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Martin Schulz als Held der "kleinen Leute"?

Martin Schulz meint, die SPD habe mit der „Agenda 2010“ einen Fehler begangen. Nun – es herrscht Meinungsfreiheit, aber man darf wohl auch dies sagen: Durch die Agenda 2010 ist Deutschland heute in einer exponierten wirtschaftlichen Position, die sehr vielen Arbeitnehmern genützt hat. Und mit Sicherheit auch den meisten von Ihnen, die dies hier lesen. Der Konjunkturmotor brummt, und die die Wirtschaft sucht händeringend Fachpersonal, von Mauerer bis zum Programmierer. Sicher – es gibt Menschen, die von Konjunkturzug abgehängt wurden. Aber: Gab es die vor der „Agenda 2000“ etwa nicht?

Und ja – es mag sein, dass minimale Korrekturen an der Agenda durchgeführt werden müssen – das ist aber immer so, wenn eine Reform schon lange zurückliegt, denn erst später hat hat man genügend Erfahrungen, um sinnvoll gegenzulenken.

Die WELT schreibt, zwar leicht übertrieben, im Kern aber richtig:

Die SPD will nicht länger die Reformen verteidigen, mit denen einst die rot-grüne Koalition unter Gerhard Schröder Deutschland wieder zurück in die erste Liga der Wirtschaftsnationen gebracht hat.


Ich hätte Verständnis für das, was Martin Schulz sagt, falls er damit die Herzen der Menschen in Deutschland anrühren würden. Aber das ist nicht der Fall. Gerade die SPD sollte inzwischen gelernt haben, dass mit Sozialthemen „zugunsten der kleinen Leute“, wie es immer heißt, kein Blumentopf zu gewinnen ist. Diejenigen Wähler, die man braucht, um die Wahl zu gewinnen, befinden sich in der Mitte. Und es sind nicht die Leute, die über zu wenig Sozialleistungen klagen, sondern über zu hohe „Abzüge“, seien es nun Sozialabgaben oder Steuern.

Fragen wir uns doch einmal, wie viele Stimmen die Sozialdemokratie mit dem als Erfolg gefeierten Mindestlohn gewinnen konnte. Die ihn bekamen, haben ihn ohne Dank mitgenommen, als sei es selbstverständlich, nun einen höheren Lohn zu bekommen. Das sind Leute, die immer und überall alles mitnehmen, ohne daran zu denken, wo es herkommt – und sie wählen auch nicht die SPD.
Ich kann das kürzer sagen: Mit sozialer Gerechtigkeit gewinnt heute niemand mehr eine Wahl, weil diese Gerechtigkeit eine Utopie ist und die meisten sozialen „Wohltaten“ gar nicht wahrgenommen werden.

Wenn die SPD gewählt werden will, muss sie der gesellschaftlichen Mitte ein Programm bieten, das begeistert – und das wäre ein Programm, das vor allem deren Leistung honoriert und absichert. Das Volk will eine Perspektive für zukunftsträchtige Jobs, für Geld, das auch im Portemonnaie bleibt, für den Bestand des Eigentums und für eine gute Alterssicherung. Denn das sind die wichtigsten Voraussetzungen, damit möglichst wenige Menschen in Notlagen geraten.


Der moderne Krimi: Was los ist immer

Falls Sie mich mal fragen sollten, warum ich kaum noch den „Tatort“ ansehe und auch andere Krimis überwiegend abgähne, dann antworte ich demnächst mit einem Zitat aus der ZEIT:

Es ist immer was los, aber eigentlich passiert nichts.


Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass Köpfe im Auto zu sehen sind, die Dummsprüche labern, und dass jeder Kommissar Probleme mit den Angehörigen hat, die im Drehbuch immer mehr Raum einnehmen. Eingestreute Familienschnulzen, gerne mit Kindern, meist einige Männerfreundschaften, dann und wann eins schräger Junggeselle. Da muss der Drehbuchschreiber dann aufpassen, dass dieser Kommissar nicht zu oft irgendwelche attraktiven tatverdächtigen Frauen vögelt – oder wenigsten andeuten, dass dies hätte passieren können.

Na schön – Mä, mä, Mä, Märchen. Kopf vollpflastern mit einer Mischung aus Kitsch, hingequasselten Dummheiten und natürlich ein paar Toten und vielen, vielen höchst verdächtigen Personen, die wie Kasperfiguren vorgeführt werden.

Und das gilt sicher nicht nur für den TATORT.

Ob ich es besser könnte? Um Himmels willen. Lassen Sie mich doch bitte um TV-Entertainment in Ruhe.

Bonmot

Meine Texte sind der schönste Blödsinn, den das Publikum für Tiefsinn hält.


Monique Serf , besser bekannt als „Barbara“

Was Angelika vor wenigen Stunden entdeckte ..

Ganz einfach: wie man Geld scheffelt … unheimlich viel Geld …

Und was macht sie dafür? Das Mäuschen vor der Web-Cam öffnen? Nein, mit der Maus klicken und ihre Freizeit genießen. Und damit ich auch bald mit Mausklicken und Freizeit genießen beginnen kann, soll ich jetzt „mit meinem Traumjob anfangen“, denn der besteht in Zukunft darin, „nichts tun und dabei Geld zu verdienen.“

Ich hoffe mal, dass Angelika, die dies „vor wenigen Stunden“ selbst ausprobiert hat, (Angelika hat viele Namen) damit inzwischen reich genug geworden ist, um mir nicht ihre beschissenen Spammails schicken zu müssen. Und Hallo! Die wurden nicht einmal von zwei unabhängig voneinander arbeitenden Spam-Filtern entdeckt.

CDU: Nur Merkel ist ein bisschen wenig

Irgendwie hat die Kanzlerin einen Fehler gemacht, der unverzeihlich ist. Denn um sie herum ist’s leer – möglicherweise, weil alle, die in der CDU noch etwas werden wollten, irgendwann einmal abgemerkelt wurden. Und für die jungen Menschen ist „ganz viel heiße Luft“ nun auch nicht gerade das, was man sich in einer Partei wünscht.

Und vor allen Dingen – fehlt es der CDU an positiven, zukunftsweisenden Ideen. Es reicht nun einmal nicht, den SPD-Kandidaten niederzuschäublen, sondern man braucht eine Zukunftsperspektive für den Wähler – und die fehlt der Kanzlerin gegenwärtig ganz und gar.

Ich sage gar nicht, dass die SPD eine solche Perspektive bietet. Wahlen werden nicht im unteren Sozialsegment entschieden. Wir erinnern uns; der Mindestlohn wurde „so mitgenommen“ und er verteuerte viele Waren und Dienstleistungen erheblich und sorgte für Unruhe in den Betrieben. Aber Dank an die SPD gab es nicht. Und genau das wird bei jeder sozialen Mehrleistung passieren, was letztlich bedeutet: Die SPD braucht eben auch eine Zukunftsperspektive, die über den aktuellen Populismus hinausgeht.

Nun – dann mal los, Kanzlerin und Kanzlerkandidat: Überzeugen Sie uns – und zwar nicht mit Sprüchen, sondern mit Konzepten. Das wär doch einmal eine Aufgabe, nicht wahr?