Jazz – schon beim Wort scheiden sich die Geister
Dieser Tage bin ich wieder einmal auf die „Herkunft“ des Jazz gestoßen, über die es mehr Mythen als Wahrheiten gibt. Was ist aber mit der Definition selbst?
Ich erfahre, dass wir dies glauben sollen: Das Wort soll aus dem Bereich des Sports kommen – und räumlich gesehen aus Kalifornien. Verwendet wurde es demnach 1913 – also etwa 4 Jahre bevor der Name im Zusammenhang mit Musik erwähnt wurde.
Die Bedeutung soll damals etwa unserem Lehnwort „Elan“ entsprochen haben, das in etwa „Begeisterung“ bedeutet.
Doch ist dies wahrscheinlich?
Chasser - Chass - Jass?
Ich denke nicht – denn sehr viel wahrscheinlicher ist, dass dieses Wort aus dem Französischen kommt. Das Wort „chasser“ kommt aus dem Bereich der Jagd, steht aber auch für „getrieben werden“. Wie wäre es, wenn man den Ragtime schneller spielte als auf dem Klavier üblich, einfach "Jass" nannte?
Dafür spricht vor allem, dass in Louisiana noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch Französisch (Cajun) gesprochen wurde.
Vermutliche Fehlannahmen
Es gibt einige andere Ansichten. Einige Autoren nehmen an, dass „jaser“, ebenfalls ein französisches Wort, beim Jazz Pate gestanden hätte. Es ist nahezu restlos unwahrscheinlich. Die Ähnlichkeit mit dem Wort „Jizz“ ist rein zufällig – das Wort steht für „Ejakulat“ – es hat mit Jazz also gar nichts zu tun, auch wenn das „ein Musiker meint“.
Kein Jazz im Bordell
Die Verbindung zwischen „Jazz“ und „Bordell“ ist übrigens ein Märchen. New-Orleans-Bordelle leisteten sich zwar oftmals einen Pianisten, auf keinen Fall aber eine „Jazzband“, die viel zu laut für ein derartiges Etablissement gewesen wäre. Dieser Pianist, den man auch "Professor" nannte, spielte alles, was man von ihm verlangte, von Quadrillen über Populärmusik bis zu Ragtime. Von „Jazz“ konnte dabei keine Rede sein.
Dixieland-Jazz - Jazz aus dem Süden der USA
Die musikalischen Etiketten, wie etwa „New Orleans Jazz“ oder auch „Dixieland“ wurden erst in späteren Jahren vergeben. Der Name „Dixieland“ sagt nichts anderes aus, als dass die Musik aus dem Süden der USA kam. Die Bezeichnung leitet sich von der 10-Dollar Note her, auf der die Zahl zehn als „Dix“ stand.
Etiketten zur Vermarktung - "New Orleans Jazz" und "Dixieland"
Beide Begriffe – also sowohl „New Orleans Jazz“ wie auch „Dixieland“ wurden erst durch Studio-Aufnahmen zu Etiketten für die angebliche „Stilrichtung“. Nach relativ einhelliger Meinung wurde Jazz vor allem über die Schallplatten populär, weniger über die amerikanischen Mittelwellensender, die nach meiner Kenntnis erst zwischen 1920 und 1925 Jazz-Sendungen ausstrahlten.
Quellen und andere Meinungen
Hallo: Ich kann irren. Wer meint, das etwas an diesem Artikel nicht stimmt, der kann ihn gerne kommentieren.
Quellen mit gegenteiligen Behauptungen:
Wikipedia
Dictionaryblog
Ich empfehle darüber hinaus, unbedingt einmal bei "Jazzseite.at" vorbeizuschauen. Dort ist zu lesen, dass der Jazz bis in die 1920-er Jahre immer noch mehr oder weniger "Ragtime" war.
Ich erfahre, dass wir dies glauben sollen: Das Wort soll aus dem Bereich des Sports kommen – und räumlich gesehen aus Kalifornien. Verwendet wurde es demnach 1913 – also etwa 4 Jahre bevor der Name im Zusammenhang mit Musik erwähnt wurde. Die Bedeutung soll damals etwa unserem Lehnwort „Elan“ entsprochen haben, das in etwa „Begeisterung“ bedeutet.
Doch ist dies wahrscheinlich?
Chasser - Chass - Jass?
Ich denke nicht – denn sehr viel wahrscheinlicher ist, dass dieses Wort aus dem Französischen kommt. Das Wort „chasser“ kommt aus dem Bereich der Jagd, steht aber auch für „getrieben werden“. Wie wäre es, wenn man den Ragtime schneller spielte als auf dem Klavier üblich, einfach "Jass" nannte?
Dafür spricht vor allem, dass in Louisiana noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch Französisch (Cajun) gesprochen wurde.
Vermutliche Fehlannahmen
Es gibt einige andere Ansichten. Einige Autoren nehmen an, dass „jaser“, ebenfalls ein französisches Wort, beim Jazz Pate gestanden hätte. Es ist nahezu restlos unwahrscheinlich. Die Ähnlichkeit mit dem Wort „Jizz“ ist rein zufällig – das Wort steht für „Ejakulat“ – es hat mit Jazz also gar nichts zu tun, auch wenn das „ein Musiker meint“.
Kein Jazz im Bordell
Die Verbindung zwischen „Jazz“ und „Bordell“ ist übrigens ein Märchen. New-Orleans-Bordelle leisteten sich zwar oftmals einen Pianisten, auf keinen Fall aber eine „Jazzband“, die viel zu laut für ein derartiges Etablissement gewesen wäre. Dieser Pianist, den man auch "Professor" nannte, spielte alles, was man von ihm verlangte, von Quadrillen über Populärmusik bis zu Ragtime. Von „Jazz“ konnte dabei keine Rede sein.
Dixieland-Jazz - Jazz aus dem Süden der USA
Die musikalischen Etiketten, wie etwa „New Orleans Jazz“ oder auch „Dixieland“ wurden erst in späteren Jahren vergeben. Der Name „Dixieland“ sagt nichts anderes aus, als dass die Musik aus dem Süden der USA kam. Die Bezeichnung leitet sich von der 10-Dollar Note her, auf der die Zahl zehn als „Dix“ stand.
Etiketten zur Vermarktung - "New Orleans Jazz" und "Dixieland"
Beide Begriffe – also sowohl „New Orleans Jazz“ wie auch „Dixieland“ wurden erst durch Studio-Aufnahmen zu Etiketten für die angebliche „Stilrichtung“. Nach relativ einhelliger Meinung wurde Jazz vor allem über die Schallplatten populär, weniger über die amerikanischen Mittelwellensender, die nach meiner Kenntnis erst zwischen 1920 und 1925 Jazz-Sendungen ausstrahlten.
Quellen und andere Meinungen
Hallo: Ich kann irren. Wer meint, das etwas an diesem Artikel nicht stimmt, der kann ihn gerne kommentieren.
Quellen mit gegenteiligen Behauptungen:
Wikipedia
Dictionaryblog
Ich empfehle darüber hinaus, unbedingt einmal bei "Jazzseite.at" vorbeizuschauen. Dort ist zu lesen, dass der Jazz bis in die 1920-er Jahre immer noch mehr oder weniger "Ragtime" war.
Am besten gefällt mir noch der Satz „Musik ist eine affektive Lautäußerung“ – das heißt, sie zielt auf die Gefühle ab. Dies ist den Puristen allerdings nicht genug – sie vermuten, dass dabei der „Kunstcharakter“ der Musik zu kurz kommt. 

