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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Wie klingt eigentlich ein Original-Instrument?

Giora Feidmann 2009 in Budapest
Instrumente klingen zunächst gar nicht. Sie werden nach handwerklichen oder computergestützten Verfahrensweisen darauf vorbereitet, dass ein geeigneter Spieler darauf Klänge erzeugen kann. Generell können Streichinstrumente auf mehrere Arten angeregt werden. Bässe beispielsweise können gezupft oder gestrichen werden, und sie „klingen“ dabei völlig unterschiedlich. Werden sie gezupft (wie im Jazz üblich) dann geht die Spielweise des Musikers besonders stark in den Klang ein.

Menschen prägen den Klang

Die Art, wie die Hand des Musikers mit dem Instrument umgeht, gilt natürlich auch für andere „Streichinstrumente“ und außerdem für Klaviere und Schlagzeuge.

Wie man hineinbläst, so schallt es heraus

Weniger bekannt ist, dass der Ton von Holz- und Blechblasinstrumenten von der Art abhängt, in dem das Instrument „geblasen“ wird. Ein Beispiel ist die Trompete, bei der das Mundstück in so enger Verbindung mit den Lippen steht, dass der Klang mit den Lippen „eingefärbt“ werden kann. Bei Holzbläsern ist dies etwas anders, aber dennoch können auch sie die Klangfarbe ihrer Instrumente erheblich verändern, beispielsweise bei der Klarinette. Sie „klingt“ deswegen bei Sinfonien anders als im Jazz oder in der Klezmer-Musik.

Kein einheitlicher Klang bei Musikinstrumenten

Die wenigen Instrumente, die ich genannt habe, mögen ausreichen, um zu beweisen, dass es keinen einheitlichen Klang der Original-Instrumente gibt. Bei der Aufnahme eines Musikstücks wird ja auch nicht beurteilt, wie ein Instrument „klingt“, sondern dass es so klingt, wie es tatsächlich angespielt wurde.

Musikalische Töne lassen sich auch auf Nicht-Musikinstrumenten erzeugen: auf Ölfässern, mit „singenden“ Sägen oder auf einer Glasharfe.

Vergessen sollten wir auch nicht, dass die menschliche Stimme in vielen Varianten Töne erzeugt.

Die Qualität der Musik im Original war und ist nicht immer eine Frage der exzellenten Aufnahmetechnik, sondern viel mehr eine Frage, wie sich die Musiker am Tag der Aufnahme gefühlt haben. Auf diese Weise sind Raritäten entstanden, zum Beispiel „Jazz at Massey Hall“.

Bild: Der Klarinettist Giora Feidman 2009 in Budapest © 2026 by Gebhard Roese

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