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Bin ich ein Dinosaurier?

Bin ich ein Dinosaurier? Oder sind die Mitbürger einfach von den Medien verblödet worden?

Die Dinosaurier wer’n immer trauriger. Wie oft habe ich als junger Mann, ja selbst noch in meinen mittleren Jahren, die „Dinos“ verachtet, die ihre Chefsessel vollgefurzt haben. Gut, gut, es waren auch einige besondere Menschen dabei, die noch die „alten Tugenden“ des Kaufmanns beherrschten und einige Experten, die jede Art der Technologie aus dem vorigen Jahrtausend beherrschten. Doch die meisten alternden deutschen Manager waren der gleichen Meinung wie IT-Experten: „Versuch nie, ein laufendes System zu verändern – alles, was du änderst, könnte schiefgehen.“

Nun bin ich selber ein Dinosaurier. Führe ein eigenes Blog, das den Menschen unter 40 am Arsch vorbeigeht. Blogs sind so etwas von gestern … heute saugt man sich jeden Mist aus Twitter oder Facebook und einem halben Dutzend anderer „Netzwerke“ rein.

Es sei denn, man wäre Frau oder würde für Frauen schreiben, die einen großen Teil ihrer Zeit mit Selbstbespiegelung oder sinnlosem Geschwätz verbrächten. Denn Online-Zeitschriften für Frauen jeden Alters sprießen gerade wie Pilze aus dem Boden – aus einem einfachen Grund: Die Damen, die sie führen, katapultieren sich damit in kürzester Zeit in die Öffentlichkeit und machen ordentlich Kohle – das meiste mit verdeckter Werbung.

Nun gut – wenn das ein Trend ist, dann ist es ein Trend. Und solche Blogs kosten eben auch viel Zeit, sodass man den Damen ihre Profite nicht neiden sollte.

Indessen ist natürlich die Frage, was für die Einzelne dadurch gewonnen ist. Mehr Geld für sinnloses Zeug ausgeben? Mehr Gedanken über die Gestalten machen, die vorne trällern, irgendwie Schauspielern oder sich im Fernsehen zum Affen machen?

Oder bin ich wirklich Dinosaurier? Dann wäre ich Angehöriger einer hoch spezialisierten, ausgesprochen erfolgreichen Spezies. Wenigstens ein Trost.
http://ideas.ted.com/heres-why-dinosaurs-matter/

Fördern Sie Sehpferd!

Fördern Sie Sehpferd ... tun Sie etwas für die Meinungsfreiheit

Wollen Sie, dass individuelle, interessante und aktuelle Blogs mit Text-Meinungsbeiträgen verschiedener Art erhalten bleiben? Oder wollen Sie, dass alles, was heute noch Freiheit und Kreativität genannt werden kann, von den reichen, arroganten Konzernen verschlungen wird, deren Sklaven wie werden, wenn wir uns nicht wehren?

Schlagen Sie diese Konzerne mit den eignen Waffen! Machen Sie Sehpferd populär, indem Sie Sehpferd überall empfehlen, wo es die Möglichkeit gibt. Sie begeben sich nicht in Gefahr: Sehpferd ist weder sozialistisch noch national durchtränkt.

Sehpferd stützt den Liberalismus, die Europäische Union und die Freiheit von Kunst und Kultur. Dabei ist Sehpferd nie einseitig, sondern geht differenziert, aber dennoch hart mit Themen wie Religionen, Ideologien und Bevormundungen um.

Ob Sie die Meinungen, die hier vertreten werden, mögen oder nicht, spielt kaum eine Rolle. Falls Sie diese Meinungen indessen für interessant und diskussionswürdig halten, dann fördern Sie Sehpferd. Posten Sie, Re-Posten Sie (mit Quellenangabe, bitte), quälen Sie sich durch das Gestrüpp der sozialen Netzwerke und nennen Sie den Namen dieses Blogs: Sehpferd.

Danke, falls Sie es tun.

Algengeblubber: die Woche bei Sehpferd – aktuell und retro

Ende der Woche? Endlich! Das Retro-Magazin „Sehpferd bloggt“ ist im alten Stil mit alten Themen frisch geputzt worden. „Das wird nie etwas“, haben die Freunde gesagt. Heute macht man doch auf FACEBOOK oder oder auf TWITTER oder meinetwegen noch gerad mal TUMBLR, aber so etwas Altmodisches wie ein Blog …

Also: was war? Einheit. Und ein Volk, das sich nicht mehr einig ist, seit es vereint ist. Man denke: Das Volk im Osten mauert gegen eine Kanzlerin, die aus dem Osten kommt, und pfeift einen Bundespräsidenten aus, der aus dem Osten kommt? Wahrscheinlich ist demnächst der Ostwind dran oder das Osterei. Die Frau Familienminister hat sich gerade in die Sexismusdebatte eingemischt – ach, wie wichtig, Frau Minister. Sonst nichts zu tun?

Frauen sind edel, hilfreich und gut und kaufen sich ab und zu mal eine Domina, Hure oder eine andere erotische Dienstleistung. Stand in einem feministischen Magazin, sonst hätten die Sehtiere gar nicht gewagt, es zu bringen.

Ob manchmal nicht auch ein Kuscheltier gereicht hätte, wenn frau (oder man) Lust auf Zärtlichkeit und vertrauliche Gespräche hatte? Klar können Kuscheltiere sprechen. Und Blumen. (Können Sie bei Lewis Carroll nachlesen). Sie müssten einfach mal lernen, anders zu denken – quer oder besser noch diagonal.

Im Bereich der Krimi genannten Sozialklamotten gab es diesmal bärtige Kerle und reichlich eigenartige Kommissarinnen. Wahrscheinlich hat manche Arbeiterin am Fließband ein besseres Verhältnis zur Realität als die TATORT-Frauen.

In Leipzig sind zwei Junglöwen ausgebrochen. Der Zoodirektor behauptet, sie seine über den Wassergraben gehüpft –sehr unwahrscheinlich. Aber nun soll er verbreitert werden.

Wichtig: warum wir Probleme haben und keine Lösungen. Interessiert vermutlich keine Sau, ist aber eine meiner Kernkompetenzen – nicht für Säue, versteht sich.

Apropos: Wir haben Meinungsfreiheit! Und zwar nicht nur für die „privilegierte Medienfuzzis“ – na, das beruhigt doch.

Was mich schon eher beunruhigt, sind Hotlines. Statt „von ihren Kunden zu lernen“, was wirklich sinnvoll wäre, blubbern sie uns mit Blödsinn dicht. Oh, darüber könnte mich mehr schreiben. Aber die Clowns bei den Hotlines interessiert das vermutlich einen Scheiß.

Der Rest ist Retro – und etwas Eigen-Sinn.

Die Ode an den Kaffee stammt von einem britischen Gasthausschild, die Keuschheits-Aufgabe als Belohnung für Wähler stammt aus einer uralten Wahl, ein österreichischer Sex-Sender ist längst Geschichte, und Seepferd-Fans sind keine Sehpferd-Fans. Bleibt ein Geheimnis, was Sache ist, wenn jemand „Brexit“ schreit, und warum ein Fleck auf dem Tisch auf das Lokal hinweist, in dem der Wein serviert wurde. Schon die Sehjungfrau beguckt? Oder wollten Sie schwanger von einem Smartphone werden? Blubb, blubb ...

Postfaktisch – die Eliten predigen den Dummen Unsinn

fakt oder gefühl?
Postfaktisch“, erklärt uns Wikipedia, bezeichne eine „Epoche“, „in der sich die Menschen angeblich nicht allein mit Fakten beeindrucken lassen wollen.“

Beeindruckend, nicht wahr? Und was wollen sie? Sie wollen ihre eigenen Gefühle sprechen lassen. Das „Nachtatsächliche Zeitalter“ setzt stattdessen angeblich auf Gefühle, und zwar auf keine guten Gefühle. Und natürlich ist es kein Zeitalter, sondern eine relativ dreiste Behauptung über eine Tendenz, die möglicherweise gar nicht existiert.

Gab es ein „faktisches“ Zeitalter?

Haben sich „die Menschen“ jemals auf Tatsachen berufen, wenn sie geliebt haben oder gehasst haben, geknechtet wurden oder die Herrschaft gewannen? Und um mal auf das Restvolk des „Real Existierenden Sozialismus“ zu kommen: Wies ist denn dieses DDR-Volk mit Tatsachen umgegangen? Will da wirklich jemand heute ernsthaft von „postfaktisch“ sprechen? Nein, das ist kein Vorwurf an die Menschen der Ex-DDR, sondern an alle, die den Ausdruck verwenden.

Und die "Wissensgesellschaft"?

Da wäre noch die angebliche „Wissensgesellschaft“ – auch so ein Dummwort. In Wahrheit verfügten damals (sagen wir mal um 1960 bis 1990) sehr wenige Menschen über ein wirklich fundiertes, zutreffendes Wissen, und sie haben sich dann zu Eliten erhoben, die das (wenige und meist veraltete) Wissen zu Standards aufmotzten.

Neidische Eliten?

Irgendwie, so scheint mir, sind die alten Eliten ein bisschen neidisch auf all jene, die nun Google haben und sich das einst elitäre Wissen mit ein paar Mausklicks aneignen können. Dazu benötigt man natürlich ein bisschen mehr als Suchmaschinenkenntnisse, aber es ist dennoch deutlich einfacher und jedermann zugänglich.


Und wie war das nun mit „Postfaktisch“? Nein, kein Postpacktisch, wie er in jetzt in der Filiale eines Lebensmittelhändlers steht. Das Wort heißt „postfaktisch“ – wirklich. Und es wird von den alten Eliten benutzt, um dem Bildungsbürger (und dem Dummen) die Welt zu erklären.

Na ja, ich zitiere mal die NZZ und ihren Kolumnisten Eduard Kaeser. Dabei kommt der Frust der Eliten über das verloren gegangene Wissensprivileg bestens heraus (Zitat):

Bewirtschaftung von Launen: Das ist die politische Verlockung des postfaktischen Zeitalters. Ihr kommt die Internetgesellschaft als «Nichtwissenwollengesellschaft» entgegen. Wir fragen nicht, wie man objektives Wissen gewinnt und wie es begründet ist. Wir googeln. Wir haben die Suchmaschine bereits dermassen internalisiert, dass wir Wissen und Googeln gleichsetzen.


Die Suche nach der „reinen Wahrheit“, also nach dem „überprüfbar Faktischen“ ist so schwierig, dass sie nicht nur das Volk gelegentlich überfordert, sondern leider auch die Wissenschaftler. Das mag einen Physiker nicht sonderlich tangieren, einen Soziologen oder Psychologen aber schon. Diese Leute arbeiten immer mit waghalsigen Hypothesen, und leider wird bis heute jeder Schrott veröffentlicht. Und weil das Volk „die Wissenschaft“ als Ganzes ansieht, misstraut sie dem, was von Journalisten darüber verbreitet wird. Und sie Misstrauen (mit Fug und Recht) auch der „Bullshit-Geselslchaft“, die lachhafte Mantras ins Volk schleudert.

Da kann man beklagen, dass dieses Volk so empfänglich für negative Emotionen, dummdreiste Behauptungen oder den Blödsinn ist, den uns Ideologen von rechts (und natürlich auch von links) ständig vermitteln wollen.

Sicher – und man sollte es auch beklagen. Aber nicht mit neuer Verblödung beginnen, wenn man es tut. Und „postfaktisch“ ist Volksverblödung.