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Das Fest, der Baum

Was tut der Fisch im Tannenbaum?
In meiner Geburtsheimat, also weder der inneren Heimat noch in der Heimat meiner ursprünglichen Herkunft … oh ich schweife ab. Also beginne ich erneut.

Das Norddeutsche

Gemeint ist das „Norddeutsche“ in mir. Für wen ist denn „Weihnachten“ tatsächlich das Fest zur Geburt des Religionsstifters? Für die protestantischen Kirchenchristen, Katholiken und noch ein paar anderen, die nicht nur zu Weihnachten in die Kirche gehen, sondern auch sonst?

Für einen Norddeutschen ist Weihnachten eben immer noch „Wiehnachten“ – manchmal im Singular, dann ist der sogenannte „Heiligabend“ gemeint, oder als „Weihnachtszeit“, dann ist ein variabler Zeitraum vom 22. Dezember (oder noch früher) bis zum 6. Januar (selten noch später) gemeint. Klar kommt da auch der Religionsstifter ins Spiel, schließlich drehen sich ja die Weihnachtsliedern um ihn.

Der Baum

Man kennt hier zwar einen Weihnachtsbaum, doch warum sollte man zu Weihnachten einen anderen Baum kaufen, auspacken, mausen oder schlagen als einen Weihnachtsbaum? Also fragt einer den anderen: Hast du schon einen Baum?. Und wenn man lange wartet oder sich in Lumpen hüllt, wird der Baum vielleicht auch noch billiger und krummer. Das war jedenfalls früher so.

Klar ist: Wer zu Weihnachten einen Baum kauft, der will keinen Apfelbaum. Und deswegen reicht „der Baum“. Der „Christbaum“, um ihn zu erwähnen, wird nur in Verbindung mit Leuten gebraucht, die einen Dachschaden haben. Bekanntlich haben die „nicht alle auf dem Christbaum.“

Das Fest

Auf den Straßen ruft man sich „Frohes Fest“ zu. Ist ja klar, dass man das Weihnachtsfest meint – was sonst? Redet nicht jeder jetzt ausschließlich vom „Weihnachtsfest“? Also kann nicht Ostern gemeint sein. Im Winter, wenn es schneit (und auch wenn nicht), heißt das Fest eben „Weihnachten“, besser noch „Wiehnachten“ – wie denn sonst?

Der Duden macht es uns auch nicht leicht: Der Schwabe sagt „an Weihnachten“ wie er „an Ostern“ sagt, und sogar der Duden redet die „die Weihnacht“ schön, sagt aber, „Weihnachten“ sei eigentlich sächlich (Neutrum). Und dann wäre da noch der Plural … da steige ich aus, echt.

Frohes Fest - einfach und klar

Seht mal, und deswegen macht es sich der Norddeutsche leicht: „Frohes Fest!“ richtet sich an die „echten“ Christen, die Kalenderchristen und diejenigen, die einfach wissen, dass „jetzt“ Weihnachten ist. Und „schöne Festtage“ richtet sich auch an Andersgläubige und sogar an „Heiden“.