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Tacheles: warum manche Nachrichten und Meinungen unerwünscht sind

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht … aber es wird immer problematischer, an zutreffende, differenzierte Informationen zu kommen. Die Tagespresse? Sie ist, insgesamt gesehen, nicht mutig genug, um Tacheles zu reden. Die Gründe sind vielfältig: Trotz des Etiketts „Überparteilich“ neigt man dazu, die eigene Klientel mit Abnickgeschichten zu versorgen. Und abgenickt wird entweder, was dem Mainstream entspricht oder der Meinung der Abonnenten, also der Leute, die morgens eine Zeitung im Briefkasten haben.

Den Leser nicht verprellen - sondern bestätigen?

Themen mutig anzugehen, ist selten. Man will den Abonnenten nicht verprellen, den Besserwisser nicht korrigieren. Auch wer am Kiosk oder beim Bäcker eine Zeitung kauft, wie etwas ganz Bestimmtes lesen: das, was er ohnehin glaubt, denkt und meint. Glaube nur nicht, dass es beim Bäcker die „Vielfalt“ gibt. Das Volk bildet sich mit BILD.

Asylbewerber - Menschen mit Hoffnungen und zugleich Opfer von Schleppern

Bei den einen stehen Asylbewerber auf der Liste der Horror-Sensationen, bei den anderen werden sie wohlwollend verhätschelt. Eine ausführliche Diskussion ist schon gar nicht mehr möglich, nicht einmal darüber, dass es Verbrecher sind, die diese Menschen unter Lebensgefahr einschleppen.

Hartz IV -das Herauskommen ist wichtiger als das Leben darin

Bei den anderen (inzwischen bei der Mehrheit der Presseorgane) wird sozial etepetete geschrieben. Hartz IV ist dann „viel zu gering“, es reicht nicht mal für eine Kinokarte. Wäre es sso, dann müssten die Kinder der Hartzer nur einen Wunsch haben: Möglichst schnell einen Beruf lernen, der sie dauerhaft ernährt und ihnen mehr als nur „eine Kinokarte“ ermöglicht. Doch das tun sie zu einem großen Teil nicht. Mag man noch Mitleid mit den Erwachsenen Hartz-IV-Empfängern haben, weil sie zur Tafeln gehen müssen. Und man mag man auch noch Verständnis dafür haben, dass für viele von ihnen ein Leben mit Arbeit nur unwesentlich höhere Einkommen bringt als ein Leben ohne Arbeit. Doch wenn Kinder von Hartz-IV-Empfängern danach sterben, einmal so zu leben wie ihre Mütter oder Väter, dann stimmt an der ganzen wehleidigen Berichterstattung irgendetwas nicht.

Falschmünzerei mit der Rente

Das jüngste Beispiel: die Renten. Manche Zeitungen schreiben von der „Staatsrente“ so, als ob der Staat sie zahlen würde. Das tut er aber nicht. Die Rente zahlt nicht der Staat, sondern sie wird aus den Beiträgen der Arbeitnehmer, Arbeitgeber und freiwillig Versicherten geschöpft. Wenn dies nicht einmal einem Redakteur auffällt, dann ist entweder zu blöd, um seinen Beruf auszuüben oder er manipuliert Nachrichten. Tacheles: Wer nichts einzahlt, hat keinen Anspruch, wer wenig einzahlt, nur einen geringen. Wenn dann einige Zeitgenossen mit ihren Rentenbescheiden über 320 Euro herumwedeln, dann sollten sie auch ihre Biografien hinzufügen. Und selbst wenn sie es tun: Die Versicherungsleistung bleibt eine Versicherungsleistung, keine Leistung des Staates. Wollte der Staat die Rente ganz oder teilweise übernehmen, so müsste er sie aus Staatseinnahmen, also Steuern finanzieren.

Die Freiheit der Information ist gewährleistet -aber nur, wenn man sich informiert

Nein, da wir keine Zensur ausgeübt, wie eine bestimmte Partei derzeit oftmals behauptet. Und ja, es herrscht Meinungsfreiheit. Und darüber hinaus abzuwägen, was in die Zeitung kommt und was nicht, ist gelegentlich schwierig. Aber es ist wirklich nicht sinnvoll, den selbst ernannten Gutmenschen nach dem Mund zu schreiben und die Bösmenschen in den differenzierten Denkern zu vermuten. Warum lesen die Menschen nicht die Zeitungen, die ihnen etwas Verstand abnötigen? Die Magazine der auch nur Kolumnen, die Argumente für „sowohl“ wie „als auch“ enthalten? Ich bin nicht bereit zu glauben, dass alle dafür zu blöd sind. Wirklich nicht.

Zur aktuellen Diskussion: Deutschlandfunk.

CDU – wie lange noch Verkrustung, Frau Merkel?

Frau Merkel ist Frau Kramp-Karrenbauer beigesprungen und sagte: (Zitat Spiegel)

Jeder, den ich kenne in der CDU, oder jede, setzt sich für Meinungsfreiheit als ein Grundprinzip ein.


Erinnert das ein bisschen an „niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen?“ Übrigens behaupten auch ungarische Regierungskreise, dass dort Pressefreiheit herrsche.

Salamitaktik ist üblich beim Abbau der Presse- udn Meinungsfreiheit

Und so viel wissen wir alle, auch ohne Polemik. Wenn die Pressefreiheit eingeschränkt werden soll, dann versuchen es die Regierungen mit der Salamitaktik: Erst wird ein bisschen dort weggeschnitten, wo es kaum jemandem wehtut, und dann immer ein bisschen mehr …

Bis es jemand merkt. Und dann ist es zu spät.

Geh in die Mauser, CDU!

Im Moment genießt niemand in der Bundes-CDU mehr mein Vertrauen. Die alte Riege muss verschwinden, egal, ob sie physisch alt oder jung ist. Menschen, die weder die heutige Lebenswelt verstehen noch den Mut haben, nach vorne zu schauen, sollten so schnell wie möglich aus der Politik verschwinden.

Annegret Kramp-Karrenbauer: keine CDU mit dieser Frau!

AKK, von ihren verknöchert-konservativen Fans bejubelt, hat etwas getan, was man einfach nicht tun sollte: Sie hat sich mit den Internet-Journalisten, also Bloggern, Vloggern und Youtubern angelegt. Ihre staksiges und und unverbindliches Wesen, ihre Unfähigkeit Kritik zu ertragen oder sich gar positiv mit Kritikern auseinanderzusetzen, hat sie jetzt in die Klemme gebracht, und da lesen wir mal bei n-tv:

Nach einem miesen Wahlergebnis eine Regulierung von Meinungen im Internet zu fordern, zeigt, dass Annegret Kramp-Karrenbauer wie eine Amateurin von vorvorgestern agiert. Die Frau soll Kanzlerin werden? Besser nicht.


Ganz genau das ist die Botschaft: Die Meinungsfreiheit zählt, und wie schnell dieses hohe Gut unter die Räder kommt, können wir derzeit sogar in EU-Ländern beobachten.

Blogger und andere sagen im Internet, was sie meinen, was sie denken und was sie wollen. Und sie sind nicht nur ein Korrektiv für die politische Meinungsmache der Parteien, Organisationen und Verbände, sondern auch ein Korrektiv für die Presse selbst, als deren Konterpart sie einmal angetreten sind.

Die CDU verdient bessere Politiker

Nein, Frau Kramp-Karrenbauer: Machen Sie den Weg frei für geeignetere Kandidaten – die CDU hat etwas Besseres verdient – und sie wird wahrlich nicht nur von Krämerseelen und Altkonservativen gewählt. Das Potenzial liegt bei jungen Menschen, die jetzt und in Zukunft als freie Bürger in einem Land leben wollen, das liberalen Geist, wirtschaftliche Vernunft, kreativen Geist und eine nachhaltige ökologische Entwicklung bietet.

Das Medium BLOG ist in Gefahr, zu verschwinden

Niemand hätte uns vor 15 Jahren prophezeit, dass unser wundervolles neues Medium, das Blog, auch Weblog genannt, einmal zur Bedeutungslosigkeit heruntergestuft würde.

Die Verleger haben schnell geschaltet und Blogs vereinnahmt

sehpferd - urgestein in blogs
Natürlich haben uns die Zeitungsverleger erheblich zugesetzt: Kaum haben sie erkannt, dass sie ihre Meinungsbeiträge auch in Blogs fassen können, schon haben sie den Widerstand gegen Blogger aufgegeben und es selbst getan. Manche Verleger haben Blogger motiviert, nunmehr für die „seriöse“ Presse zu schreiben – andere haben neue Magazine gegründet, die so gut wie ausschließlich von Bloggern mit Inhalt gefüllt wurden. Der letze Schrei in der Branche: Großverlage bauen Zeitschriften im BLOG-Format mit Boulevardnachrichten auf. Was der Großmama die „bunte Presse“ ist, ist der Tochter das Internet-Magazin mit großen Bildchen, das aussieht, als wäre es ein aktuelles Magazin.

Soziale Medien - die Massen gegen die Individualisten

Den Löwenanteil am Niedergang der Blogs haben allerdings die sogenannten „Sozialen Medien“, die nicht nur unter einem Namen laufen, sondern unter vielen. Primitiv, populistisch und scheibchenweise wird mit ihrer Hilfe wenig informiert und viel manipuliert – völlig unkontrollierbar. Nicht einmal die traditionellen Medien oder die Gesellschaftspolitik, weder die verkrusteten Pseudo-Eliten noch die modernen technischen Eliten schaffen es, sie in die Schranken zu weisen.

Es gibt sie noch, die „erfolgreichen Blogger“ – allerdings haben sie sich größtenteils inzwischen an den Kommerz angehängt oder sind völlig kommerziell ausgerichtet.

Macht weiter, Blogger ... bietet den Datenkraken die Stirn!

Der Rest versucht, sich irgendwie „über Wasser zu halten“. Das Ausweichen auf andere Medien ist so gut wie unmöglich – man gerät sofort in die Falle, entweder doch dem Auftraggeber nach dem Munde reden zu müssen oder man verfängt sich bei irgendwelchen Datenkraken und Copyright-Räubern.

Und was nun? Good bye, Blog? Das würde heißen, die garantierte Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit einzuschränken.

sehpferd heute - noch immer jung
Wer sich im Internet zu schwierigen Fragen „informieren“ will, muss (je nach Suchmaschine und Trickreichtum) erst einmal 90 – 95 Prozent Datenmüll, Werbung und Krypto-Werbung ansehen, bevor er eine zutreffende Information bekommt. Statt Wahrheit gibt es erst einmal Werbung, statt Informationen Verwirrung.

Muss das so sein? Nein, es müsste nicht so sein. Es ist so geworden, weil die Datenkraken und wohlhabenden „Beeinflusser“ dieser Erde inzwischen ihre Imperien unzerstörbar aufgebaut und sich jeder Kontrolle entzogen haben. Und dazu haben wir als Internetnutzer alle einen erheblichen Anteil geleistet – leider.

Ob es einen Weg hinaus gibt? Na klar – weiterbloggen und sich ebenso ernst wie konsequent den Verführungen der Schlangenbeschwörer zu widersetzen. Ich blogge. Und ich stehe dazu.

Was uns seitens der Zeitungsverleger droht

Morgens bringt der MDR in den Acht-Uhr-Nachrichten, die „Funke Medien Gruppe“ „prüfe eine totale Umstellung auf digitale Zeitungen“, jedenfalls mittelfristig.

Am nächsten Tag ruderte deren Presssprecher, Tobias Korenke, dann zurück und versteckte sich hinter der Behauptung „Falsch verstanden worden zu sein.“

Unabhängig von der Funke-Gruppe versuchen immer mehr andere Tageszeitungen, mit reißerischen Titeln und fragwürdigen Inhalten Leser anzulocken, vor allem über News-Dienste. Ruft man dann die Seite auf, will man dem Interessenten ein Abo verkaufen – erst dann kommt der Leser in den zweifelhaften „Genuss“ der Artikel, sie sich meist als „minder wertvoll“ erweisen, um es mal höflich auszudrücken. Man nutzt also die Neugierde, um mit den Mitteln der Boulevard-Presse Nichtigkeiten zu vermarkten.

Fragt sich, ob sich das auszahlt. Das EU-Recht wird demnächst verschärft: Dienste, die bisher Kurz-Nachrichten verbreiteten, sollen nach Informationen aus der EU besonders betroffen sein (Zitat):

Ein weiterer Streitpunkt ist das Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Tritt es in Kraft, müssten Internetdienste wie Google News oder Twitter die Erlaubnis von Verlagen einholen, um Überschriften und kleine Ausschnitte aus Presseartikeln verbreiten zu dürfen. Eventuell müssten die Internetportale sogar für die Verwendung zahlen.


Fragt sich, wie die Verleger geschafft haben, dies bei der EU durchzudrücken. Und insbesondere, wie denn die Presse- und Informationsfreiheit gewahr werden soll, wenn Inhalte nur noch „Abonnenten“ zugänglich sein werden? Und darüber hinaus: Die Bösewichte, die jeden Tag bewusst Horror- und Falschmeldungen verbreiten, werden sich freuen, wenn die deutschen Verleger den freien Zugang zu ihren Medien unter Hinweis auf Abonnements, Urheberrecht und dergleichen verhindern.