Der berühmte Sigmund Freud hat unsere Persönlichkeit im drei Instanzen zerlegt: das ICH, das ES und das ÜBER-ICH.
So gesehen, tauchen wir Einzelmenschen also in drei verschiedenen Rollen auf: Im ICH, das wir gerne als „unser eigentliche Persönlichkeit“ definieren und in zwei Varianten davon. Diese Theorie kann in einen sozialen Zusammenhang gestellt werden, wie es beispielsweise Eric Berne tat.
Ein ICH ersetzt kein ANDERE
Doch Freud hat uns kein „WIR“ spendiert und auch kein „ANDERE“. Doch sowohl das WIR wie auch das ANDERE“ durchzieht ständig unsere Gedankenwelt. Wir denken darüber nach, was andere tun und was sie von uns unterscheidet. Tatsächlich könnten wir kaum überleben, wenn wir nicht teils wüssten und teils ahnten, wie wir andere sehen und wie andere uns sehen.
Alle sind bei der Partnersuche ANDERE
Bei der Partnersuche und Partnerwahl sind alle anderen ANDERE. Wir wissen während der Zeiten, in denen wir suchen, zunächst gar nicht über den ANDEREN, haben aber haufenweise Vermutungen über ihn oder sie. Es dauert meist ziemlich lang, bevor wir über die Phase hinaus gehen, ständig „Gemeinsamkeiten“ zu suchen. Das gemeinsame Leben beginnt erst dann, wenn wir das Anderssein akzeptieren. Zugleich finden wir dann das WIR, also das wirklich Gemeinsame.
Zwei Persönlichkeiten, das Gemeinsame udn das ANDERE
Wenn uns dies gelingt, können wir unterscheiden zwischen dem eignen ICH, dem ICH der anderen und dem WIR. Außerdem zeigt sich dann, dass es Personen gibt, mit denen kein „WIR“ möglich ist.
Wer dies verstanden hat, weiß schon sehr viel über Paare – und über die moderne Welt schlechthin.
Das Fazit in Kurzform
Machen wir es kurz:
Das ICH, das ES und das ÜBER-ICH bilden gemeinsam die Persönlichkeit. Die Persönlichkeit existiert aber auch ohne diese Trennung.
Um Entscheidungen im zwischenmenschlichen Bereich zu fällen, benötigen wir eine weitere Instanz: das ANDERE. Je sicherer es „funktioniert“, umso mehr „stimmen“ die eigenen Beurteilungen und umso sicherer sind wir bei eigenen Entscheidungen.
Typische Situationen wären: ein neuer Partner, eine neue Berufswahl, ein neuer Wohnort, ein neuer Lebensabschnitt.
Das „WIR“ wächst langsam und erfordert tatsächliche Gemeinsamkeiten, die für die Paare und auch für andere erkennbar sind.
Das war es in Kürze. Wie ich hoffe, verständlich und präzis genug – und ohne den gewaltigen Donner von Psychologie oder Soziologie.
Das „Jugendwort“ des Jahres 2026 ist…?
So ein „Jugendwort“ muss einem erst einmal über die Zunge schlüpfen. Das ist beim neuen „Jugendwort des Jahres“ etwas schwierig: es heißt
„Ragebait“ – und es war schon einmal „Wort des Jahres“ – in England. Was es bedeutet, ist im Grunde völlig unerheblich – wer es aber genau wissen will, sollte es auf der Webseite vom
„Oxford Dictionary“ versuchen. Kurz gesagt: Es geht darum, mit bloßen Behauptungen möglichst viele Leser(innen) zu verlocken, einen Beitrag zu beachten.
Sagt da jemand „Das bedeutet im Grunde doch gar nichts“, dann hat der/die Sprechende recht. So können wir zumindest hoffen, dass dieses Wort weder in den „Jugendjargon“ noch überhaupt in unsere Sprache einfließt. Denn in spätestens fünf Jahren werden wir uns fragen, was denn anno 2026 (oder eben 2025) damit gemeint war.
Das zweitplatzierte angebliche „Jugendwort“ war „Peak“ – das kannten wir auch schon als „das war spitze“. Nun ist es also „Peak“.
Ausgeflippt oder „ausgerastet“ ist jetzt „Crashout“ und kam auf Platz drei.
Soweit die Jugendsprache.
Quellen: Deine Tageszeitung oder überall im Internet nachlesbar.
Zum Wort Ragebait (Englischkenntnisse sind empfehlenswert)
Der Text der OECD zum Thema Problemlösungen, der in akademischen Kreisen nun überall diskutiert wird, lautet so:
Problemlösekompetenzen bezeichnen die Fähigkeit einer Person, durch gedankliche Prozesse Situationen zu verstehen und zu lösen, in denen eine Methode oder Lösung nicht unmittelbar ersichtlich ist. Problemlösung braucht Zeit und umfasst mehrere Phasen, die unterschiedliche Teilkompetenzen voraussetzen und kann sie verschiedene Formen annehmen, von der individuellen Problemlösung bis hin zu verschiedenen Formen der gemeinsamen Problemlösung.
Wir können getrost damit rechnen, dass es die KI schaffen wird, diese Definition zu verbreiten. Das bedeutet: Wir werden diese Formulierung demnächst in allen Lexika vorfinden. Die Frage ist, wer den Nutzen davon hat.
Simple Formulierungen, akademisch geschönt
Zunächst ist diese Formulierung nicht falsch – nur eben sehr simpel. Denn wenn jemand ein Problem hat, dann fehlen ihm die Lösungen. Da ist etwas merkwürdig, wenn die „Wissenschaft“ behauptet, eine Lösung sei „nicht unmittelbar ersichtlich“. Tatsache dürfte sein, dass nur wenige Menschen die Methoden kennen, um Probleme zu lösen.
Der Kern aller Problemlösungen besteht zunächst darin, das Problem zu beschreiben – das ist etwas hakelig und erfordert viel Zeit. Verschiedene Sichtweisen sind oftmals nötig – sonst laufen wir Gefahr, Probleme mit Scheuklappen anzugehen. Das ist der Kern der OECD-Botschaft, und in diesem Punkt hat die OECD zweifellos recht.
Die Natur der Menschen und das Leben mit Problemen
Letztlich aber ist es der Wille zur Veränderung, mit dem Probleme wirklich gelöst werden können. Dazu gehört auch noch der Mut, die Konsequenzen zu tragen.
Ich denke hier immer an den alten Spruch: Das Leben mit einem bedrückenden Problem mag schwer sein, aber es ist uns bekannt. Finden wir eine Lösung und versuchen wir, sie durchzusetzen, so werden wir das Problem los, aber wir müssen unser Leben verändern.
Und der Knackpunkt ist: Viele Menschen entschließen sich trotz der Probleme dazu, das Leben so weiterzuführen, wie es ist. Sie fürchten sich vor Veränderungen.
Quelle des Originalzitats: OECD.
Dieser Tage beschäftigte ich mich eher zufällig mit der Problemanalyse. Vor einiger Zeit hatte die OECD festgestellt, dass Deutsche in der Regel ganz gut im Lösen von Problemen sind.
Nun steht eines fest: Wer Probleme zeitgerecht erkennt und nach einer möglichen Lösung zuführt, hat erhebliche individuelle, wirtschaftliche und soziale Vorteile.
Im Gegensatz zu den technischen oder logisch orientierten Problemlösungen spricht die OECD von einem „adaptiven“ Lösen der Probleme. Voraussetzung ist demnach eigentlich nur, dass die „Systeme“ – also Menschen wie Organisationen anpassungs- und lernfähig sind.
Interessant dabei ist, ob e sich tatsächlich um Probleme handelt – oder um einen ständigen Anpassungsprozess – also eine Art „Technisch-soziale Evolution“ mit Turbo-Effekt.
Vergleich mit traditionellen Problemlösungen
Die Schwierigkeit beim „traditionellem Problemlösen“ besteht in der Praxis zumeist damit, dass die Probleme erst dann an den Problemlöser herangetragen werden, wenn es eigentlich zu spät ist. Denn wer schon Probleme hat, der hat mit Sicherheit keine Lösungen mehr.
Traditionell gehen Problemlöser so vor:
- Sie untersuchen das Problem mithilfe von Fragen. So finden sie heraus, was jetzt IST – denn jetzt existiert das Problem.
- Im nächsten Schritt versuchen sie, herauszufinden, was denn eigentlich sein SOLL.
- Wenn Sie gut waren und etwas Glück hatten, dann entdecken sie Differenzen zwischen IST und SOLL, die sich zu einer Lösung verknüpfen lassen.
Umdenken statt anpassen?
Eine Schwierigkeit besteht im Umdenken: Das Problem behebt sich nicht „von selbst“ – denn der Automatismus der Problemlösungen hat ja inzwischen versagt. Es muss also ein neuer Weg eingeschlagen werden. Sind mehrere Lösungen möglich, so muss wenigstens eine konsequent angewendet werden.
Deutschland als Musterland der Problemlösungen?
Nachdem all, die gesagt ist, bezweifle ich, dass „Anpassung“ allein zu Lösungen führt. Es, muss mehr dazu kommen: der Wille, etwas zu verändern und die Fähigkeit, dabei eine gewisse Konsequenz zu zeigen.
Und bei alle, Respekt zu der Ansicht der OECD über Deutschland – wie kann man in einem Land gute Problemlöser heranbilden, wenn das Thema in der Schule kaum behandelt wird? Und wenn es doch behandelt werden sollte: Sind die Probleme, die dort behandelt werden, lebensnah oder bestehen sie aus bloßer Theorie?
Dies ist ein Beitrag dazu, warum Menschen durchaus unterschiedlich empfinden und ihre Gefühle, Empfindungen und Emotionen voneinander abweichen können.
Du und dein Gefühl
Das, was ihr seht, kann ziemlich unterschiedliche Gefühle auslösen. Manche Eindrücke seht ihr gerne, sie bereiten euch Freude und Lust. Vor anderen Bildern ekelt ihre euch. Manchmal ist alles, was euch selber freut oder interessiert, genau das, worüber ein anderer die Nase rümpft. Das gilt für das Sehen, das Hören, das Riechen und Schmecken und letztlich für das Fühlen, das durch die Haut geht – also Kälte, Hitze, Berühren, Eindringen, Streicheln, Schlagen, Dehnen, Strecken. Die ganze Palette, vom Windhauch bis zur Verletzung beim Basteln.
Die Haut, die Nerven sowie Lust und Schmerz
Die Haut kann nahezu immer und überall Eindrücke aufnehmen – und wie bei allen anderen Empfindungen, verbinden wir sie mit den Erfahrungen, die wir damit gemacht haben. Ein Leistungssportler lernt beispielsweise, sich bis an die Grenzen seiner Möglichkeiten körperlich zu verausgaben. Das heißt, er empfindet zwar starke Anstrengungen, die auch mit Schmerzen verbunden sein können. Aber er sieht seinen Lohn im Erfolg.
Das Risiko lockt und blockt
Das ist im Alltag genauso: Wir wägen ständig ab, ob das Risiko, einen Schmerz zu erleiden größer ist als die körperliche Sensation, die mit der Handlung verbunden ist. Beim Sport, beim Sex, bei sinnlichen Spielereien – immer lockt das Risiko. Die Befriedigung, es geschafft zu haben, den Genuss auszukosten – das ist vielen Menschen so viel Wert, dass sie ständig neue Herausforderungen suchen.
Wer verstehen will, warum Menschen erotische Spiele mit Fesselungen, Schlägen und psychischen Abwertungen eingehen, sollte daran denken. Die Sensationen, die dabei entstehen, sind sportlichen Herausforderungen sehr ähnlich. Allerdings gilt Sport (oder eine ähnliche körperliche Herausforderung) als „edel“, weil dabei die „Selbstdisziplin“ gefördert wird. Sexuelle Rollenspiele oder intime Machtspiele hingegen und ihre Herausforderungen gelten als verwerflich.
Denken wir bitte daran: Wie wir etwas erfühlen, sei es Lust, Schmerz oder ein anderes Gefühl, hängt sehr damit zusammen, in welchem Zusammenhang wir es erfahren haben.
Die unterschiedlichen Realitäten
Und vergessen wir bitte auch nicht, dass viele unterschwellige Gefühle in uns wohnen, die wir in groteske Fantasien kleiden – durchaus jenseits der Realität.
Was nun die Realität betrifft: Alles, was wir fühlen und wie wir es fühlen, ist unsere Realität. Das heißt nicht, dass sie mit den Sichtweisen anderer übereinstimmt. Einen Teil der Realität ist unser „privater Bereich“, ein anderer Teil die gemeinsame Auffassung mehrerer Personen – ein dritter Teil ist dann endlich die gemeinsame Realität nahezu aller Menschen.
Und je mehr Menschen wie einbeziehen, umso kleiner ist der Bereich, in dem unsere Realitäten übereinstimmen.