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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Die angeblichen „drei Typen“, die du beim Dating triffst– Maximizer, Romanticizer & Hesitater

Der Dating-Zirkus und seine Begriffe

Der Dating-Zirkus im Internet zieht zwar nicht mehr ganz so viele Enthusiasten an, aber er existiert weiter. Die „sozialen Medien“ mit ihren notorischen Schreihälsen und Schreihälsinnen wollen drei „Typen“ ausgemacht haben:

Romantiker(innen) – die Sache mit der Lust

Der traditionelle, eher unbefangene Typ im Dating-Rummel ist der Romantiker oder die Romantikerin. Diese Person lebt von der Hoffnung auf die große Liebe und verbindet dies mit dem Glauben, aufgrund ihrer Persönlichkeit auch ausgesprochen begehrenswert zu sein.

Das Urteil von Sehpferd:

Romantiker(innen) fassen das Zusammensein als Gefühl besonderer Art auf, das sich zwar nicht in der spontanen Begierde zeigt, aber durchaus im Wunsch, dem anderen auch körperlich nahezukommen. Sie wollen, dass der „Funke“ überspringt, was in Wahrheit bedeutet, sie könnte sich Sex mit dir vorstellen. Das bedeutet nicht, dass sie „jetzt und hier“ dazu bereit sind, aber es gehört zu ihrem Gesamtbild des Kennenlernens. Bleibt der Funke aus, dann lehnen sie weitere Treffen oft ab.

Tipp: Versuche, die Gefühle „reifen“ zu lassen. Suche die Nähe der anderen Person. Der „Appetit“ kommt oft erst beim Essen – und die Lust entwickelt sich oft aus intimen Berührungen oder Küssen.

Maximierer – mehr fordern als mitbringen

Seit Jahren finden wir viele lästige Maximierer(innen) in der Manege des Dating-Zirkusses. Solche Personen vergleichen die infrage kommenden Partner(innen) mit einer illusionären „perfekten“ Person. Sie selbst glauben von sich, perfekt zu sein – und wenn nicht das, so doch ausgesprochen begehrenswert.

Das Urteil von Sehpferd:

Maximierer(innen) glauben, einmalig zu sein, und sie zeigen nach Außen ein entsprechendes Selbstbewusstsein. Meist handelt es sich dabei um eine Fehleinschätzung – und durch die Überheblichkeit wird der Partner zumeist abgewertet. Das heiß: Maximierer erkennen weder den Wert noch die Attraktivität der anderen Person an. Sich mit ihnen zu treffen, ist fast immer verschwendete Zeit.

Tipp: Falls du auf eine Maximierer-Persönlichkeit triffst, dann versuche, das Date möglichst abzukürzen. Es hat keinen Sinn, deine Zeit mit einer Person zu verbringen, die „das Beste“ sucht, aber selbst höchstens „Durchschnitt“ ist. Wirklich herausragende Menschen treten nicht als „Maximierer" auf.

Zögerliche Personen – die Furcht vor Veränderungen

Immer wieder stoßen wir bei Dates auf „zaghafte“ Personen, auch „Zögerer“ genannt. Sie sind unsicher, weil sie eine Verschlechterung ihrer Lebenssituation befürchten, wenn sie sich binden. Diese Personen machen es sich schwerer als nötig: Der Gewinn, mit einem anderen Menschen zusammenzukommen, ist immer mit kleinen Verlusten verbunden.

Das Urteil von Sehpferd:

Zögerern fehlen oft die Möglichkeiten, zwischen der Chance auf einen Gewinn und dem Risiko eines Verlustes abzuwägen. Wenn du zögerlich bist, hilft ein Satz: „Was kann denn schlimmstenfalls passieren?“

Tipp: Dem Zögerer beweisen, dass er (sie) einen Vorteil davon hat, dich kennenzulernen. Das kann einige Zeit dauern, aber es beinhaltet auch die Möglichkeit, ihn oder sie zu überzeugen.

Die Kurzform: Was ist mit den drei Begriffen gemeint?

• Romantiker: „Ich verlasse mich zu sehr auf bestimmte Gefühle, Potenziale oder Hoffnungen statt auf die aktuelle Situation.“
• Maximierer: „Ich konzentriere mich zu sehr auf Vergleiche oder die Suche nach der perfekten Wahl.“
• Zögerer: „Ich lasse mich zu sehr von Angst oder Unsicherheit leiten und schiebe Entscheidungen hinaus.“

Die Alternative: Sei ein kluger Kenner / eine kluge Kennerin

Im Vergleich dazu könnte man von einem „klugen Kenner“ (oder einer klugen Kennerin) sprechen. Eine Person dieser Art kann alle dies:

1. Sich selbst richtig einschätzen.
2. Andere sicher einschätzen und beurteilen.
3. Den eigenen Marktwert kennen.
4. Kompromisse eingehen, die tragfähig sind.
5. Im richtigen Moment Entscheidungen fällen.


Insofern ist die Einteilung „der“ Partnersuchenden in Romantiker, Maximierer und Zögerer absoluter Unsinn. Sie entspricht vielmehr dem Zeitgeist, den die geschwätzigen „neuen“ Medien mit ihren Marktschreiern erst hervorgebracht haben.

Ernsthafte Partnersuche ohne Luxusansprüche und falsche Hoffnungen

Wer einen Partner oder eine Partnerin sucht, der betreibt etwas sehr Ernsthaftes. Er oder sie versucht, das eigene Leben zu bereichern, es neu zu gestalten und in einer veränderten Weise mit Inhalten zu füllen.

Im Grunde ist es ein Frevel, von irgendwelchen „Typen“ bei der Partnersuche zu reden. Zumal, wenn man vom Ziel ausgeht: das Lebensglück mit einem anderen Menschen zu finden.

Der Artikel wurde am 22.7. 2026 geringfügig verändert.

Der Zeitgeist lässt zu ...

Hast du dich mal gefragt, warum jede noch so geringfügige Abweichung von der vermeintlichen „Norm“ sofort ein Getöse im Blätterwald auslöst?

Eine Antwort wäre: Weil es „die Norm“ überhaupt nicht gibt und auch nie gab, sondern nur Konventionen. Man gab vor, sich an gewisse Modelle zu halten, und schwieg über das, was man im Innersten empfand. Das war jedenfalls bequemer, als sich ständig Fragen auszusetzen. Und das Getöse? Ach, wie interessant, wenn andere „anders“ sind - besonders für die lechzende Presse. Sie schiebt in den Vordergrund, was sie will. Ob es Empörung, Seufzen oder Genugtuung auslöst, es wird gelesen. Und ja, die Liebeszeitung ist auch nicht frei davon. Schließlich leben wir auch in dieser Zeit und nicht in einer anderen.

Das Anderssein ist jedem möglich

Menschen sind unterschiedlich. Und sie haben das Recht, sich unterschiedlich zu fühlen. In jeder Hinsicht und in jedem Bereich, solange sie niemandem damit schaden und nicht gegen Gesetze verstoßen.

Doch nun glauben viele, die das „Anderssein“ leben, sie müssten sich absolut einer Gruppe anschließen und sich auf diese Weise Gehör verschaffen. Und dann lese ich (von einer Sozialpsychologin) diesen Satz:

Der Zeitgeist als Argument für Presse und Wissenschaft?

Ich zitiere, welche Dimensionen der Zeitgeist inzwischen angenommen hat. Er schwebt über uns allen und man gibt ihm mehr Macht, als ihm zusteht, nämlich:

Der Zeitgeist lässt zu, dass man sich als Mitglied einer Minderheit Gehör verschafft und dadurch die Forschung antreibt, mehr Antworten auf die eigene Orientierung bekommt.

Aha, der Zeitgeist lässt es zu.

Hat man sich je gefragt, wie verlogen und „abnormal“ die „romantische Liebe“ ist? (Ja, hat man, aber äußerst selten). Und nun will man erforschen, wie es sich mit der „Aromantik“ verhält?

Müssen wir uns eigentlich alle dem Zeitgeist beugen? Welcher Zwang steht dahinter? Ist es ein neuer Wahn?

Ja, wenn es Sinn hätte. Aber ich habe die Wolken verschiedener „Zeitgeister“ und „Zeitidiotien“ an mir vorbeiziehen lassen und musste stets feststellen: Nach einiger Zeit waren Geist und Ungeist vergessen. Es gab neue Themen und neue Wichtigtuer.

Und deswegen: ich sch… auf den Zeitgeist. Wirklich.

(1) VICE und verschiedene andere Publikationen.