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Online-Kampagnen sind nicht das Leben selbst

Ich lese: Feministen/Feministinnen (1) im Netz müssten sich besser organisieren. Egal, wer dies über wen sagt und wie weit wir uns als „Internetbewohnen“ bezeichnen - der Satz sollte kritisch gelesen werden.

Die Massen sind nicht wirklich "gut"

Und es gilt - jetzt mal tief durchatmen - für alle „Kampagnen“, die durch das Internet verbreitet werden.

Denn alles, was in den sogenannten „sozialen“ Medien veröffentlicht wird, interessiert lediglich die Menschen, die sich zu diesen Medien hingezogen fühlen oder die - oft wie unter Zwang - glauben, sie müssten sich dort äußern.

Am Ende ist es eine brodelnde Masse mit der bekannten Dummheiten der Massen, die gelegentlich als „Schwarmintelligenz“ bezeichnet wird, aber eher das Gegenteil ausdrückt.

Kampagnen - wie fragwürdig sind sie?

Die Kampagnen, die wir kennen, wurden durch gezielte PR und mithilfe der Mainstream-Medien unterstützt. Es mag ein Trost sein, dass neben den Kampagnenreitern auch Wirtschaftsunternehmen auch Wohltätigkeitsorganisationen so handeln. Aber weil es virtuelle Kampagnen sind, erreichen sie nur wenige.

Ich denke, jeder hält die „Aktion Mensch“ für positiv und wahrhaftig. Und dennoch glauben nicht alle daran, dass sie auch „gut für sie selbst“ ist, weil sie nicht damit rechnen. mit den Losen gewinnen zu können. Wenn jemand kaum gewinnen kann, aber dennoch soziale Verantwortung übernehmen will, warum soll er dann erst ein Los kaufen?

Kampagnen und Realitäten

Und nicht jede Frau fühlt sich betroffen, wenn von „#MeToo“ oder „#Aufschrei“ die Rede ist. Einige Intellektuelle, einige hart Betroffene, vor allem aber die abgehobenen Diskussionszirkel, nehmen solche Kampagnen auf - aber sie bleiben unter sich. Die Menschen im Lande hören davon, beschäftigen sich aber kaum mit den Inhalten - schon allein, weil sie die Kampagnenreiterinnen nicht kennenlernen können, weil sie ihre Sprache nicht verstehen oder weil sie sich - wirklich - nicht davon angesprochen fühlen. Sicher -wir haben von den Massen gehört, die sich einzelnen Kampagnen angeschlossen haben. Von den Massen, die sich nicht interessiert haben, hörten wir nichts. Und wer gar wagte, zu widersprechen, wurde Opfer eines Online-Gemetzels, auch „Shitstorm“ genannt.

Das Digitale bleibt nicht digital - die Frage ist, was wir benötigen

Die Autorin schreibt: „Das Digitale bleibt nicht digital“ und meint, dass aus digitalem Ungeist auch schreckliche reale Handlungen entstehen können. Die Gegenfrage muss aber auch erlaubt sein: Wie kann sie (oder wie können wir) sicher sein, dass sich „das Digitale“, wenn es gut gemeint ist, wirklich positiv auf die Masse der Bevölkerung auswirkt? Und wie sieht es eigentlich mit „Kampagnen“ und differenziertem Denken aus? Haben sie etwa nicht den Charakter von Propaganda, so ehrlich sie auch gemeint sein mögen?

Individualität, Demokratie und liberale Haltung kontra Kampagnen

Und immerhin gibt es eine Restgruppe von Menschen, die anderer Meinung über Kampagnen sind - und die sich nicht von den Massen bevormunden lassen, seien sie nun stockdoof oder superintelligent. Diese Menschen versuchen nichts mehr, als die Meinungsvielfalt hochzuhalten, der Demokratie den Vorzug zu geben, und so weit dies noch möglich ist - liberale Standpunkt zu vertreten.

Quelle der Zitate: Handelsblatt.


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