Skip to content

Politikerwahn: Wölfe und Sexismus

Mich wundert nicht, dass die Parteien jetzt von den wichtigen Themen der Zeit ablenken wollen: die Zukunft Deutschlands und die Zukunft der EU. Stattdessen wird, wie mittlerweile üblich, Kasper, Gretel und Krokodil gespielt – und tatsächlich greift’s die Presse auf. Die Kasper sind diesmal die Machos, klartextlich: alle Männer außer dem eigenen (wenn frau einen hat), die Gretels die „#MeeToo“-Bewegung, und die Krokodile die – Wölfe.

Kaspertheater: die Klatsche raus

Ei, ei, wie lustig doch das Kasperletheater ist. Nur dass diesmal der nicht der langnasige Spaßmacher mit der Klatsche auftaucht, um böse Räuber und Krokodile anzuwatschen. Nein, da müssen erst mal die Gretels ran, um den Männern was vor den Latz zu knallen - undifferenziert, wie üblich. Und nun kommt ein Schafhirt daher, und der sagt: Das Wichtigste ist jetzt, dass wir die gottverfluchten Wölfe wieder loswerden.

Seltene Exemplare: durchgeknallte Machos und reißende Wölfe

Mal Hand aufs Herz: Haben Sie schon mal einen Wolf in freier Wildbahn gesehen? Oder besitzen Sie eine Schaf- oder Ziegenherde? Oder: Wie viele extreme Machos kennen Sie, die arme, wehrlose Frauen verbal so belästigen, dass sie die Flucht ergreifen müssen?

Spalten und Verunsichern statt das Volk zu versöhnen?

Es ist eine Schande, dass es niemanden gibt, der das verunsicherte Deutschland wirklich versöhnen will. Stattdessen baut man neue Spaltpilze auf, wie das Thema „Frauen sind alle brav, edel und anständig, und Männer haben alle Schweineneigungen.“ Folgt abermals die Neidschafdiskussion: Die Hammel haben ihre eigenen Cliquen, deshalb sind sie so mächtig. Und so weiter … und diese Politiker(innen) sollen wir wirklich ernst nehmen?

Ich las viel dazu - unter anderem die ZEIT.

Grüne Bürgermeisterin macht in moralinsaurem Feminismus

Die grüne Partei stand lange im Ruf, Ideologien vor sich herzutragen. Jetzt ruft eine Bürgermeisterin dazu auf, sogenannte „sexistische“ Werbung zu denunzieren und lässt dazu eine Broschüre verteilen, und so stand es in der Zeitung:

Sie appelliert, gegen solche frauenfeindliche Werbung vorzugehen. Muster-Beschwerdebrief, rote Protest-Postkarten sowie die Anschriften der Außenwerber und des Deutschen Werberates werden in der Broschüre mitgeliefert.


Nun ist dies ein freies Land, und das sollte man vielleicht auch der grünen Bürgermeisterin Monika Herrmann sagen: Wer sich hier als Moralschnüffler betätigt, muss wissen, dass dies auf die Person wie auch auf die Partei zurückfällt. Jedenfalls hat die CDU, die im Bezirk allerdings kaum eine Rolle spielt dankenswerterweise reagiert. Sie bezeichnete die Initiative der Bürgermeisterin als „Aufruf zum Denunziantentum“.

Negativbild von schönen Frauen - dumm und willensschwach?

Der moralinsaure Feminismus zeigt sich vor allem in dem Negativbild, das die Bürgermeisterin verbreitete: Demnach suggerierten Frauen auf den Plakaten, „willensschwach, hysterisch, dumm, unzurechnungsfähig … und – naiv zu sein.“ Aha: Also nicht selbstbewusst, in sich ruhend, klug und selbstsicher zu sein. Was für ein Frauenbild hat die Bürgermeisterin denn da? Es sind Frauen, die solche Werbung sehen wollen und solche Produkte kaufen – und sie sind ebenso selbstsicher und klug wie die Modelle, die in der Werbung zu sehen sind.

Der Berliner Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain ist durch und durch Grün und galt als zeitweise als fundamentalistisch, als Hans-Christian Ströbele dort das Direktmandat holte. Bei der Wahl 2017 schaffte es Canan Bayram, das Direktmandat zu gewinnen.

Werbung: Mehr angreifbare Erotik oder nur mehr weibliche Empörung?

Ein „Beschwerdewachstum“ (man beachte das Unwort) hab es bei der „Schmuddelwerbung“ (auch hübsch, nicht wahr?) gegeben. Ob es aber auch mehr Werbung gegeben hat, die absolut unlauter, diskriminierend oder gefährdend war, ist damit noch nicht gesagt. Und dazu wusste „Onlinehändller“ dies:

Übrigens ist „geschlechterdiskriminierende Werbung“ laut Handelsblatt aktuell der Hauptgrund für Beschwerden.


Das Handelsblatt, aus dem der „Onlinehändler“ zitiert, nennt zwei Gründe und redet eher Tacheles - und da lesen, wir dann:

Zum einen sieht er die Debatte über die Gleichstellung der Geschlechter und das von der SPD geforderte gesetzliche Verbot sexistischer Werbung als Auslöser vieler eingereichter Motive.


Zum anderen gehen derzeit die Jedermann-Petzen, seinen sie nun bigott, etepetete oder feministisch, mit dem Smartphone auf die Pirsch – das macht die Beschwerde offensichtlich leichter.

Über die SPD und ihre Absichten wird noch zu reden sein. Bekanntlich sind die Sozialdemokraten immer dafür, alles so weit zu regulieren, dass der liberale Geist dabei auf der Strecke bleibt. Mal beugt man sich damit den Forderungen der Gewerkschaften, mal denen des Feminismus. Mal sehen, was die Partei noch hervorbringt - aber Blumentöpfe gewinnt man mit dem "Verbot sexistischer Werbung" jedenfalls nicht.

Die Familienministerin und die Einmischung in „Sexismus“

Sexismus ist ein Kunstwort – von Feministinnen erfunden, um die wirklich oder vermeintliche Abwertung von Frauen verbal in die Nähe des „Rassismus“ zu bringen. Die pseudowissenschaftliche Verpackung des „Ismus“ schützt ja bekanntlich auch vor der Kritik durch einfache Bürger, die angesichts solcher Wörter erstarren.

Nun verleugne ich nicht, dass es solche Abwertungen gibt. Aber das Wort zu verwenden, zeugt von vornherein von feministischer Ideologie. Und genau der verfiel jetzt die Familienministerin (Zitat):

Ich würde mir wünschen, dass auch mehr Männer das Wort erheben gegen Sexismus … Sexismus gibt es auch in der Politik, die immer noch sehr stark männerdominiert ist.


Das kling gut und plausibel, hat aber einen Haken: Selbstbewusste, politisch klug und liberale Frauen und Männer setzen sich für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit ein, ob es nun um Frauen oder um Männer geht. Sich „gegen Sexismus“ einzusetzen, ist hingegen eine Unsitte der Ideologen, die glauben, gegen etwas zu sein sei schon die Lösung, es zu verhindern.

Sexismus - unscharf und einseitig gegen Männer eingesetzt

Nebenbei bemerkt ist Sexismus derart unscharf formuliert, dass niemand exakt weiß, gegen was eigentlich gekämpft wird. Und dies unabhängig davon, dass „Sexismus“ immer nur dann verwendet wird, wenn Frauen abgewertet werden – und nicht, wenn Männer verbal gedemütigt werden. Dann ist es plötzlich das gute Recht der Frauen, sich süffisant über „die Männer“ auszulassen. Da kann frau dann ruhig mal sagen, dass „Männer mit dem Schwanz denken“. Hihi, wie lustig.

Vielleicht versuchen es die Ideologinnen oder Politikerinnen einmal mit „Einigkeit und Recht und Freiheit?“ Oder mit Freiheit, Gleichheit und Menschlichkeit?“