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Erfurter Posse - Berliner Posse

Die CDU weigert sich, für die Politik in Thüringen in irgendeiner Weise Verantwortung zu übernehmen. Das ist der eigentliche Skandal von Erfurt, der seinesgleichen sucht.

Zitat (T-online):

Unsere Demokratie und die Menschen in Thüringen verlangen zu Recht, dass die politischen Mandatsträger verantwortungsvoll mit ihrem Mandat umgehen. Genug ist genug. Seit zwei Wochen weicht die CDU nur aus. Das ist zu viel.
Wer nach Berlin schaut, erlebt gegenwärtig ein Chaos anderer Art: Viel zu viele wollen mitreden, wenn es um den „neuen“ Kanzlerkandidaten geht. Und jeder glaubt, etwas enorm Wichtiges dazu beitragen zu können. Doch in Wahrheit ist es, wie CICERO richtig schreibt, die Geschichte eines Totalversagens der CDU und ihrer Führung.

Keine Schadenfreude angebracht

Das ist wirklich nicht lustig, sondern zeigt, dass man in der Union nicht mehr staatsmännisch denken kann, sondern glaubt, sich auch noch in der Krise der Partei Kapriolen aller Art leisten zu können.

Sollte dieser Unfug noch ein paar Wochen anhalten, so wäre die CDU weg vom Fenster. Und es ist keinesfalls so, dass sie niemand vermissen würde.

Der nicht existierende Flughafen der selbstgefälligen Planer

Deutschlands guter Ruf ist in Gefahr – und der einzige Grund ist eine desaströse Handhabung eines Bauprojekts. Gemeint ist natürlich BER, also den Hauptstadtflughafen, den es nicht gibt. Kurz: Berlin blamiert sich vor aller Welt. Freilich könnte man auch sagen: Brandenburg. Doch wer kennt schon Brandenburg?

Die BBC schreibt:

Dies ist die Geschichte davon, wie ehrgeizige Ambitionen … nach und nach durch politische Auseinandersetzungen, stümperhafte Inkompetenz und das weltweit schlimmste Gewirr von schlechter Elektroinstallation erstickt wurden.


Wie kann Deutschland so etwas zulassen? Wie kann man die Konzeption eines Superflughafens irgendwelchen Leuten ohne jede Kompetenz überlassen? Warum ist das alle passiert?

Die BBC fragte Professor Genia Kostka von der Freien Universität Berlin, und er sagte es so brutal, wie es nur gesagt werden kann (und vermutlich gesagt werden muss):

Der Aufsichtsrat war voll von Politikern, die keine Ahnung hatten, wie sie das Projekt überwachen sollten … und sie waren für die wichtigen Entscheidungen zuständig.


Was alles schief ging und wer im Prinzip dafür verantwortlich war, weiß die BBC. Doch am Ende wird sich jeder der damals Verantwortlichen damit herausreden, dass „er es nicht war“.

Man kann natürlich auch sagen: Berlin wollte mal wieder großartiger sein, als es in Wirklichkeit ist. Nur dass nun die ganze Welt weiß, wie man einen Hauptstadtflughafen gegen die Wand fahren kann.

Zitate: BBC.

Wenn die Puppen kotzen – diesmal in Berlin

Wenn die Puppen kotzen, wird verboten, was Freude bereitet. Sie meinen, Puppen können gar nicht kotzen? Da haben Sie recht. Aber wenn sie kotzen würden, dann wäre der Teppich in Gefahr.

Der Teppich in Berlin, der derzeit in Gefahr ist, heißt die „Würde der Frau“. Und die ist in Gefahr, weil es vereinzelt sogenannte „sexistische“ Werbung in Berlin gibt – also ganz gewöhnliche Werbung mit weiblicher Haut.

Das bringt die Puppen also zum Kotzen. Und sie erwägen, in ganz Berlin derartige Werbung zu verbieten. Wobei zu sagen wäre, dass die Plakatwerbung ohnehin ihre besten Tage hinter sich gelassen hat.

Ich ahne da was – nämlich was einem Land blüht, dass eine rot-rot-grüne Regierung bekommt: die Diktatur des Genderismus, weltanschaulich motiviert und demokratisch übertüncht, damit wir’s nicht merken.

Katastrophen und Fernsehen – saugen im Vakuum

Im Grunde ist das "offizielle" Fernsehen inzwischen eine durch und durch verkommene Institution. Statt zu informieren, führt zu uns ein Kaspertheater vor: Der Experte XY weiß nichts Genaues. War aber wohl gerade verfügbar. Der nächste Experte YZ weiß alles besser, was ihn auch nicht gerade auszeichnet. Im Grunde sind es nur Personen, die Hohlsprüche ablassen.

Noch schlimmer sind die „Journalisten vor Ort“. Mal werden sie vor den Orten des Geschehens abgefilmt, wenn sie nichts zu sagen haben, dann wieder vor Bildwände gestellt, wo sie auch nichts zu sagen haben. Und jeder, der noch halbwegs denken kann, wird sich fragen: Wie soll denn der Tollpatsch im Wintermantel wissen, was die Polizei gerade ermittelt? Man saugt im Vakuum, wo es nichts zu saugen gibt. Das ist mieser Journalismus, auch wenn’s die Konkurrenz vormacht.

Man kann, wie es eine Zeitkolumnistin treffen sagte, etwas tun, und zwar dies:

Es war jedenfalls ein interessanter Moment zuzuschauen, wie wenigstens die Regierungsspitzen des Bundes und Landes es einfach taten: rausgehen, sich blicken lassen und einfach mal nichts sagen.

Einfach mal nichts sagen – das hätte diesem Herrn Seehofer gut getan. Und dem Herrn Andreas Scheuer hätte gut angestanden, wenigstens dazu zu schweigen. Aber nicht einmal das brachte er fertig.

Hey, Bayern: Es mag ja sein, dass wir mal über unser Land diskutieren müssen (das übrigens über Bayern hinausreicht). Aber dann bitte nicht im Angesicht des Todes und nicht mit diesen ewigen austauschbaren Sprüchen, sondern bitte mit Fakten und detaillierten Umsetzungsmöglichkeiten der Vorschläge. Und wenn es sein kann: im Parlament. Dort findet Demokratie statt.

Politiker: Respektvolle Trauer ist nicht jedem gegeben

Die Toten waren noch nicht einmal identifiziert, geschweige denn in Würde bestattet, das wurde schon losgetreten, was viele befürchtet hatten: Die Besserwisser schwangen Reden, die zumindest zu diesem Zeitpunkt völlig unpassend waren. Horst Seehofer tat es, indem er sagte:

Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere gesamte Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu justieren.

Da werden also Opfer instrumentalisiert – und kaum jemand sagt, dass der Herr Seehofer damit eine rote Linie überschritten hat: den Respekt vor den Opfern.

Ein anderer Politiker aus dem Lager der CDU/CSU ging noch weiter – sein Name ist Klaus Bouillon und er ist Innenminister im Saarland. Der sagte:

Wir müssen konstatieren, wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten.


Fragt sich, in welchem „Krieg“ der Herr Bouillon sich mit wem befindet. „Wir“ sind jedenfalls in keinem Krieg, sondern müssen uns und unsere Gäste bestenfalls gegen Bedrohungen schützen. Das mussten wir auch früher schon, und auch da haben wir es nicht immer geschafft, zum Beispiel am 5. September 1972, dem Tag des Olympia-Attentats. Da Herr Bouillon 1947 geboren wurde, müsste er sich eigentlich daran erinnern können.

Auch wenn man von hartnäckigen Journalisten in die Enge getrieben wird, wie gestern der deutsche Innenminister, sollte man einen kühlen Kopf behalten. Das tat Thomas de Maizière gestern in vorbildlicher Weise.

Politikerzitate aus der "WELT". Bericht über Interview de Maizière im Tagesspiegel.