Skip to content

Durch eine Krise kommen – aber wie?

Eine der Bloggerinnen, die ich unvorsichtigerweise abonniert habe, ist ständig in der Krise. Vor der Beziehung mit Herrn X. während der Beziehung mit Herrn X. und danach sowieso. Am Anfang habe ich mich von der geschliffenen Sprache und den tiefsinnigen Überlegungen blenden lassen. Ungefähr jeden dritten Tag schrieb sie, wie einst Buddha: „Höret, ihr Leser/innen, der Weg ist gefunden.“ Doch dann zeigt sich – ja, da war irgendwie ein Weg, aber richtig gefunden wurde er nicht. Falsche Lover, falsche Berater, schlechte Umstände. Und ungefähr jede dritte Woche ein neuer Therapeut, Guru oder Berater, der diese Frau mit den absonderlichsten Verfahren überrascht.

Der Lebensweg in zwei Varianten

Normalerweise plaudere ich nicht „aus der Schule“ und ich sage auch nicht, wer es ist. Aber das Beispiel zeigt, wie man NICHT aus der Misere herauskommt. Denn das Geheimnis aller Lebenswege besteht in zwei einfachen Sätzen:

- Such dir einen passenden Weg, gehe ihn konsequent und beschleunige oder verlangsame deinen Schritt, je nachdem, wie schnell du deine Zeile erreichen willst.
- Oder: Geh irgendeinen Weg, verfolge ihn zunächst konsequent, und wenn du siehst, dass du deine Ziele nicht erreichst, dann biege ab oder geh zurück auf „Los“.

Vorsicht vor falschen Beratern

Das Hauptproblem besteht darin, die falschen Berater zu haben. Wenn du auf einen Fremden hörst, dann mach dir klar: Der muss nicht in deinen Schuhen gehen. Du musst dich darin wohlfühlen. Sagt jemand: „Du musst dich ändern“, dann frag dich, was sich wirklich für dich ändert, falls du dich änderst.

Warum ich dieses heute sage? Wir haben eine Krise. Und in ihr ist wichtig, zu wissen: „Mache ich so weiter, wie bisher?“ Oder sage ich: „Sobald sich ein Licht am Ende des Tunnels zeigt, mach ich etwas anders.“

Das hat nichts mit „guten Vorsätzen“ zu tun, sondern damit, den Lebensweg neu festzulegen. Du kannst dies mehrfach im Leben tun. Aber nicht jeden dritten Monat, nicht halbherzig und nicht lustlos.

Mach etwas draus! Die Ängstlichen sehen Krisen als Gefahren, die Mutigen sehen darin die Zukunft.

Und dabei wünsche ich Dir viel Glück.

Falsche Problemlöser - schlechte Berater

Ratgeber, Berater, Gurus und Welterklärer haben gerade Konjunktur. Sie alle haben eines Gemeinsam: sie stellen ihr eigenes Denk- und Wertsystem über alle anderen. Damit „lösen“ sie jedes Problem.

Ich verrate euch etwas: die meisten dieser Leute wissen nicht einmal, was ein Problem ist, geschweige denn, wie ihr es lösen könnt.

Die Prinzipien falscher Berater

Das Grundprinzip dieser Menschen ist immer gleich:

Sie geben Antworten, bevor sie das Problem wirklich erfasst haben.

Fall sie „ausgewiesene Fachleute“ sind, taucht oft ein anderes Phänomen auf:

Sie bieten eine bewährte Lösung für den Teil des Problems, den sie kennen – das wird das gesamte Probleme aber nicht lösen.

Die falsche Lösung anzubieten, die eigenen Fähigkeiten zu unterschätzen, der zu beratenden nicht einzubeziehen, ihn als unfähig zu erklären, das Problem (mit unserer Hilfe) selbst zu lösen – das ist die monströse Arroganz, mit der falsche Berater vorgehen.

Wenn du Berater bist oder sein willst

Du kannst das ändern, wenn du Berater bist.

Die erste Frage, über die du dir klar werden könntest, ist:

Habe ich das Problem wirklich begriffen?

Die zweite Frage:

Wie kann man das Problem so beschreiben, das es wirklich zutreffend (und damit lösbar) ist?

Und die Dritte:

Also hat da jemand ein Problem - aber wo will er hin?

Das Geheimnis guter Berater? Ich persönlich kenne es, und ich sehe mich immer wieder bestätigt. Es heißt: konsequent neugierig zu sein. Denn mit deiner Neugier (hier zitiere ich Michael Bungay Stanier):

Versetzt du die Menschen in die Lage … ihre eigenen Antworten zu finden, und du hilfst ihnen, ihren eigenen Weg einzuschlagen.


Kurz und knapp gesagt: Menschen mit Problemen benötigen nicht deinen Rat, sondern sie benötigen Hilfe, um ihren eigenen Rat zu finden. Sie benötigen auch keine Wegweisung, sondern die nötigen Methoden, um ihren eigenen Weg zu finden.

Professionelle Problemlöser wissen: Wenn sich die Ratsuchenden die richtigen Fragen stellen (lassen), dann verschwinden einige Probleme allein dadurch, dass sie bereits durch die Fragen die Lösung finden. Warum wir diese Regeln nicht häufiger anwenden? Weil es viel bequemer (und oft sehr lukrativ) ist, Lösungen zu vermarkten.

Positive Erfahrung bei Medizinern

Jeder Besuch in einer neuen Arztpraxis oder Ambulanz ist im "Osten" ein Abenteuer. Umso schöner war dies Erlebnis:

1. Termin eingehalten.
2. Nahezu leeres, freundlich gestaltetes Wartezimmer.
3. Gründliche, menschliche und zuvorkommende Beratung.
4. Zwei ausführliche Gespräche mit Ärzten ohne Wartezeiten.

So jedenfalls letzte Woche – es handelte sich nicht einmal um eine „große Sache“.

Es wäre wirklich schön, wenn es immer und überall so wäre.

Experten, Berater, Problemlöser … wer braucht sie?

Experten (oder besser: „Kenner einer Materie“) werden benötigt, wenn wir sozusagen „im Dunkel tapsen“ – also von dem, was wir vorhaben, planen oder was sonst erkennbar blüht, keinen Schimmer haben.

Wozu brauchst du möglicherweise Experten?

Die Frage „wie erweitere ich mein WLAN sinnvoll“ ist beispielsweise eine solche Frage, denn sie taucht – auch wenn die Anbieter von Routern etwas anders behaupten – ständig wieder auf. Die erste Antwort wäre: Es kommt auf die technischen Voraussetzungen, die Beschaffenheit deiner Räumlichkeiten und die erwünschte Reichweite an. Ein Experte benötigt also immer zuerst Informationen über die Umstände, unter denen du etwas erreichen willst. Deshalb kann er beispielsweise die Frage nicht beantworten, was „die beste Lautsprecherbox“ ist.

Wann brauchst du Berater?

Dazu gehört alles, was das Leben, Teile des Lebens, das Verhalten, die Bewerbung oder die Partnerwahl oder sonst etwas, das einen wirklichen Wandel bewirken soll. Ein guter Berater erschließt dir dein Potenzial und weist dir auf diese Weise die möglichen Wege – dazu braucht ihr beide viel Zeit. Ein schlechter Berater fragt wenig, nimmt ich kaum Zeit und handelt nach Schablonen – das übrigens recht typisch für „Hotlines“.

Wann hast du ein Problem, und wie erkennst du es?

Die dritte und sicher bedrohlichste Situation, in der du einen fähigen Berater brauchst, ist ein echtes Problem. Es zeichnet sich dadurch aus (jetzt lach nicht), dass du keine Lösungen mehr hast. So logisch und vielleicht auch albern das klingen mag: Es stimmt. Denn als du noch Lösungen hattest, hast du all deine Probleme überhaupt nicht bemerkt. Meist war die Natur oder die Erfahrung so bereitwillig, dir mit einem kybernetischen Prinzip, der Rückkoppelung, zu helfen.
Continue reading "Experten, Berater, Problemlöser … wer braucht sie?"

Warum Beratung dumm machen kann

Wie viele Menschen haben wirklich etwas von einer Beratung? Schon merkwürdig, dass sich kaum jemand die Frage stellt, nicht wahr? Ehepaare gehen zur Paartherapie und trennen sich dennoch. Trostlose Jungs gehen auf Kurse, um Frauen aufzureißen und erreichen so wenig wie zuvor – und Psychotherapeuten legen euch zwei Jahre auf die Couch – und dann ist alles irgendwie anders oder so wie zuvor.

Aber hallo! Das Dümmste, was ihr euch einfallen lassen könnt, ist, dass nach einer Beratung alles besser werden muss. Das glauben sowieso nur Berater und sonst kein Mensch – weil es völlig unlogisch ist. Nach einer Bratung KANN etwas anders werden, aber auch nur, wenn du selbst dafür sorgst. Natürlich besteht eine Chance, dass sich etwas bessert, aber wie groß ist diese Chance (sagen wir, im Vergleich zum Aufwand), gegenüber der Möglichkeit, dass alles beim Alten bleibt oder dass alles schlechter wird?

Normalerweise reguliert sich alles in Leben selbst. Autoren haben manchmal Schaffenskrisen, und sie gehen vorüber, wenn sie lange Spaziergänge machen. Psychische Verwerfungen entstehen immer wieder, und sie verschwinden auch wieder, weil niemand gerne damit leben möchte. (Ja, die Beispiele lassen sich unendlich fortsetzen).

Einwand: „Aber es gibt schwerwiegende Fälle, bei denen …“ – niemand bezweifelt das. Es gibt ja auch Ärzte und andere ernsthafte Berater - jedenfalls für die schweren Fälle. Sie helfen dem Menschen, Krankheiten und Verzweiflungen zu überwinden. Aber auch sie wissen nicht immer genau, wer denn nun heilte: die Maßnahme oder der Glaube daran, dass es nun besser werden muss.

Um noch mal auf die Dummheit zu kommen: Beratung macht dann dumm, wenn du etwas für „wahr“ oder „richtig“ hältst, was eigentlich nicht zu dir passt und womit du dich vielleicht zum Clown machst. Viele Frauen und Männer tun das, wenn vom „Erfolg beim anderen Geschlecht“ die Rede ist. Auf diesem Gebiet sind die größten Scharlatane unterwegs, gleich gefolgt von allen, die dir versprechen, schnell reich zu werden.