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Online-Zeitungen ... mit Werbung verrammelt

Mehr als fragwürdig - erst Fragen beantworten müssen, dann lesen dürfen
Liebe Verleger,

Ihr dürft ganz sicher sein, dass ich eure Zeitungen nicht abonniere, weil ich schon eine habe. Und ich will auch keine eurer dämlichen Umfragen beantworten. Ich will einfach nur in Ruhe ein paar Meinungen einsammeln, und ich verspreche euch in die Hand: Ich kann auf eure Zeitungen gut und gerne sch… notfalls verzichten, wenn ihr eure Tore mit diesem unsäglichen Müll verrammelt.

Euer

sehpferd

Der sehr hochwertige Text

Jeder Blogger, der ein paar Hundert Leser hat, wird gelegentlich von einer E-Mail getroffen, die ihm Einnahmen verspricht.

Sie kommen von Agenturen oder Privatpersonen, die aber eigentlich Mitarbeiter von Agenturen sind. Ziel ist, den Blogger zur Aufnahme fremder Texte zu veranlassen.

Nun ist die Sache für manchen Blogger aus zwei Gründen interessant: Erstens ist es ziemlich aufwendig, jeden Tag seine 300, 500 oder gar 1000 Wörter zu verzapfen, und zweitens locken die Damen und Herren mit Kohle für die Veröffentlichung.

Und damit die Blogger gar nicht erst Verdacht schöpfen, werden die Artikel als „informative redaktionelle Artikel“ bezeichnet, was in jedem Fall schon mal Seriosität suggeriert.

Wir lesen dann, wie sorgfältig und professionell die Damen und Herren arbeiten, die solche Artikel verfassen … und ähnliche Floskeln, die uns vermitteln wollen: Sie können uns vertrauen, Herr Blogger.

Schöne neue Welt - Kohle kassieren statt zu schreiben?

Schöne neue Welt – man will für etwas bezahlen, was sonst Geld kosten würde – für tollen Content, mal echt professionell geschrieben. Doch war da nicht ein Haken?

Der Haken liegt in dreierlei:

1. Sie wissen gar nicht, ob der Text zu Ihrem Blog passt. Angeblich wird dies zwar zugesichert, aber das ist eher eine vage Aussage.
2. Sie wissen oft nicht, was beworben werden soll. Es kann alles sein, und es kann durchaus die Grenze dessen überschreiten, was Sie empfehlen würden.
3. Da es sich im Kern um Werbung handelt, müssten Sie es eigentlich als Werbung kennzeichnen. Tun Sie das, so sind die PR-Agenturen, die Ihnen das Material zukommen lassen, verärgert.

Sehen Sie – und aus diesen Gründen verzichte ich gerne auf „sehr hochwertige Texte“, die auf Produkte zielen, die ich niemals empfehlen würde. Gelegentlich empfehle ich dennoch Produkte – wie ich sie mag. Und ich schreibe gerne über Unternehmen und Unternehmer, die Produkte herstellen oder vertreiben, wenn mich diese Produkte oder auch Dienstleistungen neugierig machen.

Wenn die Puppen kotzen – diesmal in Berlin

Wenn die Puppen kotzen, wird verboten, was Freude bereitet. Sie meinen, Puppen können gar nicht kotzen? Da haben Sie recht. Aber wenn sie kotzen würden, dann wäre der Teppich in Gefahr.

Der Teppich in Berlin, der derzeit in Gefahr ist, heißt die „Würde der Frau“. Und die ist in Gefahr, weil es vereinzelt sogenannte „sexistische“ Werbung in Berlin gibt – also ganz gewöhnliche Werbung mit weiblicher Haut.

Das bringt die Puppen also zum Kotzen. Und sie erwägen, in ganz Berlin derartige Werbung zu verbieten. Wobei zu sagen wäre, dass die Plakatwerbung ohnehin ihre besten Tage hinter sich gelassen hat.

Ich ahne da was – nämlich was einem Land blüht, dass eine rot-rot-grüne Regierung bekommt: die Diktatur des Genderismus, weltanschaulich motiviert und demokratisch übertüncht, damit wir’s nicht merken.

Werbung: Mehr angreifbare Erotik oder nur mehr weibliche Empörung?

Ein „Beschwerdewachstum“ (man beachte das Unwort) hab es bei der „Schmuddelwerbung“ (auch hübsch, nicht wahr?) gegeben. Ob es aber auch mehr Werbung gegeben hat, die absolut unlauter, diskriminierend oder gefährdend war, ist damit noch nicht gesagt. Und dazu wusste „Onlinehändller“ dies:

Übrigens ist „geschlechterdiskriminierende Werbung“ laut Handelsblatt aktuell der Hauptgrund für Beschwerden.


Das Handelsblatt, aus dem der „Onlinehändler“ zitiert, nennt zwei Gründe und redet eher Tacheles - und da lesen, wir dann:

Zum einen sieht er die Debatte über die Gleichstellung der Geschlechter und das von der SPD geforderte gesetzliche Verbot sexistischer Werbung als Auslöser vieler eingereichter Motive.


Zum anderen gehen derzeit die Jedermann-Petzen, seinen sie nun bigott, etepetete oder feministisch, mit dem Smartphone auf die Pirsch – das macht die Beschwerde offensichtlich leichter.

Über die SPD und ihre Absichten wird noch zu reden sein. Bekanntlich sind die Sozialdemokraten immer dafür, alles so weit zu regulieren, dass der liberale Geist dabei auf der Strecke bleibt. Mal beugt man sich damit den Forderungen der Gewerkschaften, mal denen des Feminismus. Mal sehen, was die Partei noch hervorbringt - aber Blumentöpfe gewinnt man mit dem "Verbot sexistischer Werbung" jedenfalls nicht.