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Es lebe der Tod – überzeugender TATORT

Wenn zwei wirklich gute Schauspieler zusammenkommen und nicht die Klamottenhelden spielen müssen, wie sonst im ARD-Tatort, dann wird daraus beinahe ein Kammerspiel.

So geschah es gestern Abend. (Ich sah den Tatort erst spät auf „one“). Gutes Drehbuch, sanfte Regie, und zwei Menschen, die einen emotionalen Kampf eingehen, aus der Nähe gefilmt und absolut glaubwürdig gespielt. Felix Murot, gespielt von Ulrich Tukor, und der zunächst namenlose Massenmörder, den Jens Harzer verkörpert, spielen sich vehement in die Tiefen ihrer schwierigen Rollen hinein. Hier der Kommissar, den das Leben plagt und der dennoch den nächsten Tag erleben will, dort der entsetzliche Psychopath mit seiner verbissenen, unerträglichen Moral, der nach eigenen Gesetzen von Gut und Böse lebt.

Zum Schluss leisteten sich Drehbuch und Regie einen teuflischen Gag: Würde der Kommissar seine freiwillig inszenierte, so weit möglich verzögerte Selbsttötung überleben? Traumsequenzen weisen in viele falsche Richtungen, und nur ganz am Schluss wird klar: Murot überlebt, seine Hand ist verbunden, und er betritt ein Café, indem sich die beiden Personen befinden, die er mit seinem Suizid körperlich und emotional retten wollte. Da hätten noch zwei Sätze gut getan.

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Tatort aus Bremen: Der Computer ist das neue Monster

Der Tatort aus Bremen hieß diesmal „Echolot“ und ging wieder um das, was Hollywood einst für die Massen erfand: das Monster. Nur ist es diesmal keine Riesenameise und keine übergroßer Gorilla, kein aus dem Ei geschlüpfter Dino und auch nicht das Monster vom anderen Stern, sondern ein Computerprogramm. Und dann war da noch die Erinnerung an „HAL“ – ja, die Computer werden bald übernächtig, weil wir sie mit künstlicher Intelligenz ausstatten, und dann fressen sie ihre Geschöpfe. Nein, fressen können sie nicht, aber sie können Menschen ausschalten – mithilfe der Bordelektronik eines Automobils. Jedenfalls im Puschenkino.

Das war es zunächst, und Minuten später kam der beste Gag. Als die Kommissarin die Nachricht vom Tod überbringt, glaubt ihr die Mutter der Toten kein Wort, greift zum Handy und „spricht“ mit der Tochter über ein Bildtelefon. Nun ja, eben über die App, die ein Smartphone zum Bildtelefon macht. Sie merkt nicht, dass sie mit der Cyber-Kopie spricht, denn tatsächlich ist ihre Tochter mausetot.

Doofe Kommissare - oberschlaue IT-Experten

Dann kommt’s noch einmal zu einem Höhepunkt: als oberschlaue IT-Experten den dummen Kriminalisten mal zeigen, wo der Hammer hängt und sich darüber totlachen, dass sie die Cyber-Animation der ehemals Lebenden für echt hält.

Ist immer Mist, wenn glaubt, zu großartig zu sein. Und nun kommen wir denn auch zu dem, was an diesem Krimi wirklich nichts taugte. Und es kommt aus dem Munde der Co-Regisseurin Claudia Prietzel, die der Presse sagte:

Wie das Echolot die Tiefe des Meeres auslotet, loten wir die Tiefe der Verbindung zwischen Mensch und digitaler Welt aus.


Genau das tut sie nicht. Weder lotet sie aus noch geht sie in die Tiefe, sondern sie verarbeitet bekannte Klischees und kopiert ein bisschen aus ähnlichen Filmen, denn das Thema ist allgegenwärtig. Mal wird ein vergleichbares System („HAL“) gezeigt, und mal entwickelt ein Finanzberater und Nebenberufs-Callboy eine Maschine, die glücklich macht (1) – und ein paar dummdreiste Rotzlöffel sagen uns sogar, dass wir 2050 (endlich?) mit hautverträglichen Robotern Sex haben können. Einvernehmlich versteht sich.

Ei, ei. Und damit kommen wir natürlich zu der Frage, ob Computer Emotionen haben können, die auf ONE in die verständlichere Frage umgedreht wurde, ob Computer Emotionen LESEN können, was viel interessanter ist – jedenfalls für IT-Experten.

Die Frage, ob Computer Emotionen HABEN, hat eigentlich schon E.T.A Hoffmann beantwortet: Solange wir glauben, dass Maschinen Emotionen haben, haben sie welche – wenn wir es nicht glauben, haben sie keine.

Bleibt die Frage, ob die etwas dürftigen Themen „HAL“ oder „ECHOLOT“ die letzten Zuckungen des „Tatorts“ sind oder jetzt „Tatort für Nerds“. Denn eines weiß die ARD genau: Junge Leute können auf Opas Fernsehen im Prinzip verzichten. Und der „Tatort“ gehört zu Opas Fernsehen.

Die Frage wird wohl offenbleiben. Den meisten jungen Leuten ist künstliche Intelligenz so fremd wie Frankensteins Monster. Und die dauernde Überhöhung der künstlichen Intelligenz bis in die höchsten Sphären der Emotionen ist ganz einfach Bullshit. Oder Volksverarschung. Wie die „Bots“, die lüsterne Jünglinge auf Porno-Seiten locken. Man braucht ein beträchtliches Maß an Blödheit, um beides zu ertragen.
(1) In "Satisfaction", läuft derzeit auf ONE.

Gesundheitsunwesen – Apotheker, Pharmaunternehmen und Kassen

Generika sind normalerweise günstiger als Original-Arzneimittel und die Krankenkassen – das ist im Übrigen ihr gutes Recht – steigend daher gerne auf Generika um.

Wer ein bestimmtes Medikament über Jahre nimmt, kommt dennoch aus dem Staunen nicht heraus. Ich habe die Daten in diesem Artikel verändert, um niemandem zu nahe zu treten.

Schon zwei Mal hat hatte mich die Damen an der Rezeption meiner Ärztin gefragt, ob ich das Medikament „wirklich noch wolle“, da viele Patienten sich über die hohen Zuzahlungen beklagten. Nun tut mir das Mittel gut, und dies seit Jahren – und zudem benötige ich eine Beratung durch meinen Kardiologen, bevor ich es wechsele.

Vor einiger Zeit hat meine Kasse die Generica durch das Original ersetzt, weil man offensichtlich eine Vereinbarung getroffen hatte, so jedenfalls meine Information. Warum auch immer – die Zuzahlung stieg vorübergehend von fünf auf zehn Euro. Das habe ich mir erklären lassen und nachrecherchiert. Und mich natürlich gewundert, warum die Pharmabranche gewonnen und ich verloren habe. (Ja, ich kann’s verschmerzen, darum geht es aber nicht).

Letztens jedoch – man staune – gab es wieder Generika, nur diesmal mit einer Zuzahlung von gegen 30 Euro. Der Apotheker wusste, woran es lag, und die Kasse bestätigte, dass dies so sei, und meine Bearbeiterin erklärte mir die Gründe ausführlich und verständnisvoll. Sie tun hier nichts zur Sache.

Doch weil ich nun einmal gerne die Kalkulation wüsste, die dem zugrunde liegt, habe ich mir das einmal von einmal vorrechnen lassen:

Der Abgabepreis des Herstellers liegt bei etwa 15 Euro, der Festbetrag, den die Kasse zahlt, bei 33 Euro. Wer das Mittel beim Apotheker um die Ecke kauft, zahlt dafür gegen 60 Euro. Damit ist der Gesamtbetrag der Zuzahlungen von 30 Euro zu erklären.

Fragt sich, ob der Patient bei dem Zustand, indem sich das undurchsichtige und mithin fragwürdige Preiskarussell bei Pharmaindustrie, Kassen und Apotheken dreht, noch Vertrauen ins Gesundheitswesen haben kann.