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Deutschland: reiches Land, rückwärtsgewandt?

Hauptsache, wir haben Arbeit. Das war bis 2005 das wichtigste Thema, oder, wie selbst die kritische Presse so etwas nennt „ein alles überragendes Problem“. 2009 war’s noch ein „Problem“, und heute steht Arbeitslosigkeit abgeschlagen auf Platz fünf der Sorgen unserer Mitbürger.

Die haben sich inzwischen ein neues Thema ausgedacht: Wir haben zwar Arbeit, aber es herrscht keine Gerechtigkeit. Die Linken, die Rechten, die Sozialverbände und die Kirchen predigen dies jetzt Woche für Woche und irgendwie glauben auch viele daran. Jedenfalls rückte die „soziale (Un-)Gerechtigkeit auf Platz zwei vor. Und mit ihr kam auch die Rente wieder aus der Versenkung hervor, die früher oft ganz unten auf der Problemskala stand. (Platz drei). Auf Platz eins liegt die „Einwanderung“, obgleich dieses Thema die wenigsten Bürger betrifft: Sie sind ja keine Einwanderer. Also sollte man besser die Wahrheit sagen: Es ist nicht die Einwanderung, es ist ebenfalls eines dieser Themen, die als „Probleme“ bezeichnet werden, die in Wahrheit ganz anders definiert werden müssten: Deutschland braucht Einwanderer – es kommen nicht einmal genug. Im Moment haben viele Länder ein Problem mit Schleusern, Wirtschaftsflüchtlingen, Glücksrittern und Asylsuchenden, und dieses Problem haben wir in Deutschland auch. Aber es hat nur sehr begrenzt etwas mit „Einwanderung“ zu tun. Bildung? Ach, das fiel auf Platz vier herunter. Ist ja auch „nur“ ein Thema,, das unsere ökonomischen Grundlagen betrifft – und vernichtendere Auswirkungen hat das erst in ein paar Jahren. Das kann der Deutsche offenbar ausschlafen.

Und was sagen meine lieben Landsleute zu den anderen Themen? Umweltschutz, Steuern, Gesundheit? Ach, liebe Leute, wenn ihr wirklich glaubt, euch mit Asylbewerbern, angeblicher Ungerechtigkeit und ähnlichen emotionalen Themen beschäftigen zu müssen, dann vergesst bitte nicht: Ihr könnt nicht in der Vergangenheit leben – das Leben findet in Gegenwart und Zukunft statt. Rente ist ein Thema, aber um es zum Problem zu machen, sollet man mit Fakten arbeiten und den Menschen nicht das Blaue vom Himmel herunter versprechen.

Im Übrigen sollte sich jeder Mensch unter 40 (und wer sich sonst berufen fühlt) sich überlegen, was er jetzt für seinen Staat tun kann – und nicht, was der Staat alles für ihn tun sollte.

Datenquelle: Morgenpost.

Das Darüber-Hinwegkommen – ein Baustein des Seins

Die Welt, in die wir hineingeboren werden, folgt nicht unseren Wünschen, was zum größten Teil daran liegt, dass andere auch Wünsche an die Welt haben, die sich mit unseren Vorstellungen kreuzen. Das heißt: Indem wir unsere Wünsche verwirklichen, nehmen wir anderen möglicherweise einen Teil ihrer Lebensfreude, und sie wehren sich dann dagegen. Selbstverständlich kann es auch sein, dass wir uns mit ihnen zusammentun, sie lieben, an einem Strang ziehen und miteinander erfolgreich sind. Dennoch müssen wir damit rechnen, von anderen eben auch abgewiesen oder abgewehrt zu werden.

Ich las gerade, dass die Aufforderung „Drüber hinweg zu kommen“ eine „Floskel neoliberaler Verwertungslogiken“ ist. Demnach wäre jede Aufforderung, in sich zu gehen, zu sich selbst zurückzukehren oder auch nur, sich selbst zu verändern, aussichtslos.

Wenn es aber aussichtslos wäre, dann könnten diejenigen, die diese Hürden nicht mehr überspringen können oder mögen, auch nicht mehr glücklich werden.

In Wahrheit ist das Drüber-Hinweg-Kommen ein Baustein des Seins, ein Teil der Kybernetik des Lebendigen, also eine Selbstregulierungskraft, die normalerweise vorhanden ist, individuell aber gelegentlich versagt. Fall sie nicht funktioniert, ist die an sich kein Schaden: Uns wird dadurch bewusst, wie es uns gerade ergeht. Unser Gehirn sagt uns: „Pass auf, du musst Maßnahmen ergreifen, sonst geht etwas schief.“ Das ist gut so, denn dann beginnen wir zu begreifen, dass wir etwas ändern müssen. Was es ist? Da sagt uns unser Gehirn nicht. Also fragen wir andere und bitten sie um Hilfe. Das ist ganz normal. Von der Freundin über die Selbsthilfegruppe bis zum Therapeuten gibt es solche Hilfen, und manchmal reicht ein einziges Gespräch, um wieder „zu Sinnen“ zu kommen.

Es ist gut, zu sich selbst zurückzufinden, gleich ob man es aus Selbstliebe oder aus Vernunft versucht.

Probleme haben heißt keine Lösungen zu haben

Das Problem liegt in der Mitte
Es gibt einen Satz, den ich vielen Diskussionen um vermeintliche persönliche Probleme hinzufügen könnte:

Sie haben Probleme, sobald sie keine Lösungen mehr haben.


Das Dümmste, was Sie jetzt tun können ist – Sie werden es nicht glauben – nach „Lösungen zu suchen“. Und falls sie die Dummheit noch steigern wollen: Lesen Sie Ratgeberliteratur.

Sie können nicht „nach Lösungen für Ihr Problem suchen“, denn das Problem ist in Ihnen entstanden, weil sie keine Lösungen mehr hatten. Wenn sie vorher also keine Probleme hatten, dann hatten Sie vorher eben noch Lösungen. Die Frage ist also nicht: Wo nehme ich die Lösungen her? Sondern: Wie sind mir die Lösungen abhandengekommen? Und natürlich auch: Wie gewinen ich meine Lösungsfähigkeit zurück?"

Ein Beispiel aus dem häuslichen Bereich

In Ihrer häuslichen Praxis machen Sie das genauso: Ihre einzige Beleuchtungsquellen im Schlafzimmer versagt den Dienst. Dann gehen Sie vermutlich so vor:

1. Sie schrauben die alte Glühbirne heraus und eine neue herein.
2. Falls das Problem damit nicht behoben ist, suchen Sie den Sicherungskasten und versuchen, die Sicherung wieder zu aktvieren.
3. Falls dies auch nichts nützt, lassen Sie die Anschlüsse und Leitungen von einem Elektriker überprüfen.

Die Lösung liegt also nicht irgendwo – sie liegt in dem System, das bei Ihnen „Elektrik im Schlafzimmer“ heißt. In den weitaus meisten Fällen fällt ihr Problem in die Lösung (1) oder (2). Sie haben das Problem gelöst, indem sie es systematisch und logisch angegangen sind.

Sehen Sie? Die weitaus meisten Probleme lösen Sie, indem Sie systematisch vom wahrscheinlichsten Ort oder Zeitpunkt der Entstehung ausgehen. Das war vermutlich ein Knall oder etwas Ähnliches. Jedenfalls handelt es sich zumeist um eine Veränderung.

Bei emotionalen Problemen mag dies ein wenig schwerer sein – zugegeben. Aber es ist deswegen nicht völlig anders.

Sehen Sie – in der Ratgeberliteratur finden Sie Lösungen, die für andere zu andere Zeiten und unter anderen Umständen galten – falls Sie dort überhaupt Lösungen finden. Oder die Autorinnen/Autoren versuchen, sie mit Mystik, Aberglaube und Psychologie zu beeindrucken.

Die Lösung für Ihr Problem finden Sie aber nur in sich selbst.