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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Wie wir Musik hören – ist MP3 eine Gefahr für die Jugend?

Musik konnte man vor 50 Jahren über ein Radio, eine Schallplatte oder eine Magnetbandaufnahme hören. Manchmal hörten wir sie ganz ohne „Medium“ – in Freiluftkonzerten, die jeweils im Sommer veranstaltet wurden, in Stadien und Mehrzweckhallen und gelegentlich natürlich auch in traditionellen Konzertsälen.

Sehr unterschiedliche Qualitäten, egal, aus welcher Quelle die Musik kam

Wer dies getan hat, weiß recht gut, wie unterschiedlich die Qualität der Klänge war. Ein Radio? Da brauchte man eine gute Antenne, vielleicht sogar einen Antennenrotor. Das Ergebnis war aber nicht das, was sich der „ernsthafte Musikfreund“ wünschte. Auch der Hinweis, dass der UKW-Rundfunk (FM) ja den ganze Frequenzbereich des Gehörs umfasste, wurde mild lächelnd abgetan.

Waren die Musik-Freaks von damals mit anderen Tonquellen zufriedener?

Ein Tonband oder eine Kassette? Spitzenqualität? Ja, im Studio- und bei Geräten, die im halbprofessionellen Bereich eingesetzt wurden. Schließlich war einige Jahrzehnte lang jede Schallplatte vorher ein Tonband – stark vereinfacht und sehr salopp gesagt. Nach der Aufnahme wurde dann die Version hergestellt, die später eine Schallplatte oder eine CD wurde.

Die Schallplatte und Hi-Fi - idealer Klang?

Womit wir zunächst bei den Schallplatten wären. Sie galten bei jeder Hi-Fi-Vorführung als Krönung der Musikwiedergabe. Die Musikliebhaber glaubten, feinste Töne aus ihnen heraushören zu können. Selbst wenn sie es konnten: Schallplatten rauschen gelegentlich, knistern leider oftmals, und sie altern durch Abnutzung. Von „Abtastfehlern“ war viel die Rede, und diejenigen, die davon sprachen, behaupteten, es gäbe Geräte, die fast ohne solche Fehler arbeiteten. Um mal etwas sinnvollen Zynismus zu verwenden: Nur eine Schallplatte, die niemals oder nur einmal abgespielt wurde, war absolut frei davon, den „taufrischen“ Klang wiederzugeben. Ich will nicht behaupten, dass es keine Mittel gegen die Abnutzung gab – etwas Abtast-Systeme, die sensibler mit der empfindlichen „Rille“ umgingen. Und dennoch muss dieser dazu gesagt werden: Die meisten Musikkenner hören keine „Schallplatten“, sondern die Musik, die in die Rillen eingepresst wurde, auch wenn die Wiedergabe gewisse Mängel hat.

Die Mythen rund um die Schallplatte

Über den Tonträger „Schallplatte“ könnte man noch mehr sagen – er ist von Mythen durchdrungen. Dazu gehört nicht nur die Botschaft, dass sie „weicher klingen“, sondern auch allerlei andere Behauptungen. Beispielsweise die Überzeugung, dass alleine Schallplatten „den natürlichen, analogen Ton“ wiedergeben.

Gute Schallplatte - Gute CD - Gefahr durch MP3?

Von der Schallplatte ging es zur CD – und über verschiedene Techniken dann zu so etwas wie „MP3“ oder andere Formate. Soweit der Stand heute.

Seit einigen Jahren wird ein Streit angefacht: Verlieren die jungen Leute, die Generation „Z“ oder wer auch immer, den Zugang zur Musik, weil sie „MP3“ hören.

Ein Einwand gegen viele „naturwissenschaftliche“ Erklärungen: Musik, die vom Gehirn „genau abgetastet“ führt immer zu mehr Anstrengung. Oder mal mit anderen Worten: Free Jazz zu hören ist anstrengender als Dixieland. Die wesentliche Rolle beim Hören, vor allem aber beim „Erkennen“ der Strukturen von Klängen, spielt immer die Musik selbst – nicht die Wiedergabe.

Jeder hört anders

Und zuletzt noch diese: Jeder von uns hört anders. Viele Menschen, die noch „das alte Dampfradio“ in Luxusausführung kannten, bevorzugen bis heute einen weichen „Sound“ und glauben, dass genau dieser Klang ideal ist. Sollten sie jemals in einen Konzertsaal gehen, denn würden sie sich wundern, wie „scharf“ dort die Streicher klingen.

Quellen:

Kritisch über MP3: Deutschlandfunk, Die Welt .

Empfohlen: Wissensblog (ausführlich und objektiv).

Der „absolut authentische Klang“ – eine Illusion

Der „absolut authentische Klang“ der Musik über ein technisches Medium ist eine Illusion. Kaum jemand bezweifelt, dass es ein schöne Illusion ist. Aber wie steht es mit der Realität der Musikwiedergabe?

Die Frage, ob du in einem Wohnraum einen „authentischen Klang“ erzeugen kannst, ist einfach zu beantworten.

Wenn du, das bespielte Instrument und die musizierende Person sich im gleichen Raum befinden, ist der Klang (jedenfalls für dich) immer authentisch. Das Gleiche gilt, wenn du dich mit dem Interpreten in einer Aula oder einem Konzertsaal befindest - und ebenso dann, wenn das Konzert im Freien oder in einem Zelt stattfindet.

Allerdings gilt das alles nur, wenn der Ton vom Instrument selbst abgestrahlt wird und er dein Ohr „unbearbeitet“ erreicht.

Ein Konzertflügel erscheint - und sein Klang soll zu dir wandern

Mit einem oder mehreren Lautsprechern in deinem Wohnzimmer funktioniert das nicht. Nehmen wir als Beispiel für die Quelle der Musik einen Konzertflügel. Bei diesem Instrument wird der Schall mithilfe des Resonanzbodens auf einer sehr großen Fläche abgestrahlt.

Mikrofone, Breite, Stereo und die Abmischung der Klänge

Studioaufnahme, einen Zuhörer im Parkett simulierend
Wenn wir von einer Audio-Aufnahme reden, werden Mikrofone als „Tonabnehmer“ eingesetzt. Der Klang, der dabei aufgenommen wird, entsteht also dort, wo die Mikrofone stehen. Bei der Aufnahme von Klavierstücken werden meist zwei oder drei Mikrofone eingesetzt, die pro Kanal verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Zunächst wird dabei der Klang aufgenommen, der in einer mittleren Entfernung zum Resonanzboden einsteht. Er ist etwas schärfer als der Klang des „gewöhnlichen“ Zuhörers im Parkett oder im ersten Rang. Dieser wird ebenfalls eingefangen, allerdings aus einer größeren Entfernung. Manchmal werden noch weitere Mikrofone eingesetzt, die für den „atmosphärischen“ Eindruck sorgen sollen. Wie diese drei Tonquellen später abgemischt werden, ist das Geheimnis der Aufnahmeleiter.

Noch ist der Klang unverfälscht, auch wenn er bereits angepasst wurde

Trotz dieser Manipulationen bliebt der Klang dabei unverfälscht. In der Praxis wird immer ein Sitz im Konzertsaal von guter Qualität als Referenz gewählt. Dennoch kann der Musikhörer in einem Konzert über dem Pianisten (Rang), unter dem Pianisten (erste Reihen Parkett) oder auf der gleichen Ebene mit dem Pianisten sitzen. Auch diejenigen, die nie ein Konzert besucht haben, werden mit dieser Aufnahmetechnik glücklich.

Der Klang selbst kann am Mischpult Grunde in jeder beliebigen Richtung verändert werden. Das ist der Vorteil, aber auch der Fluch der Musikübertragung. Was wirklich „hinten heraus“ kommt, zeigt sich aber erst im Hörraum. Genau an dieser Stelle kommt der Lautsprecher ins Spiel.

Eine kleine, kreiselförmige Schallquelle ist kein "Musikinstrument"

In den weitaus meisten Fällen ist ein Lautsprecher eine kreisförmige Schallquelle, die durch den Stereo-Effekt eine gewisse Verbreiterung erfährt. Auf diese Weise wird auch der Effekt einer „flächigen“ Wiedergabe beim Konzertflügel zurückgewonnen.
Der Unterschied zum „Original“ besteht nun aber darin, dass der Schall sich im Wohnzimmer so ausbreitet „wie es gerade antrifft“. Egal, was du darüber denkst - er breitet sich in jedem Fall anders aus als im Freien, im Tonstudio oder im Konzertsaal.

Zeit für ein Fazit - die Wiedergabe im Wohnraum

Ein Flügel, der über einen Lautsprecher in dein Wohnzimmer hineinschaut, kann nicht „genau so“ klingen, als würde er dort drüben auf dem Teppich stehen. Der Klang ist zwar ein Abbild des Originals, aber eines, das möglichst überall abgespielt werden kann, und eben auch auf deiner persönlichen Hi-Fi-Anlage. Die Qualität, die dabei erreicht wird, übertrifft in der Regel heutzutage die Normen für gute Musikwiedergabe bei Weitem.

Für viele Musikarten reicht eine Anlage mit mittlerer Qualität

Preiswerte Anlagen sind völlig ausreichend für alle Arten von akustischer Musik. Die „großen Konzerte“ der klassischen Musik gelten als Ausnahme - aber sie sollten ohnehin „live“ gehört werden.

Das Erstaunliche zuletzt: Solo-Instrumente, menschliche Stimmen, Kammermusik und Jazz können mit nahezu allen modernen Hi-Fi-Geräten in mittlerer Qualität hervorragend wiedergegeben werden. In den weitaus meisten Fällen sind also keine High-End-Gerät erforderlich und sogar die oftmals verpönten Regallautsprecher bringen hervorragende Ergebnisse.

Ich habe für dieses Beispiel absichtlich einen Flügel gewählt, weil vielen Menschen bewusst ist, wie er in einem kleinen Raum klingen kann.

Vergleiche: Sengspielaudio.

Hinweis: Die gezeigte Aufstellung ist eine der Möglichkeiten, ein Stück aufzunehmen, das auf einem Konzertflügel eingespielt wurde. In diesem Fall wird die Perspektive eines Zuhörers im Parkett angedeutet. Die Höhe der Mikrofone wie auch deren Entfernung vom Resonanzboden kann variieren.

Digital

„Im richtigen Leben besteht nicht alles aus Nullen und Einsen.“ Der untersuchende Urologe will damit sagen: „So ganz genau weiß niemand, wie eine Genesung verläuft.“

Damit rennt er bei mir offene Türen ein. Aber er sagt dies, weil er in meiner Patientenakte gelesen hat, dass ich einst IT-Organisator war.

Manchmal muss ich mich mit Menschen auseinandersetzen, die „digital“ nicht verstanden haben. Es bedeutet in der allgemeinsten Formulierung: in „erkennbaren Zeichen“ und nicht mehr. Wie diese Zeichen gestaltet werden, ist keine Frage der IT-Technik.

Erkennbare Zeichen werden von Menschen und Maschinen verstanden, die über den gleichen Zeichenvorrat verfügen. Das heißt, das Zeichen, das „A“ verwendet, muss auch „B“ bekannt sein. Ob Rauchzeichen, Trommel, die Gebärdensprache der Taubstummen, ein Werk von Hegel oder Flaggensignale: Beide Teile, Sender und Empfänger, verfügen über den gleichen Zeichenvorrat.

Analog und digital - am Bespiel der Uhr

Etwas muss klar sein: Das Gegenteil von „digital“ ist „analog“. Nehmen wir eine Uhr mit Zifferblatt. Die meisten von ihnen arbeiten „innerlich“ digital, aber wir lesen sie „analog“ ab. Dazu ist ein bestimmtes Wissen nötig, das jedes Kind lernt, und es ist eine Art „Spezialwissen“, dass nur für Uhren mit Zifferblatt gilt. Eine Uhr mit Ziffer (Digits) lässt sich hingegen ohne dieses Wissen ablesen.

Digitale Kommunikation

Das Problem mit dem Wort „digital“ beginnt schon bei der „digitalen Kommunikation“. Lexika wollen uns oft erklären, das sei Kommunikation über digitale Medien, also beispielsweise der E-Mail-Verkehr. Das ist unlogisch, denn dann wäre ein handgeschriebener Brief, der im Briefkasten landet, „analoge Kommunikation“. In Wahrheit ist es die Kommunikation, die über erkennbare Zeichen (oder Zeichenketten) abläuft und damit nahezu identisch mit der „verbalen Kommunikation“. Allerdings ist nicht jede Kommunikation in bekannten Zeichen „verbal“, sodass auch dieser Begriff hinkt. Zum Verständnis: Eine „analoge“ Kommunikation besteht aus Gestik und Mimik, und sie entstand entwicklungsgeschichtlich vor der Sprache. Allerdings werden mit zunehmender Zivilisation nicht mehr alle diese „analogen“ Gesten verstanden.

Digital und analog im Denkprozess

Umstritten ist, ob unsere Gedanken schon in der gleichen „Sprache“ stehen, wenn wir sie noch nicht ausgesprochen haben. Ich votiere für „Nein“. Wer kreativ ist, wird wissen, dass viele Gedanken, vor allem aber Gefühle, ziemlich formlos sind. Die Leistung des Menschen besteht nun darin, dieses „analoge“ Gedankengut zu digitalisieren, also in Worte zu fassen. Wahrscheinlich wissen viel von euch, wie schwer ihnen dies fällt. Immerhin ist dies ein Thema, bei dem noch Forschungsbedarf besteht.

Digital und analog in der Fotografie

Noch bis vor wenigen Jahren galten Digitalfotos als „minderwertig“. Heute haben selbst Lichtbilder, die mit Handy-Kameras erzeugt wurden, eine ganz ausgezeichnete Qualität. Die meisten Nutzer von Analog-Kameras arbeiten zudem mit der Digitalisierung, um Bilder zu speichern und weiter zu bearbeiten. Ein weiterer Vorteil der Digitalfotografie ist die Möglichkeit einer gezielten Nachbearbeitung, sie es bei Farben, Konturen oder Kontrasten, die sich bei der Aufnahme nicht beherrschen ließen.

Digital und analog in der Musikwiedergabe

Hellhörig bin ich erst geworden, als ich eine damals noch recht neue Aufnahme von „Scheherazade“ (Rimski-Korsakow) auf CD hörte. Alles klang ungeheuer transparent und dennoch entsprechend wuchtig. Das Geheimnis hieß „Digitalisierung“, und sie begann bereits bei den verwendeten Mikrofonen. Auf diese Weise gab es wenig Verluste, und das, was am Ende bei mir ankam, verlangte nur noch nach zwei Dingen: einem Umsetzer von „digital“ in „analog“ und einem Schallwandler (aka Lautsprecher). Der ist nach wie vor das schwächste Glied in der Übertragungskette, weil er das analoge elektronische Signal in Verbindung mit der vorhandenen Raumakustik in Schall zurückverwandelt. Insofern kann „klein, kompakt und preiswert“ immer die bessere Lösung sein.

Musikwiedergabe: ein weites Feld für Ideologen

Musikwiedergabe ist ein Thema für Physiker, Ingenieure, Techniker und Akustiker - und leider auch für Ideologen, besonders, wenn es „digital“ wird. Mit der Materie habe ich mit jahrelang beschäftigt. Denn viele Aussagen über „Musikwiedergabe“ beruhen auf Unkenntnis, Ideologie oder Interessen der Hersteller. Der wesentliche Weg zur Wahrheit ist einfach: Es gibt keine authentische „analoge“ Musikübertragung außer bei Konzerten in Hörweite der Musiker. Ob Grammofon, Luxus-Schallplattenspieler, CD oder Streaming – was herauskommt, ist mindestens zwei Mal, häufig aber deutlich öfter gewandelt, bevor es an eure Ohren gelangt. Wer Schallplattenspieler für Geräte zum analogen Musikgenuss hält, der mag das tun. Aber was wirklich passiert, ist eine rein mechanische Abtastung des Mediums, die nur mit einem enormen Aufwand und sehr viel Pflege zu brauchbaren Ergebnissen führt. Ob es sich lohnt? Möglicherweise schon deshalb nicht, weil alles, was vor dem Schneiden und Pressen der Platte geschah, aus digitalen Quellen kam.

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Für eine ausgezeichnete Musikwiedergabe müssen Sie …

Für eine ausgezeichnete Musikwiedergabe müssen Sie …

Wie würden Sie diesen Satz beenden?

Es gab Zeiten, zu denen man gesagt hätte, Sie müssten vor allem tief in die Tasche greifen. Ich erinnere ich noch an die Zeiten, an denen die Menschen mit Watts, Klirrfaktoren, Kabelquerschnitten und Ähnlichem argumentierten.

Übrigens höre ich gerade Jazz24, ein Sender, der in den USA beheimatet ist und den ich via Mini-Computer empfange. Der Datenstrom geht dann über die eingebaute Sound-Lösung an den Kopfhöreranschluss und von dort an einen der preiswertesten TEAC-Receiver. An dem wiederum hängen ein paar recht, recht alte Bassreflexboxen.

Also: Für eine ausgezeichnete Hi-Fi-Musikwiedergabe müssen Sie … wie würden Sie diesen Satz beenden? Ich bin gespannt, was Sie zu sagen haben ...