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Warum wir oftmals etwas neu aushandeln müssen

Die neue bürgerliche Rechte, die in vielen Mitmenschen wohnt, obgleich sie niemals die extreme Recht wählen, erreichte mich vor einigen Tagen. Demnach ist die Rechtssicherheit in Deutschland in Gefahr.

Doch warum?

Weil einmal jemand etwas höchst Nützliches gesagt hat:

Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden. Es liegt an uns, ob wir darin dennoch eher die Chancen sehen wollen oder die Schwierigkeiten.


Die Frage ist natürlich, was gemeint ist. Sollte es Frauen und Männer betreffen, so sind die Regeln für das Zusammenleben seit Jahrzehnten im Fluss, und alle wissen dies. Genderforscher(innen) und Feministinnen beharren sogar daraus, dass dies ein „Muss“ sei. Und selbst der alternde liberale Pragmatiker, der hier schreibt, sieht es ein. Ja, es kann nicht mehr so weitergehen mit den ungeschriebenen Gesetzen des Zusammenlebens, nach denen die Großmama und der Großpapa zusammenlebten. Und das alles ist nichts anderes als:

Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden.

Man mag sich fragen, ob die Wortwahl möglicherweise übertrieben sein könnte. „Täglich“ ist ein bisschen oft. Aber „Fallweise“ trifft den Nagel auf den Kopf. Und dann gilt auch der Nachsatz:

Es liegt an uns, ob wir darin dennoch eher die Chancen sehen wollen oder die Schwierigkeiten.

Veränderungen bedeuten Chancen - Starrsinn ist gefährlich

Klar, dass diese einige Menschen in unserem Land nicht wollen. Flexibel zu sein fällt dem Deutschen ohnehin schwer. Und weil das so ist, pocht er auf „Rechtssicherheit“, die im Grunde gar nichts damit zu tun hat. Es sind die Vereinbarungen untereinander, die hin und wieder neu definiert werden müssen – jedenfalls im Bereich der Beziehungen.

Und in vielen anderen Bereichen eben auch. Es scheint so, als ob die Diskussion um Migranten jede Vernunft tötet. Und es wirft viel Licht auf diejenigen Konservativen in Deutschland, die offenbar nicht wahrhaben wollen, dass sich die Gesellschaft verändert, ob sie es nun gutheißen oder nicht.

Die Post, die Hotline und der Kunde, der leider einen Wunsch hat

Mein Paket traf am 29. 06. 2018 in Deutschland ein. Nun ja, dachte ich, dann müsste ich es ja bei zum 5. 07. 2018 spätestens in Händen halten. Normalerweise sind Post und DHL ja fix und schaffen das. Und falls da nicht so sein sollte, hinterließ ich bei der Nachbarin noch eine Vollmacht.

Etwas geht schief – das kommt ja mal vor

Der Teil, den die Post nicht zu vertreten hat (wie ich meine): Der Absender hatte irgendetwas versiebt. Jedenfalls (man konnte mir das später auch nicht so genau erklären) waren die Papiere entweder nicht vorhanden oder unvollständig. So etwas kommt mal vor und ist an sich kein Drama.

Die Deutsche Post wird kontaktiert

Also übergibt man die Sendung dem Zoll, und benachrichtigt mich, dass ich sie beim nächstgelegenen Zollamt abholen müsste. Der Brief wurde glücklicherweise von der Nachbarin angenommen, sodass ich überhaupt etwas über den Inhalt erfuhr. Alternativ könne man, falls ich die entsprechenden Nachweise einreichen würde, auch noch eine Verzollung durchführen – gegen Gebühr. Sollte ich weder das Eine noch das Andere tun, drohte man mit der großen Keule erheblicher Kosten für die notwendige Rücksendung. Nur: ich war in Urlaub und hatte nur einen einschränkten Zugang zu meinen Dokumenten, die für den Abschluss des Vorgangs nötig gewesen wären. Nun gut – am 12.Juli versuchte ich, von meinem Urlaubsort aus die Post zu kontaktieren.

Die Deutsche Post antwortet nicht

Nun war der Termin knapp. Und jetzt kommt der Service der Deutschen Post ins Spiel und deren Hotline. Ich kam nämlich auf die absolut unverschämte Idee, die Post um einen oder zwei Tage Aufschub zu bitten, sollte ich nicht am letzten Abholtag in Empfang nehmen können. Das überforderte die Deutsche Post nun in jeder Hinsicht. Meine erste Anfrage, über das verwirrende Online-Formular eingereicht datierte vom 12. Juli 2018. Da die Hotline der Deutsche Post offenbar im tiefen Schlummer lag, füllte ich noch einmal das (immer noch recht verwirrende) Kontaktformular der Post aus, diesmal als Beschwerde. Wir schreiben nun schon den 17. Juli.

Die Post schickte nach acht Tagen eine Oberlehrerbotschaft

Am 20. Juli antwortete die Post mit einem denkwürdigen Text: Die DHL sei ein Transportunternehmen, der Zoll sei eine staatliche Institution. Daher habe die DHL keinen Einfluss auf die Lagerungsfristen.

Ein, ei .. wie interessant, denn an den Zoll hatte ich mich zuerst gewandt – und dort erhielt ich eine andere Auskunft über die Zuständigkeiten. .

Auf Nachfrage überlegt sich’s die Post dann noch einmal

Offenbar war den Herren von der DHL die ursprüngliche, hinreichend patzige Auskunft wohl doch nicht ganz geheuer. Und deshalb sah man sich später bemüßigt, mir mitzuteilen, dass es nicht möglich sei, die Lagerfrist zu verlängern, und zwar „das die fristgerechte Rücksendung mit dem Absender vertraglich vereinbart ist.“

Fragte sich, aufgrund welcher Verträge und warum ich über meine Waren nicht verfügen kann. Aber das muss man den blöden Kunden ja gar nicht erst mitteilen.

Übrigens ein ausdrückliches Lob an den Zoll: Man war korrekt, schnell, freundlich und zuvorkommend. Und ja, ich habe mein Paket dort heute selbst abgeholt.

Und die Post? Na schön, man entschuldige sich am achten Tag, dass man bisher nicht reagiert hatte. Das ist keine Hotline, das ist … ich erspare mir, die Sache beim Namen zu nennen. Ich müsste dann unschöne Dinge sagen, die mit den Tatsachen nichts mehr zu tun hätten.

Herr Özil - geht der mich etwas an?

Der Tag beginnt und mir wird ein Herr Özil pressemäßig um die Ohren gehauen, so, als ob es um die nationale Sicherheit ginge. Klar ist Sommerflaute, Sommerloch, Sauergurkenzeit und dergleichen, aber warum muss ich wissen, wie Herr Özil denkt und fühlt und was Herr Hoeneß und andere darüber denken?

Soll doch der Herr Özil machen, was er will. Er ist ein freier Mensch, soweit man dies von Fußballstars überhaupt sagen kann.