltag.

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