Der Stegreif
Freunde, ich habe etwas vergessen: Wenn man etwas aus der Lamäng heraus produziert, dann sagt der Bildungsbürger auch, man täte es „aus dem Stegreif“.
Runter vom Pferd und schon ein Gedicht
Da fällt der Groschen schnell: Ja, man hat doch schon etwas vom Stegreiftheater gehört, nicht wahr? Das Grimm‘sche Wörterbuch weiß dazu viel mehr, aber wir können es kurz machen: Ein Stegreif ist ein Steigbügel. Der kühne Reiter ist also kaum aus dem Steigbügel heraus, schon verbreitet er irgendetwas, was er sich gerade spontan ausgedacht hat. Das genannte Lexikon kennt auch noch einige Kombination des „Stegreifs“, unter anderem auch das Stegreiflied, das man wohl nicht aus der Lamäng heraus produzieren kann, aber durchaus aus diesem Gedanken (Zitat):
(Ferdinand Freiligrath, in Schwaben lebender Dichter).
Der Aufstieg, Fall und erneute Aufstieg der Improvisation
Meyers Lexikon weist dezent darauf hin, dass als gebildeter Mensch besser von der „Improvisation“ redet und sagt wörtlich:
Jahre später distanzierte man sich von der Improvisation, weil man die daraus entstandenen Werke für unvollkommen hielt. Wer hingegen zum Rednerpult ging, ohne ein irgendwie geartetes Manuskript vorzulegen, wurde früher durchaus geschätzt. Heute allerdings wären wir froh (ich jedenfalls) wenn die Damen und Herren Politiker vorher überlegen würden, wie ihre Sätze von den Angesprochenen verstanden werden könnten.
Im Jazz lebt die Improvisation weiter
Etwas vergessen? Na klar – Jazz. Da wird natürlich auch viele aufgeschrieben – aber letztlich zeigt erst die Improvisation das wirkliche Können eines Jazzmusikers.
Soweit also der Stegreif, die Improvisation und die Ergänzung, die ich noch zur „Lamäng“ schreiben wollte.
Das Grimm'sche Wörterbuch. findet ihr hier, und Meyers Konverstationslexikon (um 1900) hier.
Runter vom Pferd und schon ein Gedicht
Da fällt der Groschen schnell: Ja, man hat doch schon etwas vom Stegreiftheater gehört, nicht wahr? Das Grimm‘sche Wörterbuch weiß dazu viel mehr, aber wir können es kurz machen: Ein Stegreif ist ein Steigbügel. Der kühne Reiter ist also kaum aus dem Steigbügel heraus, schon verbreitet er irgendetwas, was er sich gerade spontan ausgedacht hat. Das genannte Lexikon kennt auch noch einige Kombination des „Stegreifs“, unter anderem auch das Stegreiflied, das man wohl nicht aus der Lamäng heraus produzieren kann, aber durchaus aus diesem Gedanken (Zitat):
klagvoll sogleich, da sie den lärmen hört,
singt sie ein stegreiflied, wie alles trug ist,
wie liebe jung' und alte männer thört,
in klugheit närrisch, in verrücktheit klug ist.
(Ferdinand Freiligrath, in Schwaben lebender Dichter).
Der Aufstieg, Fall und erneute Aufstieg der Improvisation
Meyers Lexikon weist dezent darauf hin, dass als gebildeter Mensch besser von der „Improvisation“ redet und sagt wörtlich:
Improvisation (franz.), im allgemeinen die Kunst, etwas ohne alle Vorbereitung aus dem Stegreif zu verrichten. Doch bezieht man die I. bloß auf die ästhetische Kunst und zwar erst in der neuern Zeit in ausgedehnterem Umfang…. In der Musik ist I. die Kunst, eine Komposition ohne Vorbereitung, ohne vorausgängige schriftliche Aufzeichnung, direkt vom Instrument zu schaffen. Die meisten großen Meister der Tonkunst werden auch als Improvisatoren auf dem Klavier oder der Orgel gerühmt.
Jahre später distanzierte man sich von der Improvisation, weil man die daraus entstandenen Werke für unvollkommen hielt. Wer hingegen zum Rednerpult ging, ohne ein irgendwie geartetes Manuskript vorzulegen, wurde früher durchaus geschätzt. Heute allerdings wären wir froh (ich jedenfalls) wenn die Damen und Herren Politiker vorher überlegen würden, wie ihre Sätze von den Angesprochenen verstanden werden könnten.
Im Jazz lebt die Improvisation weiter
Etwas vergessen? Na klar – Jazz. Da wird natürlich auch viele aufgeschrieben – aber letztlich zeigt erst die Improvisation das wirkliche Können eines Jazzmusikers.
Soweit also der Stegreif, die Improvisation und die Ergänzung, die ich noch zur „Lamäng“ schreiben wollte.
Das Grimm'sche Wörterbuch. findet ihr hier, und Meyers Konverstationslexikon (um 1900) hier.
