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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Die okkulte Seite der Musik - wo steckt die Mystik?

Jeder, der sich mit Musik beschäftigt, wird irgendwann einen Hinweis darauf finden, dass ihre Wirkung in Wahrheit auf Mystik beruht. Wenn man einen solchen Satz einmal gefunden hat, nehmen die Erklärungen dazu kein Ende mehr.

Auch die Psychologie kennt einen solchen Zweig, nach dem die Psyche eine Art „Urform“ hat, das sogenannte „kollektive Unterbewusstsein“. Stimmt es also, dass die Wirkung von Musik eine Art „Zauberei“ auslöst?

Der gemeinsame Ursprung von Musik und Sprache

Wenn wir über diese Begriffe reden, nehmen wir aus streng wissenschaftlicher Sicht eher an, dass es sich um Naturphänomene handelt. Wir können es bereits in der Frühzeit der Evolution verorten, weil wir sie mit zahlreichen Lebewesen teilen. Die Laute, also hörbarer Schall, Infraschall oder Ultraschall, dienten zunächst ausschließlich der Kommunikation oder der Orientierung. Für den Menschen ist der hörbare Schall am wichtigsten.

Dabei können wir getrost davon ausgehen, dass die Elemente der Kommunikation, gleich ob als Sprache oder als Musik, sowohl Zeichen wir auch Strukturen benötigen. Das Gehirn versucht stets, Strukturen aufzunehmen, um sie später mit neuen Erlebnissen zu vergleichen. Dabei können bemerkenswerte „Assoziationen“ entstehen. Das wären zum Beispiel zwei Denkprozesse, die zunächst keine logische Verbindung erkennen lassen.

Laute können Emotionen auslösen

Jeder Mensch hat einmal erlebt, dass Laute, Wörter oder Sätze bei ihm etwas „auslösen“ – das ist keine Mystik, sondern der Sinn von Sprache und Musik. Laut und leise, sanft oder heftig – der Klang spielt eine enorme Rolle. Wer „miteinander redet“, erkennt anhand der Struktur, welche Sinne er selbst oder der jeweils andere anspricht, um Gefühle zu erzeugen.

Das ist in der Musik keinesfalls anders. Manche Musikliebhaber haben längst vergessen, dass Musik in den Ursprüngen aus Rhythmen, natürlichen Sprachelementen und Melodien besteht. Je natürlicher die Sprache klingt, umso mehr kommen Klang und Worte beim Hörer an. Nichts deutet darauf hin, dass zur Erklärung dieses Phänomens „Mystik“ nötig wäre.

Musik bewegt - und löst Emotionen aus

Die Sprache kann in vielfältiger Weise Emotionen auslösen – und mancher hat schon erfahren, dass Musik es mindestens genauso gut kann. Und dennoch sind es immer wieder die eingehenden „Muster“, die mit dem Bekannten vergleichen werden und auf diese Weise auch wieder Stimmungen erzeugen. Das stille Sitzen und innige „Hineinhören“ in die Welt der Töne ist ohnehin nicht die einzige Art, Musik zu genießen oder ihren Sinn zu erfahren. „Emotionen“ sind bewegte Gefühle, und die Bewegung löst auch Aktionen aus – sei es Zuneigung, Tanz oder irgendetwas anderes.

Das Fazit - Musik existiert auch ohne "Mystik"

Mystik ist eine Denkweise, die behauptet, es gäbe etwas, das über das Erklärbare hinausgeht. Darüber kann man streiten – das Thema berührt die Religion, die Psychologie wie auch sehr viele kreative Menschen, die Kunst schaffen. Nicht alles, was unerklärlich ist, ist deshalb mystisch. Wenn „etwas“ überhaupt erkennbar wird, dann kommt es durch unsere Sinne in uns hinein und wird vom Gehirn verarbeitet. Letztlich entscheidet das Gehirn, ob wir emotional bewegt werden, ob wir die Klänge überhaupt bemerken oder ob alles in der „inneren Ablage“ verschwindet.

Hörst du Töne?

Das Hören ist ein sehr komplizierter Vorgang
Wahrscheinlich hörst du die Laute der Menschen. Vielleicht siehst du dabei ihre Gebärden. Beides zusammen macht noch keinen menschlichen Dialog aus. Denn um jemanden „zu verstehen“ brauchst du noch die Sprache, oder technisch ausgedrückt – zwei übereinstimmende Zeichenvorräte. Sie bestehen aus Buchstaben, Wörtern und Sätzen. Die gute Nachricht: Menschen können sich über Worte austauschen und dabei Gemeinsamkeiten finden. Das ist toll, denn so entstehen Freundschaften und dauerhafte Beziehungen.

Das Gehirn entscheidet, was und wie wir hören

Wenn wir genauer hinsehen, hat dies zwar etwas mit dem „Hören“ zu tun, aber die Informationen müssen erst „bearbeitet“ werden. Das erledigt unser Gehirn gewöhnlich sehr zuverlässig, manchmal aber auch ziemlich hakelig. Das Gehirn ist immer verwirrt, wenn es etwas nicht genau erkennen kann – ein Fremdwort zum Beispiel oder eine Fremdsprache. Manchmal schadet das, aber oftmals können wir uns aus dem Zusammenhang erklären, was ein Wort bedeuten soll.

Beim Musikhören ist die Sache so ähnlich. Wir hören zwar ein Musikstück mit dem Ohr, aber das reicht auch hier nicht. Unser Gehirn versucht, die Töne, Tonfolgen, Geräusch und Rhythmen miteinander zu verbinden und sucht nach Gemeinsamkeiten mit dem Bekannten. Manchmal gelingt dies beim Erwachsenen sofort, gelegentlich erst nach mehrfachem Hören und häufig gar nicht.

Natürliche Töne und die Erinnerung an Tonfolgen

Der Grund liegt einerseits in der Evolution, die dafür gesorgt hat, dass wir bestimmte Rhythmen, Tonhöhen und Tonfolgen als „natürlich“ wahrnehmen. Andererseits spielt eine erhebliche Rolle, wie wir „Musik“ in jungen Jahren erlebt haben – sei es als Zuhörer, Sänger oder Spieler. Das mag der Grund sein, warum manche Menschen sogenannte „klassische Musik“ hören wollen, andere eher Schlager oder echte Volksmusik und wieder andere Jazz oder Rock.

Eine weitere Frage ist, ob man die Musik unmittelbar so erlebt hat, wie sie gespielt oder gesungen wird – oder ob man sie ausschließlich aus Medien kennt. Am Schluss dieser Kette steht die Frage: Wenn wir sie ausschließlich über Medien gehört haben, wie authentisch war dann die Wiedergabe?

Kontroverse Ansichten über die Wiedergabe von Tönen

Die letzte Frage wird recht kontrovers beantwortet. Dem alten Dampfradio oder einem vergleichbaren tragbaren Radio (Kofferradio) fehlten manche Obertöne und Bässe. Moderne Hi-Fi „High-End“-Anlagen geben das wieder, was aus dem Mischpult kommt – also eine Musik, die bereits auf bestimmte Hörgewohnheiten zugeschnitten wurde.

Streitpunkt MP3-Formate

Interessant ist auch, dass die meisten der heutigen Musikstücke im MP3-Format übertragen werden. Diese Komprimierung überträgt nur etwa 15 Prozent der „authentischen“ Aufnahmen. Vielen Menschen erscheint der „Sound“ aber als „qualitativ hochstehend“.

Wie kommunizieren wir über Musik?

Kehren wir zurück zum Menschen: Einem Musiker oder einem Chormitglied kann man vorspielen oder vorsingen, wie man etwas „hören will“. Die meisten Zuhörer können (und wollen) das gar nicht wissen. Sie wissen nur, wie sie selbst etwas hören. Sobald sie darüber kommunizieren, geht etwas von der musikalischen Empfindung verloren.

Interessant dürfte auch sein, dass wir uns bei Musik so gut wie nie an die Klangqualität erinnern können. Stattdessen erinnern wir uns an die Struktur der Musik, also an Rhythmen, Melodienfolgen, Gesangstexte und dergleichen.

Das ist ganz ähnlich, als wenn man jemandem ein Gefühl erklären will. Je mehr Worte man dafür benötigt, umso mehr wird das Gefühl verfälscht.

Bild: Aus Fritz Kahn: "Das Leben des Menschen", Stuttgart 1929, Grafik von Fritz Schüler.
Kontrovers erläutert: Im Deutschlandfunk Kultur.

Jazz – schon beim Wort scheiden sich die Geister

Dieser Tage bin ich wieder einmal auf die „Herkunft“ des Jazz gestoßen, über die es mehr Mythen als Wahrheiten gibt. Was ist aber mit der Definition selbst?

Ich erfahre, dass wir dies glauben sollen: Das Wort soll aus dem Bereich des Sports kommen – und räumlich gesehen aus Kalifornien. Verwendet wurde es demnach 1913 – also etwa 4 Jahre bevor der Name im Zusammenhang mit Musik erwähnt wurde.

Die Bedeutung soll damals etwa unserem Lehnwort „Elan“ entsprochen haben, das in etwa „Begeisterung“ bedeutet.

Doch ist dies wahrscheinlich?

Chasser - Chass - Jass?

Ich denke nicht – denn sehr viel wahrscheinlicher ist, dass dieses Wort aus dem Französischen kommt. Das Wort „chasser“ kommt aus dem Bereich der Jagd, steht aber auch für „getrieben werden“. Wie wäre es, wenn man den Ragtime schneller spielte als auf dem Klavier üblich, einfach "Jass" nannte?

Dafür spricht vor allem, dass in Louisiana noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch Französisch (Cajun) gesprochen wurde.

Vermutliche Fehlannahmen

Es gibt einige andere Ansichten. Einige Autoren nehmen an, dass „jaser“, ebenfalls ein französisches Wort, beim Jazz Pate gestanden hätte. Es ist nahezu restlos unwahrscheinlich. Auch die Ähnlichkeit mit dem Wort „Jizz“ ist rein zufällig – das Wort steht für „Ejakulat“ – es hat mit Jazz also gar nichts zu tun, auch wenn das „ein Musiker meint“.

Kein Jazz im Bordell

Die Verbindung zwischen „Jazz“ und „Bordell“ ist übrigens ein Märchen. New-Orleans-Bordelle leisteten sich zwar oftmals einen Pianisten, auf keinen Fall aber eine „Jazzband“, die viel zu laut für ein derartiges Etablissement gewesen wäre. Dieser Pianist, den man auch "Professor" nannte, spielte alles, was man von ihm verlangte, von Quadrillen über Populärmusik bis zu Ragtime. Von „Jazz“ konnte dabei keine Rede sein.

Dixieland-Jazz - Jazz aus dem Süden der USA

Die musikalischen Etiketten, wie etwa „New Orleans Jazz“ oder auch „Dixieland“ wurden erst in späteren Jahren vergeben. Der Name „Dixieland“ sagt nichts anderes aus, als dass die Musik aus dem Süden der USA kam. Die Bezeichnung leitet sich von der 10-Dollar Note her, auf der die Zahl zehn als „Dix“ stand.

Etiketten zur Vermarktung - "New Orleans Jazz" und "Dixieland"

Beide Begriffe – also sowohl „New Orleans Jazz“ wie auch „Dixieland“ wurden erst durch Studio-Aufnahmen zu Etiketten für die angebliche „Stilrichtung“. Nach relativ einhelliger Meinung wurde Jazz vor allem über die Schallplatten populär, weniger über die amerikanischen Mittelwellensender, die nach meiner Kenntnis erst zwischen 1920 und 1925 Jazz-Sendungen ausstrahlten.

Quellen und andere Meinungen

Hallo: Ich kann irren. Wer meint, das etwas an diesem Artikel nicht stimmt, der kann ihn gerne kommentieren.

Quellen mit gegenteiligen Behauptungen:

Wikipedia
Dictionaryblog

Ich empfehle darüber hinaus, unbedingt einmal bei "Jazzseite.at" vorbeizuschauen. Dort ist zu lesen, dass der Jazz bis in die 1920-er Jahre immer noch mehr oder weniger "Ragtime" war.


Musik anders ansehen - und besser verstehen

Musik ist im Grunde Kommunikation, so wie die Sprache selbst. Über ihre „Ursprünge“ wird viel gestritten, aber der gesamte Streit ist auf europäische Hochkulturen ausgerichtet.

Am besten gefällt mir noch der Satz „Musik ist eine affektive Lautäußerung“ – das heißt, sie zielt auf die Gefühle ab. Dies ist den Puristen allerdings nicht genug – sie vermuten, dass dabei der „Kunstcharakter“ der Musik zu kurz kommt.

Die Anfänge der Musik - rhythmische Lautäußerungen

Die Anfänge der Musik suchen wir am besten dort, wo auch die Anfänge der Sprache liegen: Sie beginnt mit strukturierten Lauten, etwa so, wie Oscar Brown jr textete (1):

They say it began with a chant and a hum
And a Black hand laid on a native drum.

Aus der Kombination von Singen und Summen und einer Hand, die eine Trommel schlägt, ist demnach die Musik entstanden.

Einfache Erklärungen schlagen komplizierte Theorien

Der einfache Satz fasst so gut wie alle Erklärungen zur Entstehung der Musik zusammen. „Am Anfang war der Rhythmus“ (2) erklärt, dass wir Menschen zunächst die Zeit nutzen, um Struktur in die Abfolge der Töne zu bringen. Die Töne gab es schon vorher, denn die Natur hatte schon längst bestimmte Formen der Kommunikation erfunden, die auf Lautäußerungen basierten. Wo die Balz drauf beruhte, Töne zu erzeugen, hatten die Exemplare mit dem überzeugendsten Ton die größte Chance, sich fortzupflanzen.

Gefühle und Musik - nicht Magie, sondern Teil der Evolution

Der Austausch von Tönen dient also der Kommunikation - und aus dieser Kommunikation können dann wieder Gefühle entstehen. Wie dieser Prozess funktioniert, ist weitgehend unbekannt, aber er ist unzweifelhaft ein Erbe der Evolution. „Ähnlich zu fühlen“ ist das Ziel, und um dies zu reichen, eignen sich Töne ebenso wie Gesten und Berührungen. Dieser Prozess wird also keinesfalls vom Verstand getragen, sondern ergibt sich aus dem „gemeinsamen Empfinden“ von zwei oder mehreren Teilnehmern.

Interpreten und Zuhörer

Im Laufe der Geschichte der Menschheit haben sich die Teilnehmer an diesem Prozess in Interpreten (ausführende Musiker) und Zuhörer aufgeteilt. Solange beide zugleich anwesend sind, findet auch nach wir vor eine Kommunikation zwischen beiden Gruppen statt. Mir ist bewusst, dass dies in den großen Konzerten der sogenannten „klassischen Musik“ selten wahrgenommen wird, aber ich habe schon selber Konzerte erlebt, in denen die Kommunikation seitens der Ausführenden gefördert wurde.

Fazit, Entzauberung und Liebe zur Musik

Das war es in Ultrakurzfassung. Ich hoffe, mit diesen Sätzen einen Beitrag zur „Entzauberung“ der Musikgeschichte beigetragen zu haben. Wenn es eine „magische Wirkung der Musik“ gibt, dann entsteht sie in uns selbst – und nur wir können ermessen, was dies für uns bedeutet. Möglicherweise ist diese Wirkung so unerklärlich wie die individuelle Liebe.

(1) Zitat aus der "Freedom Now Suite" - It's all Africa.
(2) Hans von Bülow, Zitiert nach "Musik und Gesellschaft", Berlin 1960.

Der ESC – sinnlose Monstershow mit Stimmen als Beiwerk?

Dann und wann wurde ich auf eine Stimme aufmerksam – doch selbst diejenigen, die singen konnten, kamen nicht so recht zur Geltung. Sie versanken in einem nahezu unerträglichen Brei von optischen Effekten.

Was mich zu der Frage führt: Welche Bedeutung hatten die Stimmen (die auf der Bühne) überhaupt? Sind es nur die Endprodukte der Musikbranche, die Marionetten auf der Bühne? Ich erinnere mich an einem Kommentar, dass man das Ganze auch mithilfe von KI produzieren könnte. Braucht man dann noch eine „Sängerin“, einen „Sänger“ oder eine Gesangsgruppe als Alibi für einen „Songcontest“?

Ethik der Widersprüche ?

Man versucht, das Publikum mit der Show einzulullen, nicht mit überzeugendem Gesang. Man versuchte, Friede, Freude und Eierkuchen zu produzieren – freilich ohne dass die Ausführenden das Wort „Friede“ in den Mund nehmen duften. Einerseits traten die Sängerinnen in gewagter, knapper oder nahezu anzüglicher Bekleidung auf – dann wieder vollzogen die Damen einen Hofknicks vor den schwedischen Vorstellungen von Feminismus. Das zeigte sich vor allem daran, dass die sinnfrei hinzugefügten „Hupfdohlen“ „aka „Tänzer(innen)“ früher weiblich waren, während sie heute männlich sind, sobald eine Frau auftritt.

Ach ja – und dann war da noch Holland. Ein Mann hat angeblich eine Kamerafrau beleidigt – ach du liebes Lieschen! Wie frevelhaft! Es passt ins Bild.

Über den Rest der „Politik“ will ich gar nicht reden. Ja, ich habe gehört, wie im Saal gebuht wurde. Das ist nicht fair, weil im Grunde kein Sänger und keine Sängerin die Politik des Heimatlandes repräsentiert.

Allerdings kann außerhalb der angeblich heilen Welt eines ESC jeder Mensch seine Meinung haben und auch zeigen.