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Wandel

Die Parade - außen die Attraktion, innen die Frustration
Mein Leben hat sich mehrfach durch mutige Veränderungen nachhaltig verbessert, und „Changes Are Chances“ ist für mich keine ungewöhnliche Formel.

Ich hoffe und wünsche, dass dies für alle Menschen zutrifft, denn bekanntlich ist nichts so beständig wie der Wandel. Allerdings ist dazu nötig, Tendenzen zu folgen, die eindeutig in die Zukunft führen. Jedem beliebigen Modetrend zu folgen ist hingegen abwegig.

Heute sehen manche Menschen Veränderungen auf uns zukommen, weil es offenkundig eine Krise durch die Pandemie gibt. Und dies gibt ihnen den Anlass, sich als wichtigtuerische Mahner aufzuspielen, so wie es falsche Propheten üblicherweise tun.

Einige von ihnen sind einfach Wichtigtuer, die verdächtig den Kartenschlägern, Kristallkugelglotzern und Handlesern ähneln. Das ist sozusagen „Zukunftsforschung Lite“, und dazu sind kaum Kenntnisse nötig. Krisen verändern immer irgendetwas bei irgendjemandem. So weit die Schwätzer - sie sind leicht zu entlarven.

Gefährlicher sind die ideologisierten Rechthaber. Sie haben eine einfache Formel entwickelt: „Da ist eine Krise, und wir müssen nun dafür sorgen, dass wir nun unsere Meinung möglichst ganz vorne auf die Bühne bringen.“ Mich erinnert dieses Verhalten an die Schaubuden des Jahrmarkts vergangener Tage, als die Damen des fahrenden Volks noch frierend in Tüllgardinen auf der Parade standen. Sie glauben, dass die Krise den Kapitalismus besiegt, wenn nicht gar das ganze marode, menschengemachte System, das längst dem Höllenfürsten verfallen ist.

Was ist wirklich passiert?

Es ist noch nicht einmal sicher, dass es in der weiteren Zukunft, also etwa über zwei Jahre, irgendwelche einschneidenden Änderungen geben wird, und ebenso nicht, wie sie sich auswirken werden. Und in diesem Zusammenhang sollte ich erwähnen, dass Änderungen zwar Chancen beinhalten, dass wir sie aber auch nutzen müssen. Das heißt: Die Änderungen sind nicht bereits Chancen als solche: Sie ermöglichen uns nur, den Weg neu zu bestimmen. Und dies auch nur, wenn wir den richtigen Trends folgen. Allein das Wort „Chance“ lehrt uns, dass wir dabei sowohl erstaunliche Erfolge wie auch bittere Rückschläge erleben können.

Die Chancen der Zukunft kann nur wahrnehmen, wer sich jederzeit bewusst ist, dass er Gewinn oder Verlust damit einfahren kann. Es gibt keine Garantiescheine, aus einer Krise als Gewinner hervorzugehen.

Das alles interessiert die Ideologen, Extremisten und andere rückwärtsorientierte Randsiedler und Weltuntergangspropheten offenbar nicht. Wir lösen neue Probleme nicht, indem wir auf alte Standpunkte zurückfallen.

Ich will es noch einmal sagen: Veränderungen sind Chancen - aber nur, wenn wir sie ergreifen, Erfolg damit haben und sie einsetzen, um die Zukunft zu sichern, sofern dies menschenmöglich ist.


Warum wir oftmals etwas neu aushandeln müssen

Die neue bürgerliche Rechte, die in vielen Mitmenschen wohnt, obgleich sie niemals die extreme Recht wählen, erreichte mich vor einigen Tagen. Demnach ist die Rechtssicherheit in Deutschland in Gefahr.

Doch warum?

Weil einmal jemand etwas höchst Nützliches gesagt hat:

Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden. Es liegt an uns, ob wir darin dennoch eher die Chancen sehen wollen oder die Schwierigkeiten.


Die Frage ist natürlich, was gemeint ist. Sollte es Frauen und Männer betreffen, so sind die Regeln für das Zusammenleben seit Jahrzehnten im Fluss, und alle wissen dies. Genderforscher(innen) und Feministinnen beharren sogar daraus, dass dies ein „Muss“ sei. Und selbst der alternde liberale Pragmatiker, der hier schreibt, sieht es ein. Ja, es kann nicht mehr so weitergehen mit den ungeschriebenen Gesetzen des Zusammenlebens, nach denen die Großmama und der Großpapa zusammenlebten. Und das alles ist nichts anderes als:

Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden.

Man mag sich fragen, ob die Wortwahl möglicherweise übertrieben sein könnte. „Täglich“ ist ein bisschen oft. Aber „Fallweise“ trifft den Nagel auf den Kopf. Und dann gilt auch der Nachsatz:

Es liegt an uns, ob wir darin dennoch eher die Chancen sehen wollen oder die Schwierigkeiten.

Veränderungen bedeuten Chancen - Starrsinn ist gefährlich

Klar, dass diese einige Menschen in unserem Land nicht wollen. Flexibel zu sein fällt dem Deutschen ohnehin schwer. Und weil das so ist, pocht er auf „Rechtssicherheit“, die im Grunde gar nichts damit zu tun hat. Es sind die Vereinbarungen untereinander, die hin und wieder neu definiert werden müssen – jedenfalls im Bereich der Beziehungen.

Und in vielen anderen Bereichen eben auch. Es scheint so, als ob die Diskussion um Migranten jede Vernunft tötet. Und es wirft viel Licht auf diejenigen Konservativen in Deutschland, die offenbar nicht wahrhaben wollen, dass sich die Gesellschaft verändert, ob sie es nun gutheißen oder nicht.

Wohlhabende Familien dürfen sich die Taschen füllen - aber andere dürfen sich auch freuen

Nun gibt's also doch keine Quadratmeterbeschränkung für das Baukindergeld. Also, wohlhabende Familien: Füllt euch die Taschen! Auch wenn's nur fünf oder zehn Prozent des Geldes ist, was ihr für euer Luxusappartement oder vielleicht gar für eine kleine Villa braucht, nehmt's mit. Die Regierung will es euch schenken.

Soweit der Sarkasmus. Er ist absolut berechtigt, weil der Staat einmal mehr Familien fördert, die keine Förderung benötigen. Und weil das so ist, kann man diese Behauptung getrost in die Tonne treten:

Mit dem geplanten Baukindergeld will die Koalition vor allem jungen Familien den Erwerb von Wohneigentum erleichtern.


Die gute Nachricht: Im Osten ist vieles möglich

Allerdings – und nun kommt der gute Teil der Nachricht: Tatsächlich können sich junge Familien im Osten – wenn die Stadt nicht zu groß ist – nun tatsächlich Wohneigentum leisten. Was überwiegend daran liegt, dass hier ohnehin keine Wohnungsnot herrscht und sich Spekulation daher nicht lohnt.

Wer also hat den echten Vorteil? Wahrscheinlich doch die Familie im Osten mit zwei Kindern, die der Staat mit den gleichen 24.000 Euro bezuschusst, wie die Familie in Köln, Hamburg oder München, die sich eine Immobilie für eine Mio. Euro leistet. Denn einmal können es 24 Prozent sein – und einmal 2,4 Prozent der Anschaffungskosten.

Sozial ist es trotzdem nicht – und Banken beleihen Immobilien in der Regel nicht zu 100 Prozent. Doch wenn die Eltern und Großeltern mitmachen, Sohn oder Tochter gegebenenfalls sogar Handwerker(in) ist, dann ist das Baukindergeld eine einmalige Chance für jede junge Familie, zu Eigentum zu kommen.

Wie wird am Heiratsmarkt entschieden?

Warum guckt uns kein Schwein an?
Am Heiratsmarkt wird zunächst nach Angebot und Nachfrage, dann nach ökonomischen Bedingungen und schließlich nach weiteren Gesichtspunkten entschieden, wobei die aufkommende Liebe eine entscheidende Rolle spielen kann.

Wenn Ihnen diese Worte nicht „in den Kram passen“ - bitte schön. Niemand wird gezwungen, zu heiraten.

Warum junge Frauen knapp sind und sich "teuer verkaufen" können

Schöne, wirtschaftlich „ordentlich“ gestellte junge Frauen mit einer passablen Persönlichkeit zwischen 25 und 34 sind besonders begehrt. Das heißt, dass alle Männer zwischen 18 und (sagen wir einmal) 68 versuchen, auf sie zuzugreifen. Dadurch entsteht ein Nachfragedruck: Die Frauen haben im Prinzip die freie Auswahl und können sich „so teuer verkaufen“, wie sie mögen.

Die Heiratschancen sinken bei Frauen ab 35 - mit jedem Jahr

Frauen zwischen 35 und 40 gelten m Heiratsmarkt als problematisch, solche über 40 sogar als als schwer „an den Mann zu bringen“. Mit jedem Jahr wird der Angebotsdruck größer: Ein Überangebot an Frauen dieser Altersstufen trifft auf eine vergleichsweise geringe Nachfrage.

Akademikerinnen leiden unter den eigenen Ansprüchen

Akademikerinnen sind im Prinzip nicht weniger „marktgerecht“ als durchschnittliche gebildete Frauen, sie haben aber andere „Ansprüche“ an Ehen. Vor allem diese Anspruchshaltung verhindert eine offene, eher pragmatische Vorgehensweise. Es ist auch eine Einstellungsfrage: Wer sich sagt: "Gut ist, was mir gut tut", ist im Vorteil.

Schlechte Zukunftsaussichten - schlechte Chancen

Frauen und Männer, die keine ausreichenden Zukunftschancen haben und bei denen deshalb keine wirtschaftlichen Grundlagen erkennbar sind, haben am Heiratsmarkt wenig Chancen. Das ist ganz selbstverständlich, denn die Ehe ist ein Vertrag. Normalerweise gehen Paare davon aus, dass beide Teile für den Unterhalt des Partners oder der Familie sorgen könnten. Ist absehbar, dass ein Teil kaum Einkünfte und auch kaum verwertbare Ressourcen für das emotionale Wohlbefinden hat, sind die Heiratschancen schlecht. Allerdings gib es Paare, die bewusst solche Risiken eingehen, etwa in der Ehe einer Beamtin mit einem Künstler. Dabei trifft ein sehr sicheres Einkommen auf ein zwar realisierbares, aber unsicheres Einkommen. Umgekehrt geht es natürlich auch – schließlich galt jahrzehntelang die Norm in deutschen Familien, dass der Mann überwiegend für das Einkommen verantwortlich war.

Warum ich dies schreibe?

Die Ehechancen beruhen zum größtenteils auf Fakten, die Chancen für Liebe, Lust und Leidenschaft (auch für Sex) können parallel gehen, müssen es aber nicht, weil Fakten dabei keine so große Rolle spielen. Dies zu wissen, heißt im Zweifel die besseren Entscheidungen zu treffen.

Es steht Ihnen frei, auch mit Illusionen zu leben.

Gebhard Roese schreibt Tacheles - unbequeme Wahrheiten, die oft angefeindet werden. Lieben oder kritisieren Sie ihn - aber bleiben Sie nicht gleichgültig.