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Die Familienministerin und die Einmischung in „Sexismus“

Sexismus ist ein Kunstwort – von Feministinnen erfunden, um die wirklich oder vermeintliche Abwertung von Frauen verbal in die Nähe des „Rassismus“ zu bringen. Die pseudowissenschaftliche Verpackung des „Ismus“ schützt ja bekanntlich auch vor der Kritik durch einfache Bürger, die angesichts solcher Wörter erstarren.

Nun verleugne ich nicht, dass es solche Abwertungen gibt. Aber das Wort zu verwenden, zeugt von vornherein von feministischer Ideologie. Und genau der verfiel jetzt die Familienministerin (Zitat):

Ich würde mir wünschen, dass auch mehr Männer das Wort erheben gegen Sexismus … Sexismus gibt es auch in der Politik, die immer noch sehr stark männerdominiert ist.


Das kling gut und plausibel, hat aber einen Haken: Selbstbewusste, politisch klug und liberale Frauen und Männer setzen sich für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit ein, ob es nun um Frauen oder um Männer geht. Sich „gegen Sexismus“ einzusetzen, ist hingegen eine Unsitte der Ideologen, die glauben, gegen etwas zu sein sei schon die Lösung, es zu verhindern.

Sexismus - unscharf und einseitig gegen Männer eingesetzt

Nebenbei bemerkt ist Sexismus derart unscharf formuliert, dass niemand exakt weiß, gegen was eigentlich gekämpft wird. Und dies unabhängig davon, dass „Sexismus“ immer nur dann verwendet wird, wenn Frauen abgewertet werden – und nicht, wenn Männer verbal gedemütigt werden. Dann ist es plötzlich das gute Recht der Frauen, sich süffisant über „die Männer“ auszulassen. Da kann frau dann ruhig mal sagen, dass „Männer mit dem Schwanz denken“. Hihi, wie lustig.

Vielleicht versuchen es die Ideologinnen oder Politikerinnen einmal mit „Einigkeit und Recht und Freiheit?“ Oder mit Freiheit, Gleichheit und Menschlichkeit?“

Wenn sexy "sexy" ist: zwischen frivol und liebenswert

Nicht sexy, sondern offensiv
Heute fand ich eine Interpretation des Wortes „sexy“ im Zusammenhang mit dem Auftreten einer Frau. Das Zitat ist schon von 2010, aber es wurde heute wiederholt. Zitat:

Nur 3 Prozent der Männer findet ein kurzes sexy Outfit passend. (1)


Drei Prozent (3 Prozent) ist nicht der Stein des Anstoßes, sondern eher schon „das kurze Outfit“ – aber besonders der Umgang mit dem Wort „sexy“. Nehmen wir zur Güte einmal an, mit dem „kurzen Outfit“ sei ein äußerst kurzer Rock oder ein extrem kurzes Partykleid gemeint. So eines, das kurz unter dem Schritt endet bei entsprechenden Körperhaltungen die Haut der Oberschenkel, das Gesäß und die unter dem Rockteil getragenen Textilien zeigt - falls vorhanden.

Werden wir nun spitzfindig: Wenn eine Freundin zur anderen sagt: „Du siehst darin wirklich sexy aus“, dann ist eine Anerkennung. Trüge die Fragende ein Spitzen-Mini-Kleid, das genau darauf abzielt, den Schritt bei Bewegungen freizulegen, so würde sie sagen (oder denken): „Das sieht nuttenhaft aus.“

Oh, woher kommt das? Und warum assoziieren wir „sexy“ manchmal mit „sexuell offensiv“ und dann wieder mit „sehr weiblich“ oder gar „ganz bezaubernd?

Weil es ein Fremdwort ist, und wir es in verschiedener Weise benutzen: mal so wie im Ursprung (feminin-attraktiv) und mal im Sinne von „auf Sex aus sein“. Es scheint, als würde das Wort „beim Volk“ eher mit „Ey, geil, ey“ assoziiert und bei den und bei den Sprachgewandten eher mit „attraktiv“ oder gar „liebenswert“ – zum Beispiel in „Wissen macht sexy“.

Ein Teil des sinnvollen oder sinnentleerten Gebrauchs ist auf die Herkunft des Wortes zurückzuführen. Es kommt aus dem Englischen, wird von „The Sex“ abgeleitet und meint zunächst das Geschlecht im Sinne von weiblich und männlich. Man könnte „sexy“ also mit „geschlechtsbewusst“ übersetzten, aber das würde zu kurz greifen, denn inzwischen bedeutet es eher „toll“, „klasse“ oder etwas in der Art.

Paradoxerweise wird „Sexy“ vom Englischen ins Deutsche manchmal mit „Sexy“ übersetzt. Dann heißt es „sexuell ansprechend“ oder „sexuell attraktiv“ oder „sexuell erregend“. (Sinngemäß könnte hier auch „weiblich …“ oder „feminin …“ stehen)

Aber im Webster steht es auch im heutigen Sinne:

Mit interessanten oder ansprechenden Eigenschaften.

Soweit jedenfalls der „Webster“

Wird „Sexy“ vom Deutschen ins Englische übersetzt, heißt es (nach Collins und rückübersetzt) plötzlich „aufreizend“ oder „erotisch“. Und wie sagt dann der Engländer wirklich? Er übersetzt das deutsche Wort „sexy“ mit „Hot“.

Wenden wir und dem sprachlichen Trockendock zu: Was sagt das Urgestein der deutschen Sprache von der Uni Leipzig? Was ist „sexy“? Folgende Synonyme werden genannt: (Zitat)

Synonyme: angenehm, anmutig, anziehend, attraktiv, aufreizend, betörend, bezaubernd, charmant, einnehmend, entzückend, erotisch, gewinnend, hübsch, lieb, liebenswert, lieblich, reizvoll, sympathisch, toll


Und, wie so oft, stimmen diese Synonyme nicht mit den häufigsten (und wichtigsten) „rechten Nachbarn“ des Wortes überein. Da dominieren „Dessous“ und „Unterwäsche“ – beide Begriffe können durchaus sexy sein, aber eben auch sinnlich, frivol oder offensiv.

Und was würde man in einem solchen Fall raten? Na? Das Wort „sexy“ in allen Zusammenhängen zu vermeiden, in denen es missverständlich ist. Doch das würde ja Mühe kosten. Und die Mühe, sich einer eindeutigen Sprache zu bedienen, kann man sich durchaus schenken.

Also nutzt der Boulevard-Journalismus und mancher Flachdenker (durchaus f/m) das Wort "sexy" für alles, was nach Sex aussieht. Ist jemand anderer Meinung?

(1) beim Date
Auch in: "Frauenzimmer"

Frau Merkel weiß nicht, wer „wir“ ist

Wir - aus der Sicht der Regentin


Das erstaunliche ist oft das Gewöhnliche. Eine Kanzlerin, Repräsentantin eines Volkes, oberste Demokratin, weiß nicht, wer „wir“ ist. Sie erdenkt sich ein „wir“, und das ist es dann.

Das tat auch Humpty Dumpty. Jedenfalls bei Lewis Carroll. Der war erstens Mathematiker und zweitens ein Meister des Worts – und ein großer Kritiker der Obrigkeit.

Jener Humpty Dumpty gab einem Wort die Bedeutung, die ihm gefiel. (1) Und bei der Kanzlerin heißt dieses Wort „wir“.

Denn „wir“ sind mit dem „wir“ offenbar gar nicht gemeint. Dort ist die Kanzlerin, die das Volk nicht kennt – hier ist das Volk, das nicht weiß, wohin der Weg geht, und ihr deshalb nicht folgt. Und sie schließt messerscharf: Das Volk braucht keine Erläuterungen, sondern Erleuchtung.

Wie? Ja, denn das kam heraus bei ihrer Rede vom 07. September 2016 vor dem Deutschen Bundestag. Da fragt Frau Merkel, wie „wir den Menschen Halt und Orientierung“ geben können. Das klingt verdächtig nach Pastorentochter. Und wieder wird uns mulmig, nicht wahr? Wer ist eigentlich „wir“? Und sollten wir „wir“ sein, dann wäre doch die Frage: „ja, und wer sind dann die Menschen?“

Der Spruch: „Wie können wir den Menschen Halt und Orientierung geben?“ mag sich gut anhören – und er taucht im Internet häufig in Zusammenhang mit der Religion oder dem Zerfall der Religion auf. Und wenn wir ein bisschen tiefer graben, was erkennen wir dann? Ziehvater Helmut Kohl hielt eine durchaus vergleichbare Rede, und zwar 1997 – also vor fast 20 Jahren. Auf der „Neunten Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.“

Es geht dabei um die immateriellen Werte, um unser Verständnis von Freiheit, um die Bedeutung von Tugenden, den Stellenwert der Familie. Es geht nicht zuletzt auch um die Kraft des Glaubens und damit immer auch um die Rolle der Kirchen. Deshalb gilt es, jene Institutionen zu stärken, die Werte vermitteln und den Menschen Halt und Orientierung geben können.


Wie schön, wenn „wir“ nun den Menschen „Halt und Orientierung“ geben sollen (die sie offenbar vermissen). Fragt sich leider immer noch, wer denn nun „Wir“ ist? Ich? Oder Sie?

(1) Text im Original (Zitat)

'When I use a word,' Humpty Dumpty said, in rather a scornful tone, 'it means just what I choose it to mean — neither more nor less.'
'The question is,' said Alice, 'whether you can make words mean so many different things.'
'The question is,' said Humpty Dumpty, 'which is to be master — that's all.'