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Warum mir manches Parteiengeschwätz zum Hals heraushängt

Erstaunlich, dass Deutsche (auch deutsche Politiker?) lediglich an der Aufarbeitung von Problemen interessiert sind, die in der Vergangenheit entstanden sind. Mag ja sein, dass man darüber prima diskutieren kann. Doch wie soll eigentlich die Zukunft aussehen? Stärker reglementiert nach SPD-Vorstellungen? Streng reglementiert und teilverstaatlicht, wie es sich die meisten Linksaußen wünschen? Nationalistisch, deutschtümelnd, oder folkloristisch, wie wir es von CSU und AfD häufiger hören?

Ich höre wenig von der Zukunft der deutschen Wirtschaft – stattdessen werde wir von der Partei „Die Linke“ vollgedröhnt mit Kapitalismuskritik. Das ist billig und gehört zu den untersten Schubladen der Debattenkultur. Und wieso sollen eigentlich ausgerechnet die Kommunen in der Lage sein, günstigere Mieten anzubieten? Das kann doch nur über Subventionen, also über Steuergelder gehen, die in den kommunalen Wohnausbau hineingepumpt werden. Und später sitzen die Kommunen dann auf ihren Immobilen, sobald der Bedarf wieder geringer wird, während die Instandhaltungskosten pro Immobilie steigen. Vor allem die Partei "Die Linke" müsste diese Verhältnisse ja aus dem Osten kennen.

Sollten wir uns nicht besser fragen, warum die Betriebe nicht dort angesiedelt werden, wo es Wohnungen im Überfluss gibt, statt irgendwo auf der grünen Wiese die Slums von morgen zu bauen? Ach, das ist utopisch? Warum eigentlich?

Zukunft: Wirtschaft, Technologie, Bildung

Unsere Zukunft basiert ohnehin im Wesentlichen darauf, wie wir mit Bildung, der Technologie und der Wirtschaft als Ganzes umgehen (Dazu gehört übrigens auch Umwelttechnologie). Was hören wir davon? Wie soll Wirtschaftsförderung aussehen? Welche Wirtschaftszweige wollen wir fördern, und wo sollen sie sich ansiedeln?

Ach, ach: Es macht sich halt besser, ein bisschen populistischen Unfug zu reden. Und ich empfinde das so: Es geht gar nicht um die Zukunft. Es geht darum, gewählt zu werden.

Das Fazit des Duells – dünne Suppe ohne Zukunftsperspektive

Unter einem Duell stellt man sich etwas anders vor. Aber das lag vor allem daran, dass Deutschland die Themen fehlen oder – anders ausgedrückt – die falschen Themen in den Vordergrund gerückt wurden – und weiterhin werden.

Steuerpolitik ist keine Familienpolitik

Da wären zum Beispiel die Steuern – von Entlastungen für alle mittlere Einkommen war kaum noch die Rede. Vor allem nicht davon, dass Leistung sich lohnen muss – egal, ob sie ein Familienvater, eine alleinerziehende Mutter oder ein Lediger erbringt. Wollte man Schulz folgen, so wäre die Entlastung über die Kita zu erbringen – da staunt man schon wenig über die Sozialdemokratie. Also nur für Familien und bei ihnen auch nur für wenige? Und wenn – gibt es überhaupt schon eine Idee, wie wenigstens das vom Bund finanziert werden soll?

Bildung - der Notstand wird nicht erkannt

Dann wäre, da Bildung – alle streben zum Abitur, und lernen im Grund dabei kaum noch etwas. Weder fürs Leben noch für die meisten Berufe. Und nun werden nicht nur die Lehrer knapp – sie bleiben auch knapp, und Lösungen für dies Problem sind nicht mal am fernen Horizont erkennbar. Vom baulichen Zustand vieler Schulen mal ganz zu schweigen. Ja – das ist Ländersache, und die Länder sitzen auf diesem Privileg, bis Deutschland die Ressourcen des Geistes und der Ingenieurkunst ausgehen, oder wie? Warum? Weil dieses Bundesland Bayern (eben einigen anderen Horten der Arroganz) alles besser kann, besser weiß und die lauteren Bierzelte hat? Sicher ist dies Polemik –aber eine nötige Polemik, um die Bayern einmal in ihre Schranken zu weisen, wenn es um das Wohl Deutschlands geht.

Wenn es um Deutschland geht – und darum geht es ja wohl in erster Linie bei Bundestagswahlen – dann muss es Änderungen im Bildungswesen geben.

Themen, die nicht ausreichend oder nicht ehrlich behandlelt wurden

Es gibt viele Menschen, die Themen vermisst haben – zum Beispiel die soziale Gerechtigkeit. Es könnte daran liegen, dass dieses Thema inzwischen völlig abgenutzt ist, weil kaum jemand definieren kann, was „sozial gerecht“ eigentlich sein soll.

Ähnliches gilt für die Rente – die Frage ist nicht, ob jemand getrötet hat, dass wir „bis 70 arbeiten“ sollen, wie Herr Schulz süffisant und ein wenig polemisch anmerkte, sondern wer die Rente in welcher Form finanzieren soll. Eher Arbeitgeber? Eher Arbeitnehmer? Oder andere? Oder vielleicht gar der Steuerzahler? Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rente langfristig bald über Steuererhöhungen finanziert werden muss, passt natürlich nicht in den Wahlkampf. Da salbadert man schon eher über den Unfug einer Mehrwertsteuersenkung. Was angeblich sonst fehlte? Digitalisierung und Zukunft der Arbeit – wie denn überhaupt alles, was mit der Zukunft dieses Landes zu tun hat.

Deutschland - viel Vergangenheit, ein bisschen Gegenwart und wenig Zukunft?

Den nahezu alles, was behandelt wurde, bezog sich entweder auf die Vergangenheit, oder es wärmte Querelen der Gegenwart wieder auf. Die Zukunft? Ach so, ja, die kommt sowieso, und Deutschland ist daraus weder in der Bildung, noch bei der Familienpolitik, ja nicht einmal bei Antriebssystemen für Automobile vorbereitet.

Und so bliebt der Verdacht, dass Frau Merkel die Vergangenheit in die Zukunft verlängern will, bis die Suppe zu dünn wird. Und Herr Schulz? Das soll ein Mann der Zukunft mit ehrgeizigen Plänen sein? Da lachen ja die Hühner.

Linke Politik in 12 Thesen? Nein, danke …

Nun gibt es wieder mal gute Ratschläge an den Kandidaten der SPD. Sogar „12 Gebote sollen es sein, aufgestellt vom „klugen Soziologen Oliver Nachtwey“ und für den Spiegel umgesetzt von keinem geringeren als Jakob Augstein.

Egal, wer es sagt, ob er sich dann klug wähnt oder nicht: Ich persönlich hasse es, wenn irgendein Mensch dahertrabt und sagt: Hey Leute, ICH weiß genau, worum es geht. Und genau das lese ich jetzt (Zitat):

Es geht um: Hoffnung statt Angst, Solidarität statt Wettbewerb, Zukunft statt Vergangenheit, Gerechtigkeit statt immer mehr Ungleichheit.


Geht es wirklich darum? Wer sagt, dass es darum geht? Und welche Gründe findet jemand dafür, dass „es“ darum geht? Warum beispielsweise „Hoffnung statt Angst“? Zuversicht wäre besser als „Hoffnung.“ Oder wollen wir wirklich unter Menschen leben, die sich allesamt „Hoffnung“ als Lebensmotto erwählt haben? Genauso könnte man die nächsten Dualismen zerpflücken, besonders „Zukunft statt Vergangenheit.“ Die ewig Gestrigen, jene also, die sich vor der Zukunft fürchten und die Vergangenheit verherrlichen, gibt es in jeder der mir bekannten Parteien – auch in der SPD.

Natürlich kann man Nachtwey/Augstein zustimmen, wenn sie sagen: Die Jugend ist die Zukunft eines Landes (und Europas, nebenbei bemerkt). In der Folge heißt dies aber nichts mehr als: „Gute Politik ist Zukunftspolitik, und der Jugend gehört die Zukunft.“ Und ja – die Parteien haben nicht gerade die Jugend im Auge – auch die SPD nicht, die wohl eher den „hart arbeitenden Menschen“ in mittleren Jahren ansprach als einen nach Gemeinschaft, Genuss und Geld dürstenden Jugendlichen. Von anderen Parteien gar nicht erst zu reden.

Ich denke, dass man niemanden mit den 12 Thesen hinter dem Ofen hervorlocken kann – schon gar nicht, wenn man sie in Allgemeinplätzchen verbackt – dann werden sie wirklich ungenießbar. Ach so – natürlich brauchen wir den Sozialstaat – und genau den haben wir schon.

Übrigens habe ich die Thesen von Herrn Nachtwey auf Twitter nachgelesen. Braucht man wirklich Klugheit, um sie aufzustellen?

CDU: Nur Merkel ist ein bisschen wenig

Irgendwie hat die Kanzlerin einen Fehler gemacht, der unverzeihlich ist. Denn um sie herum ist’s leer – möglicherweise, weil alle, die in der CDU noch etwas werden wollten, irgendwann einmal abgemerkelt wurden. Und für die jungen Menschen ist „ganz viel heiße Luft“ nun auch nicht gerade das, was man sich in einer Partei wünscht.

Und vor allen Dingen – fehlt es der CDU an positiven, zukunftsweisenden Ideen. Es reicht nun einmal nicht, den SPD-Kandidaten niederzuschäublen, sondern man braucht eine Zukunftsperspektive für den Wähler – und die fehlt der Kanzlerin gegenwärtig ganz und gar.

Ich sage gar nicht, dass die SPD eine solche Perspektive bietet. Wahlen werden nicht im unteren Sozialsegment entschieden. Wir erinnern uns; der Mindestlohn wurde „so mitgenommen“ und er verteuerte viele Waren und Dienstleistungen erheblich und sorgte für Unruhe in den Betrieben. Aber Dank an die SPD gab es nicht. Und genau das wird bei jeder sozialen Mehrleistung passieren, was letztlich bedeutet: Die SPD braucht eben auch eine Zukunftsperspektive, die über den aktuellen Populismus hinausgeht.

Nun – dann mal los, Kanzlerin und Kanzlerkandidat: Überzeugen Sie uns – und zwar nicht mit Sprüchen, sondern mit Konzepten. Das wär doch einmal eine Aufgabe, nicht wahr?

Versagt die Schule an den Anforderungen der Zukunft?

Ich las gerade dies (Zitat):

Arbeitsmarktforscher haben mit Blick auf den bevorstehenden Einzug von Computern und Internet in Fabrikhallen einen flächendeckenden Informatikunterricht an deutschen Schulen gefordert.


Ich wundere mich, dass es dazu eines Anstoßes aus der Wirtschaft bedarf. Und ich amüsiere mich ein klein wenig über das Wort „bevorstehende“. Wenn es unsere demnächst eingeschulten Kids mal geschafft haben, die Schule zu verlassen, sind zwischen 10 und 13 Jahre vergangen. Und eigentlich ist das „Bevorstehende“ heute schon Realität. Und solange sollen wir weiter „muddeln“?

Unser Leben basiert auf Naturwissenschaften und deren Abstraktionen. Und das soziale Leben fußt weitgehend auf Ökonomie.

Und die Schule, besonders das Gymnasium? Hinkt allem hinterher … es ist nicht Informatik allein. Es ist das Denken in klaren logischen Zusammenhängen jenseits von Weltanschauungen. So begreifen wir auch Kultur, Ökonomie und Sozialwesen schneller. Und so können wir sogar die Psychologie begreifen und das herausfiltern, was logisch und sinnvoll daran ist. Sicher können wir versuchen, die Ideale der Bildung des 19. Jahrhunderts zu heiligen. Doch damit nützen wir kaum noch jemandem.

Das jedenfalls ist meine Meinung. Sie dürfen widersprechen.