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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Das „Näheverhalten“, die Wissenschaft und das richtige Leben

Nähe ... ein Zauberwort für die Liebe
Schon mal über dein „Näheverhalten“ nachgedacht? Oder dein „Distanzverhalten“? Oder irgendetwas, was „dazwischen“ liegt?

Na, dann lies mal mit (1) und staune ...

Frage (Zeitschrift, Zitat): „Warum reagieren Menschen beim Dating so unterschiedlich?“

Antwort (ebenfalls Zitat: „Ganz einfach: Es gibt individuelle Bindungsstile, die unser Näheverhalten prägen.“

So jedenfalls eine „Expertin“.

Andernorts las ich (2):

„Nähe lässt sich nicht nur als subjektives Erleben, sondern auch objektiv als physische Nähe auffassen.“

Erstaunlich, dass es auch eine objektive Sichtweise von „Nähe“ gibt, nicht wahr?

Das Thema lässt sich übrigens beliebig verkomplizieren, wenn man es aus sozialwissenschaftlicher oder psychologischer Sicht angeht.

Für alle andren: Menschen reagieren so unterschiedlich, weil sie vermutlich unterschiedlich sind – was wieder daran liegt, dass sie unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben.

Ach so? Ja, natürlich, was denn sonst?

Noch ein Tipp? Alles mit Humor lesen und misstrauisch bleiben - das hilft.

Quellen:

(1) Näheverhalten (eigentlich: Bindungstypen).

(2) Wissenschaftlicher Artikel mit Hinweis auf die Realität, PDF.

Bild: Konstantin Somow, 1910

Kann die Psychologie Persönlichkeiten ausreichend beschreiben?

Ich las gerade folgendes Zitat als Einleitung zu einem wissenschaftlichen Artikel:

Unsere Persönlichkeit ist nicht komplett festgelegt. Forschende gehen davon aus, dass wir uns ein Leben lang verändern können, auch wenn einige Eigenschaften ziemlich stabil sind. Um Persönlichkeit wissenschaftlich zu erfassen, hat sich in der Psychologie das sogenannte Big-Five-Modell etabliert. Es beschreibt fünf grundlegende Persönlichkeitsmerkmale.
Das ist richtig – „in der Psychologie“ hat sich dies Modell tatsächlich etabliert. Von den Spuren, die im ersten Drittel des 20 Jahrhunderts zu finden sind bis zum Jahr 1981, als sich der Begriff durchsetzte, wurde er nach und nach zum Standard der Persönlichkeitsforschung.

Kann "Persönlichkeit" durch die "Big-Five" beschrieben werden?

Die andere Frage wäre: Kann eine Person durch die fünf Persönlichkeitsmerkmale ausreichend beschrieben werden?

Wenn wir mal grob 45 Jahre zurückblicken, dann gibt es kaum noch Gemeinsamkeiten in der Art, wie wir (Nicht-Psychologen) „Personen beurteilen“. Wir haben uns beispielsweise damit abgefunden, dass wir uns mit Alter und Umgebung, Berufsfeld und Beziehungen verändern. Ja, wir haben sogar erkennen müssen, dass wir im Alltag eher bestimmten Rollen folgen als einem „inneren Selbstverständnis“.

Psychologen benötigen Modelle zum Vergleich - aber was sind sie wert?

Ich bin der Überzeugung, dass Psychologen solche Meilensteine benötigen, um Vergleiche zu ziehen. Aber andererseits bin ich ganz sicher, dass die sogenannten „Big Five“ völlig unzuverlässig sind, wenn es um eine zutreffende Beschreibung der Persönlichkeiten im Alltag geht. Das trifft insbesondere auf die Partnersuche und Partnerwahl zu.

Oder mit anderen Worten: Die „Big Five“ sind ein theoretisches Modell der Persönlichkeit. Ob sie der Praxis (beispielsweise im Umgang miteinander) standhalten, wir hingegen oft bezweifelt. Zudem ist zu fragwürdig, ob die Möglichkeiten der Psychologie wirklich ausreichen, um die Prozesse zu beschreiben, unter denen sich die Persönlichkeit prägt und weiterentwickelt.

Zitat aus: "QUARKS" -Der Artikel behandelt auch Veränderungen der Persönlichkeit.

Weiterentwicklung des Modells aus psychologischer Sicht (anspruchsvoll)


Kritik (englisch) Das Modell der fremden Person.

Anmerkung: Dieser Artikel wendet sich gegen den übermäßigen Gebrauch der "Big Five" zur Beurteilung von Menschen, nicht gegen die Darstellung in QUARKS.

Wie wir Musik hören – ist MP3 eine Gefahr für die Jugend?

Musik konnte man vor 50 Jahren über ein Radio, eine Schallplatte oder eine Magnetbandaufnahme hören. Manchmal hörten wir sie ganz ohne „Medium“ – in Freiluftkonzerten, die jeweils im Sommer veranstaltet wurden, in Stadien und Mehrzweckhallen und gelegentlich natürlich auch in traditionellen Konzertsälen.

Sehr unterschiedliche Qualitäten, egal, aus welcher Quelle die Musik kam

Wer dies getan hat, weiß recht gut, wie unterschiedlich die Qualität der Klänge war. Ein Radio? Da brauchte man eine gute Antenne, vielleicht sogar einen Antennenrotor. Das Ergebnis war aber nicht das, was sich der „ernsthafte Musikfreund“ wünschte. Auch der Hinweis, dass der UKW-Rundfunk (FM) ja den ganze Frequenzbereich des Gehörs umfasste, wurde mild lächelnd abgetan.

Waren die Musik-Freaks von damals mit anderen Tonquellen zufriedener?

Ein Tonband oder eine Kassette? Spitzenqualität? Ja, im Studio- und bei Geräten, die im halbprofessionellen Bereich eingesetzt wurden. Schließlich war einige Jahrzehnte lang jede Schallplatte vorher ein Tonband – stark vereinfacht und sehr salopp gesagt. Nach der Aufnahme wurde dann die Version hergestellt, die später eine Schallplatte oder eine CD wurde.

Die Schallplatte und Hi-Fi - idealer Klang?

Womit wir zunächst bei den Schallplatten wären. Sie galten bei jeder Hi-Fi-Vorführung als Krönung der Musikwiedergabe. Die Musikliebhaber glaubten, feinste Töne aus ihnen heraushören zu können. Selbst wenn sie es konnten: Schallplatten rauschen gelegentlich, knistern leider oftmals, und sie altern durch Abnutzung. Von „Abtastfehlern“ war viel die Rede, und diejenigen, die davon sprachen, behaupteten, es gäbe Geräte, die fast ohne solche Fehler arbeiteten. Um mal etwas sinnvollen Zynismus zu verwenden: Nur eine Schallplatte, die niemals oder nur einmal abgespielt wurde, war absolut frei davon, den „taufrischen“ Klang wiederzugeben. Ich will nicht behaupten, dass es keine Mittel gegen die Abnutzung gab – etwas Abtast-Systeme, die sensibler mit der empfindlichen „Rille“ umgingen. Und dennoch muss dieser dazu gesagt werden: Die meisten Musikkenner hören keine „Schallplatten“, sondern die Musik, die in die Rillen eingepresst wurde, auch wenn die Wiedergabe gewisse Mängel hat.

Die Mythen rund um die Schallplatte

Über den Tonträger „Schallplatte“ könnte man noch mehr sagen – er ist von Mythen durchdrungen. Dazu gehört nicht nur die Botschaft, dass sie „weicher klingen“, sondern auch allerlei andere Behauptungen. Beispielsweise die Überzeugung, dass alleine Schallplatten „den natürlichen, analogen Ton“ wiedergeben.

Gute Schallplatte - Gute CD - Gefahr durch MP3?

Von der Schallplatte ging es zur CD – und über verschiedene Techniken dann zu so etwas wie „MP3“ oder andere Formate. Soweit der Stand heute.

Seit einigen Jahren wird ein Streit angefacht: Verlieren die jungen Leute, die Generation „Z“ oder wer auch immer, den Zugang zur Musik, weil sie „MP3“ hören.

Ein Einwand gegen viele „naturwissenschaftliche“ Erklärungen: Musik, die vom Gehirn „genau abgetastet“ führt immer zu mehr Anstrengung. Oder mal mit anderen Worten: Free Jazz zu hören ist anstrengender als Dixieland. Die wesentliche Rolle beim Hören, vor allem aber beim „Erkennen“ der Strukturen von Klängen, spielt immer die Musik selbst – nicht die Wiedergabe.

Jeder hört anders

Und zuletzt noch diese: Jeder von uns hört anders. Viele Menschen, die noch „das alte Dampfradio“ in Luxusausführung kannten, bevorzugen bis heute einen weichen „Sound“ und glauben, dass genau dieser Klang ideal ist. Sollten sie jemals in einen Konzertsaal gehen, denn würden sie sich wundern, wie „scharf“ dort die Streicher klingen.

Quellen:

Kritisch über MP3: Deutschlandfunk, Die Welt .

Empfohlen: Wissensblog (ausführlich und objektiv).

Die okkulte Seite der Musik - wo steckt die Mystik?

Jeder, der sich mit Musik beschäftigt, wird irgendwann einen Hinweis darauf finden, dass ihre Wirkung in Wahrheit auf Mystik beruht. Wenn man einen solchen Satz einmal gefunden hat, nehmen die Erklärungen dazu kein Ende mehr.

Auch die Psychologie kennt einen solchen Zweig, nach dem die Psyche eine Art „Urform“ hat, das sogenannte „kollektive Unterbewusstsein“. Stimmt es also, dass die Wirkung von Musik eine Art „Zauberei“ auslöst?

Der gemeinsame Ursprung von Musik und Sprache

Wenn wir über diese Begriffe reden, nehmen wir aus streng wissenschaftlicher Sicht eher an, dass es sich um Naturphänomene handelt. Wir können es bereits in der Frühzeit der Evolution verorten, weil wir sie mit zahlreichen Lebewesen teilen. Die Laute, also hörbarer Schall, Infraschall oder Ultraschall, dienten zunächst ausschließlich der Kommunikation oder der Orientierung. Für den Menschen ist der hörbare Schall am wichtigsten.

Dabei können wir getrost davon ausgehen, dass die Elemente der Kommunikation, gleich ob als Sprache oder als Musik, sowohl Zeichen wir auch Strukturen benötigen. Das Gehirn versucht stets, Strukturen aufzunehmen, um sie später mit neuen Erlebnissen zu vergleichen. Dabei können bemerkenswerte „Assoziationen“ entstehen. Das wären zum Beispiel zwei Denkprozesse, die zunächst keine logische Verbindung erkennen lassen.

Laute können Emotionen auslösen

Jeder Mensch hat einmal erlebt, dass Laute, Wörter oder Sätze bei ihm etwas „auslösen“ – das ist keine Mystik, sondern der Sinn von Sprache und Musik. Laut und leise, sanft oder heftig – der Klang spielt eine enorme Rolle. Wer „miteinander redet“, erkennt anhand der Struktur, welche Sinne er selbst oder der jeweils andere anspricht, um Gefühle zu erzeugen.

Das ist in der Musik keinesfalls anders. Manche Musikliebhaber haben längst vergessen, dass Musik in den Ursprüngen aus Rhythmen, natürlichen Sprachelementen und Melodien besteht. Je natürlicher die Sprache klingt, umso mehr kommen Klang und Worte beim Hörer an. Nichts deutet darauf hin, dass zur Erklärung dieses Phänomens „Mystik“ nötig wäre.

Musik bewegt - und löst Emotionen aus

Die Sprache kann in vielfältiger Weise Emotionen auslösen – und mancher hat schon erfahren, dass Musik es mindestens genauso gut kann. Und dennoch sind es immer wieder die eingehenden „Muster“, die mit dem Bekannten vergleichen werden und auf diese Weise auch wieder Stimmungen erzeugen. Das stille Sitzen und innige „Hineinhören“ in die Welt der Töne ist ohnehin nicht die einzige Art, Musik zu genießen oder ihren Sinn zu erfahren. „Emotionen“ sind bewegte Gefühle, und die Bewegung löst auch Aktionen aus – sei es Zuneigung, Tanz oder irgendetwas anderes.

Das Fazit - Musik existiert auch ohne "Mystik"

Mystik ist eine Denkweise, die behauptet, es gäbe etwas, das über das Erklärbare hinausgeht. Darüber kann man streiten – das Thema berührt die Religion, die Psychologie wie auch sehr viele kreative Menschen, die Kunst schaffen. Nicht alles, was unerklärlich ist, ist deshalb mystisch. Wenn „etwas“ überhaupt erkennbar wird, dann kommt es durch unsere Sinne in uns hinein und wird vom Gehirn verarbeitet. Letztlich entscheidet das Gehirn, ob wir emotional bewegt werden, ob wir die Klänge überhaupt bemerken oder ob alles in der „inneren Ablage“ verschwindet.

Die angeblichen „drei Typen“, die du beim Dating triffst– Maximizer, Romanticizer & Hesitater

Der Dating-Zirkus und seine Begriffe

Der Dating-Zirkus im Internet zieht zwar nicht mehr ganz so viele Enthusiasten an, aber er existiert weiter. Die „sozialen Medien“ mit ihren notorischen Schreihälsen und Schreihälsinnen wollen drei „Typen“ ausgemacht haben:

Romantiker(innen) – die Sache mit der Lust

Der traditionelle, eher unbefangene Typ im Dating-Rummel ist der Romantiker oder die Romantikerin. Diese Person lebt von der Hoffnung auf die große Liebe und verbindet dies mit dem Glauben, aufgrund ihrer Persönlichkeit auch ausgesprochen begehrenswert zu sein.

Das Urteil von Sehpferd:

Romantiker(innen) fassen das Zusammensein als Gefühl besonderer Art auf, das sich zwar nicht in der spontanen Begierde zeigt, aber durchaus im Wunsch, dem anderen auch körperlich nahezukommen. Sie wollen, dass der „Funke“ überspringt, was in Wahrheit bedeutet, sie könnte sich Sex mit dir vorstellen. Das bedeutet nicht, dass sie „jetzt und hier“ dazu bereit sind, aber es gehört zu ihrem Gesamtbild des Kennenlernens. Bleibt der Funke aus, dann lehnen sie weitere Treffen oft ab.

Tipp: Versuche, die Gefühle „reifen“ zu lassen. Suche die Nähe der anderen Person. Der „Appetit“ kommt oft erst beim Essen – und die Lust entwickelt sich oft aus intimen Berührungen oder Küssen.

Maximierer – mehr fordern als mitbringen

Seit Jahren finden wir viele lästige Maximierer(innen) in der Manege des Dating-Zirkusses. Solche Personen vergleichen die infrage kommenden Partner(innen) mit einer illusionären „perfekten“ Person. Sie selbst glauben von sich, perfekt zu sein – und wenn nicht das, so doch ausgesprochen begehrenswert.

Das Urteil von Sehpferd:

Maximierer(innen) glauben, einmalig zu sein, und sie zeigen nach Außen ein entsprechendes Selbstbewusstsein. Meist handelt es sich dabei um eine Fehleinschätzung – und durch die Überheblichkeit wird der Partner zumeist abgewertet. Das heiß: Maximierer erkennen weder den Wert noch die Attraktivität der anderen Person an. Sich mit ihnen zu treffen, ist fast immer verschwendete Zeit.

Tipp: Falls du auf eine Maximierer-Persönlichkeit triffst, dann versuche, das Date möglichst abzukürzen. Es hat keinen Sinn, deine Zeit mit einer Person zu verbringen, die „das Beste“ sucht, aber selbst höchstens „Durchschnitt“ ist. Wirklich herausragende Menschen treten nicht als „Maximierer" auf.

Zögerliche Personen – die Furcht vor Veränderungen

Immer wieder stoßen wir bei Dates auf „zaghafte“ Personen, auch „Zögerer“ genannt. Sie sind unsicher, weil sie eine Verschlechterung ihrer Lebenssituation befürchten, wenn sie sich binden. Diese Personen machen es sich schwerer als nötig: Der Gewinn, mit einem anderen Menschen zusammenzukommen, ist immer mit kleinen Verlusten verbunden.

Das Urteil von Sehpferd:

Zögerern fehlen oft die Möglichkeiten, zwischen der Chance auf einen Gewinn und dem Risiko eines Verlustes abzuwägen. Wenn du zögerlich bist, hilft ein Satz: „Was kann denn schlimmstenfalls passieren?“

Tipp: Dem Zögerer beweisen, dass er (sie) einen Vorteil davon hat, dich kennenzulernen. Das kann einige Zeit dauern, aber es beinhaltet auch die Möglichkeit, ihn oder sie zu überzeugen.

Die Kurzform: Was ist mit den drei Begriffen gemeint?

• Romantiker: „Ich verlasse mich zu sehr auf bestimmte Gefühle, Potenziale oder Hoffnungen statt auf die aktuelle Situation.“
• Maximierer: „Ich konzentriere mich zu sehr auf Vergleiche oder die Suche nach der perfekten Wahl.“
• Zögerer: „Ich lasse mich zu sehr von Angst oder Unsicherheit leiten und schiebe Entscheidungen hinaus.“

Die Alternative: Sei ein kluger Kenner / eine kluge Kennerin

Im Vergleich dazu könnte man von einem „klugen Kenner“ (oder einer klugen Kennerin) sprechen. Eine Person dieser Art kann alle dies:

1. Sich selbst richtig einschätzen.
2. Andere sicher einschätzen und beurteilen.
3. Den eigenen Marktwert kennen.
4. Kompromisse eingehen, die tragfähig sind.
5. Im richtigen Moment Entscheidungen fällen.


Insofern ist die Einteilung „der“ Partnersuchenden in Romantiker, Maximierer und Zögerer absoluter Unsinn. Sie entspricht vielmehr dem Zeitgeist, den die geschwätzigen „neuen“ Medien mit ihren Marktschreiern erst hervorgebracht haben.

Ernsthafte Partnersuche ohne Luxusansprüche und falsche Hoffnungen

Wer einen Partner oder eine Partnerin sucht, der betreibt etwas sehr Ernsthaftes. Er oder sie versucht, das eigene Leben zu bereichern, es neu zu gestalten und in einer veränderten Weise mit Inhalten zu füllen.

Im Grunde ist es ein Frevel, von irgendwelchen „Typen“ bei der Partnersuche zu reden. Zumal, wenn man vom Ziel ausgeht: das Lebensglück mit einem anderen Menschen zu finden.

Der Artikel wurde am 22.7. 2026 geringfügig verändert.