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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Akustische Musik, kleine Ensembles und Lautsprecher

Als akustische Musik gilt jener Teil der Töne, die auf einem Musikinstrument ohne künstliche Verzerrung erzeugt wurden. Je weniger Instrumente oder Stimmen wir zugleich hören, umso filigraner wird der Klang.

Was können wir daraus schließen?

Nun?

Bei meinen Voraussetzungen habe ich „klassische Musik“ keinesfalls ausgenommen – sondern nur versucht, euch die Wiedergabe eines Symphonieorchesters über Lautsprecher auszureden. Anders formuliert: Wenn ihre „auch mal eine Symphonie“ hört, dann reicht wirklich eine der „neuen“ Regalboxen. Sie sind übrigens nicht ganz so neu: Es gibt sie schon seit 50 Jahren, und sie wurden in den letzten Jahren technisch noch erheblich verbessert.

Kein großes Orchester passt in euer Wohnzimmer - egal, wie groß, die Boxen sind

Ich erkläre das mal mit den Symphonieorchestern mal ganz laienhaft: Ein „großes Orchester“ passt akustisch nicht in euer Wohnzimmer. Die moderne Technik kann das ein bisschen ausgleichen, aber das bedeutet nun mal eben, dass ihr in jedem Fall Abstriche beim Hörgenuss einkalkulieren müsst.

Kleine Ensembles wirken so, als ob sie im gleichen Raum spielen

Kleine Ensembles, sowie Sängerinnen und Sänger, treten hingegen bei entsprechender Aufnahmetechnik transparent und klar in den Raum. Aus vielen technischen und hörpsychologischen Gründen nehmen wir sie als „anwesend“ wahr. Oder mit anderen Worten: Sie tönen in einer Art, als seien sie physikalisch anwesend.

Fragt euch mal, welche Musik ihr hört – nicht ob Klassik oder Jazz, sondern nur, wie viele Personen gemeinsam auf der Bühne stehen und dabei Töne produzieren. Wenn es fünf oder weniger sind und alle rein „akustische“ Instrumente verwenden, dann fühlt ihr euch beim Zuhören „wie zu Hause“.

Und das verspreche ich euch auch, wenn ihr für eure Lautsprecher nur ein „kleines Budget“ zur Verfügung hattet.

Probleme mit diesem Artikel? Dann bitte zurückschreiben. Ansonsten: Mich zitieren - was sonst?

Warum „Dating“ keine Kultur ist

Als ich gestern über die Kultur geschrieben habe, fiel mir ein, dass die Öffentlichkeit etwas als „Kultur“ bezeichnet, das den Namen nicht verdient: Dating.

Das Kennenlernen an sich ist zwar eine Kulturleistung – doch sie beruht auf dem natürlichen Bedürfnis, sich zu paaren. In Deutschland mag es viele „Rituale“ geben, die damit zusammenhängen, aber es gibt hier keine Dating-Kultur.

Was davon in Deutschland übrig blieb, war ein Abklatsch eines US-Teenagerkults. Er passte bestens ins Konzept der ursprünglichen Online-Dating-Anbieter und wurde deshalb auch von ihnen propagiert.

Genau genommen ist die US-amerikanische Datingkultur schon vorüber gewesen, als sich Online-Dating durchsetzte. Auf dem Höhepunkt der Hype um Online-Dating wurde bereits geschrieben, dass „moderne Partnersuche“ den altmodischen „Dating-Regeln“ widersprach.

Im Grunde war es Teil eines Generationenkampfes – die modernen Autorinnen und Autoren wollten das jugendliche Publikum und seine Verhaltensweisen dort „abholen“, wo es war.

Überraschenderweise wurde eine der ersten Publikationen darüber 2012 von einem Online-Dating-Unternehmen gefördert, das heute kaum noch bekannt ist. Die Thesen von damals sind allerdings bis heute gültig.

Quelle und Referenz „Modern Dating – A Field Guide“. Ontario 2013

Zu den Diskussionen um eine „deutsche“ Kultur

Die UNESCO definiert Kultur als „die Gesamtheit der geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Eigenschaften einer Gesellschaft oder sozialen Gruppe, die unverwechselbar und einzigartig sind“. (1)

Die Aussage soll nicht bezweifelt werden – und doch bedeutet dies, Kultur als die Summe einiger Eigenschaften zusammenzufassen, die in der Vergangenheit eine große Rolle gespielt haben.

Zurück in die ferne Vergangenheit?

Manche Menschen in unserer Bevölkerung sind nur allzu willig, die „modernen“ Zeiten zurückzudrehen – sie behaupten, Kultur sei das, was ihre Väter und Vorväter einst geschaffen haben. Zugleich sagen sie, dass unsere heutige, sichtbare und erkennbare Kultur unter „fremden“ Einflüssen steht. Und sie meinen damit die gesamte „Moderne“ - was letztlich bedeutet: Unter Einschluss der vergangenen 100 Jahre.

Deutsche Kultur - für die damalige Jugend nicht als Vergangenheit

Am Ende des Zweiten Weltkriegs beargwöhnte man eine Jugend, die an alles andere dachte als daran, an die „Deutsche Kultur“ anzuknüpfen. Das hatte viele Gründe – unter andrem auch den, dass Kultur im Schulunterricht ähnlich behandelt wurde wie Religion. Sie hing irgendwo ganz oben, und man musste atemlos lauschen und staunend sehen, was „wir“ unter Abzug der letzten rund 35 Jahre vollbracht hatten. Es waren lauter Meisterwerke der Baukunst, der Musik, der Malerei, der Dichtung … ach, das waren sie? Irgendwie war alles, was da geplant, vertont, gemalt und gedichtet wurde, schon ziemlich alt – das Neue ließ noch lange auf sich warten.

Was ich "mein Eigen" nennen, das ist für mich Kultur

Wenn ich später jemals gefragt wurde, welchen „Zugang“ ich zur Kultur hätte, so war ich versucht zu sagen: „Was ich mein Eigen nennen, das ist Kultur.“ Ich bestreite nicht, dass irgend etwas anderes auch Kultur sein könnte. Aber nur, weil sie "ein Deutscher" geschaffen hat, wird sie für mich nicht zu meiner Kultur.

Ich denke, dies mag denjenigen helfen, die ebenfalls nach „ihrer“ Kultur suchen. Zudem ist es eine Methode, Kultur im Hier und Jetzt zu erfassen und jede kulturelle Entwicklung wohlwollend zu begutachten. Nur die Vergangenheit – die lassen wir besser Vergangenheit sein.

(1) Zitat aus Unesco.de.

Mythos "einfache Kindheit" - mehr Lebenserfolg durch kritiklose Anpassung?

Vorausschicken will ich gerne, dass ich als Kind „einfacher Eltern“ aufgewachsen bin. Wenn die Rede davon ist, wie „Menschen in den 1960er oder 1970er-Jahren“ aufgewachsen sind, dann fühle ich mich durch Alter und Herkunft durchaus veranlasst, das Wort zu ergreifen.

Die Welt erfassen - ein Menschenrecht

Wie für alle Kinder, so ging es auch für mich und meine Generation darum, die Welt zu erfassen – durch Zuhören, durch Zusehen – aber auch mithilfe einfacher Untersuchungen. Durch viele Fragen an Erwachsene und noch mehr eigene Fantasien.

Wer heute behauptet, er habe „ganz anders gelernt“ als die „Jugend heute“, der sollte zumindest wissen, dass die heute 70 – 80-jährigen Menschen kein Maßstab für „gesundes“ lernen sind. Gehen wir etwa 150 Jahre zurück, so fanden wir völlig andere Grundlagen vor. Das neue Jahrhundert (diesmal das zwanzigste) bracht mit allen Traditionen, und nach Ende des Ersten Weltkriegs fanden die Menschen in Deutschland ein ähnliches Chaos vor wie 1945.

In einer Studie heißt es (2):

„Wenn du zurückblickst, erkennst du, wie viel du überstanden und daraus gelernt hast. Du hast eine Kindheit gemeistert, in der es weniger Sicherheitsnetze und weniger Worte für Gefühle gab … Erwachsene erklärten nicht immer, was gerade geschah; sie erwarteten einfach, dass du dich anpasst. Und genau das hast du getan – immer und immer wieder.“


Kritiklose Anpassung als Lebensziel?

Was mich daran stört, ist die Passivität. Haben „wir“ unsere Kindheit tatsächlich durch Anpassung an „gemeistert“? Konnten wir durch „Anpassung“ alles erreichen? Haben wir nie nachgefragt, was etwas bedauert? Haben wir keine Widersprüche entdeckt, die geklärt werden sollten?

Falsche Darstellung der 1960er Jahre

Ich zitiere hier mal, was wirklich getan wurde – jedenfalls in den 1960ern in einem Lied auf Englisch (1):

“A quizzical kid, he doesn't want anything hid
He's forever demanding to know who and what and why and where
Inquisitive child, sometimes the questions get wild
Like, "Daddy, can I have that big elephant over there?”

Ja, auch ich habe zugehört. Und auch ich habe nicht immer Antworten bekommen. Aber ich habe einige Dutzend Mal gefragt, was dieses oder jedes Wort bedeutet, wie ich mir etwas erklären kann. Doch letztlich habe ich erkannt, was real ist, was wahrscheinlich ist und was meine Fantasie hinzugefügt hat. Und ich denke, genau das haben mein Vater, Großvater und Urgroßvater auch schon versucht - in Zeiten, in denen es ungleich schwerer war, überhaupt Antworten zu bekommen.

Wissenschaft oder bloße Meinung?

Der Artikel, den ich ursprünglich las, ging es um „mentale Stärken“, die heutigen Kinder angeblich nicht mehr haben. Auf der Suche nach den Quellen konnte ich den Inhalt des Artikels zurückverfolgen: Er erschien in Europa zuerst in „Ouest-France“ (Dezember 2025), und basiert auf einem Artikel in „Cottonwood Psychology“, der etwa zur gleichen Zeit veröffentlicht wurde. Im Artikel fehlt die Quelle der Vergleiche zwischen den Generationen.

Quellen:

(1) Text von Oscar Brown Jr., musik von Bobby Timmons.
(2) "Cottonwood Psychology", Artikel.

Sinngemäße Übersetzung des Liedtextes:

„Er … ist ein neugieriges Kind, dem nichts verborgen bleiben soll; er will ständig wissen: wer, was, warum und wo. Ein wissbegieriger Knirps – manchmal klingen seine Fragen verrückt, wie etwa: „Papa, darf ich diesen großen Elefanten da drüben haben?“

Dating mit „Übungspartnern“ – warum eigentlich nicht?

Menschen müssen erst lernen, soziale Kontakte zu knüpfen … das ist eine Binsenweisheit.

Wer jemals mit der Partnersuche im „reiferen“ Alter beschäftigt war, der weiß, dass man nicht nur selbst älter geworden ist, sondern auch, dass sich die Zeiten geändert haben. Was vor zehn oder zwanzig Jahren noch gegolten hat, wirkt heute merkwürdig.

Kennenlernen üben - hervorragende Lösung für das Dating über 40

Besonders im Bereich des „Kennenlernens“ ist die Sache heikler geworden. Die meisten Frauen und Männer mit über 40 sind sich nicht bewusst, dass „Menschen kennenlernen“ viele Gründe hat – und dass nur wenige erste Kontakte zu konservativen Liebesbeziehungen führen.

Was läge da näher, als „Dating“ zu üben? Einfach mal mit jemandem ausgehen und gucken, was draus wird? Lernen am Erfolg wie auch am Misserfolg, „ausloten“, wer auf dem Markt ist und warum, Möglichkeiten abchecken. Das Verhältnis zu anderen Bildungsschichten und Auffassungen überprüfen …

Lernen durch Erproben

„Practice Dating“ nennt sich das – und um es gleich zu sagen: Es ist die Methode, nach der die Klugen und Weitsichtigen vorgingen – bevor es angeblich zum „Trend“ wurde.

Ich zitiere diesmal ausnahmsweise einen Profi, der dies veröffentliche (1):

Jemand erzählte mir kürzlich, dass sie ihren langjährigen Partner anfangs eigentlich gar nicht attraktiv fand. Ihr Desinteresse führte dazu, dass sie bei dem Date eine Haltung nach dem Motto „Ich rede einfach über das, worauf ich Lust habe“ an den Tag legte. Nach mehreren Stunden angeregter Unterhaltung wurde ihr jedoch klar, dass er interessanter war, als sie zunächst gedacht hatte, und dass die beiden unter der Oberfläche tatsächlich viel gemeinsam hatten.

Soweit, so gut. Doch schon kommen die Einwände jener Puristinnen und Puristen, für die das Kennenlernen offenbar eine geheiligte Prozedur ist, die Schutz verdient.

Das liest sich dann so (2):

„Andere Menschen dürften nicht zu bloßen Übungsobjekten für die eigene Persönlichkeitsentwicklung werden.“

So sehr beide Standpunkte einander widersprechen mögen (3) – niemand sollte daran gehindert werden, für sich selbst zu erproben, was ihm oder ihr guttut.

Denn das Gegenteil von „nie Übungspersonen zu nutzen“ wäre, zu jedem Date mit der Hoffnung zu gehen, dass es „diesmal wirklich klappen“ muss. Das ist bekanntlich auf Dauer erniedrigend.

Eines füge ich noch hinzu: Es ist bei Weitem erfolgreicher, sich bei Dates nicht zu „verstellen“, als der anderen Person eine Kunstfigur vorzuspielen, damit es ein „zweites Date“ gibt.

Quellen:

(1) Zitiert aus "Psychology Today"

(2) Zitiert nach dem "Standard"

(3) Im Original (Nypost) eher moderate Kritik.