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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Ist Liebe tatsächlich kein Gefühl? Oder vielleicht doch?

Liebe lernen am Beispiel der Rückkoppelung
Ein Gefühl existiert nicht, solange es sich nicht ausdrückt. Es muss mit einer Handlung verbunden sein.

(Zitiert nach dem Theologen David Wolpe)

Die Oberfläche der Gefühle

Unsere Gefühle lassen sich mit viel Mühe beschreiben, wobei wir auf das Vokabular zurückgreifen, das dafür üblicherweise verwendet wird. Leider entstehen daraus in den meisten Fällen recht oberflächliche Beschreibungen. Oft versuchen die Schreibenden, sich an passende psychologische Definitionen zu halten, was letztlich bedeutet: Wenn von Gefühlen die Rede ist, dann ist auf keinen Fall mehr von Gefühlen die Rede. Im Grunde entspricht dies einem berühmteren Zitat, das dem deutschen Dichterfürsten Goethe zugeschrieben wird: „Redet die Seele, dann redet die Seele nicht mehr.“

Die Liebe – ist sie wirklich ein Gefühl?

Sehen wir uns „die Liebe“ an. Abgesehen von dem ständigen Gelehrtenstreit, um nun die Menschenliebe oder die sinnliche Liebe gemeint wäre, sagt man oft: „Liebe ist ein intensives Gefühl tiefer Zuneigung“. Oder in Kurzform: „Liebe ist das, was du fühlst, wenn du jemanden magst.“

Dieser Satz mag für dich zutreffen - aber noch ist es unmöglich, über deine spezielle Art der Liebe zu sprechen. Wenn du das willst, ist es notwendig, die Liebe nicht mehr als „Gefühl“ zu sehen. Erst dann wird deine Sicht klarer, denn die Liebe zeigt sich nur an dem, was davon erkennbar ist – und Gefühle stehen nicht in lesbaren Zeichen. Wir können also sagen: Liebe ist eine Emotion, die erst dann beschreibbar wird, wenn wir sie inszeniert haben. Wichtig ist also nicht die Frage, „was Liebe ist“, sondern was sie für die Person bedeutet. Ob jemand liebt, erkennt man also daran, ob dieser Mensch liebevoll mit uns umgeht. Und falls du, lieber Leser oder liebe Leserin, dich von jemandem geliebt fühlst, dann hast du die Botschaft aufgenommen, die der oder die andere dir auf diese Weise übermittelt hat.

Eine neue Theorie der Liebe

Ich habe diese neue Theorie nicht erfunden. Sie wurde bereits Mitte des 20. Jahrhunderts propagiert. Der Psychoanalytiker Erich Fromm hatte auf der Basis sozialistischer Ideen eine für ihn ideale Definition der Liebe gefunden, die sich an Begriffen aus der Sozialwissenschaft orientierte. Zum damaligen Zeitpunkt war es fast unmöglich, die Theorien der Soziologie oder der Psychoanalyse mit denen der Naturwissenschaften zu kombinieren. Aus diesem Grund fehlen in seinem Hauptwerk „Die Kunst des Liebens“ sämtliche damals bekannten Erkenntnisse der Naturwissenschaften und selbstverständlich auch solche, die erst später entdeckt wurden.

Welche Bedeutung Erich Fromm tatsächlich für die Definition der Liebe hatte, ist umstritten. Tatsache ist aber, dass auch heute noch oft aus seinem Buch zitiert wird, um zu beweisen, dass Liebe im Grund kein Gefühl ist, sondern das Ergebnis eines Lernprozesses.

Verschiedene Autoren haben bereits ähnliche Gedanken veröffentlicht. Der Kern all dieser Theorien: Liebe ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Gefühl, sondern eine menschliche Eigenschaft oder ein Merkmal der Persönlichkeit.

Im zweiten Abschnitt geht es um Gefühl Liebe - Erwarten, Lernen und Zufälle.

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Ist das Romantisieren der Ehe wirklich sinnvoll?

Wenn ich nach etwas frage, dann habe ich einen Grund. Wahrscheinlich erinnert ihr euch, dass ich kürzlich nach den Gründen für „feste Beziehungen“ zwischen zwei Menschen (hetero oder nicht) gefragt habe.

Später habe ich die Frage noch ein bisschen „auseinandergenommen“, und war nur intern. Und zwar so:

1. Was sind die Hauptgründe, eine Person näher kennenzulernen?
2. Sind es die gleichen Gründe, die dazu führen, zusammenzubleiben (egal für wie lange)?
3. Und führen eben diese Gründe auch oftmals zur Ehe?

Wir Menschen machen einen groben Fehler, sobald es sich um Liebesbeziehungen handelt: „Wir romantisieren etwas hinein.“ Dieser romantische Effekt soll verdecken, dass unser Zusammensein recht einfache Gründe haben kann. (1)

Einfache und verständliche Gründe, eine Ehe zu beginnen

Einer der Gründe ist ganz einfach: Beide wollen ein Gespann bilden, um gemeinsam den Wagen des Lebens zu ziehen. Vorerst ist noch nicht sicher, wohin beide gemeinsam gehen werden. Vorerst ist der Moment wichtig, das „Hier und Jetzt“.

Ein anderer Grund ist das „öffentliche Bekenntnis zueinander. Das Paar will zusammenleben und zusammenwohnen, und unter dem Namen durchs Leben gehen, der an der Haustür steht.

Schließlich suchen Paare nach einer Rechtsgrundlage für sich selbst und ihre Kinder. Das ist der eigentliche Sinn, warum es Ehen gibt.

Schließlich geht es darum, sich „niederzulassen“ und sich auch ökonomisch zu ergänzen. Wenn die Braut ein Grundstück besitzt oder der Bräutigam Handwerksmeister ist, können sie vielleicht zusammen ein Haus bauen. Und ganz sicher geht es oft um den Wunsch, gemeinsame Kinder zu haben.

Es gibt weitere Gründe für die Ehe - auch exotische

Es gibt andere, teils wenig bekannte Gründe. Manche Frauen hoffen auch heute noch auf „Versorgung“, manche Männer darauf, „häufig Sex zu bekommen“. Diese Blüten sind nicht ganz so exotisch, wie ihr vielleicht denkt. In vielen Ländern ist mit der Ehe eine „Aufwertung“ des sozialen Standes verbunden, und in typischen Einwanderungsländern wird geheiratet, um „endlich dazuzugehören“.

Ach - und Liebe?

Fragt ihr nun etwa: „Wie war das noch mit der Liebe?“

Zwischen etwas über 60 Prozent bis nahezu 90 Prozent der Verheirateten Personen geben an, „aus Liebe“ geheiratet zu haben. Das glauben sie ohne Zweifel, und diese Antwort wird auch immer „gerne genommen“.

Nur – all diese Menschen vergessen, dass sie auch andere Gründe für die Ehe hatten. Andere Hoffnungen, und manchmal sogar andere Erwartungen. Meist sind es Reste romantischer Vorstellungen, die mit in die Ehe gebracht werden, dort aber nicht erfüllt werden können.

Immerhin haben Paare heute die Möglichkeit, die Ehe ganz anders zu führen und mit Inhalten zu füllen als ihrer Ur- und Ururgroßeltern. Und wenn wir dies als Gesellschaftsordnung ein wenig als Errungenschaft „feiern würden“, dann wäre ich schon recht zufrieden.

(1) Wenn ihr Hinweise und Quellen sucht - in der Liebeszeitung steht mehr darüber.

Was wissen wir über die Liebe wirklich?

Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren an Themen „über die Liebe“ und „zur Liebe“ und besitze so viele Bücher darüber, dass ich nicht einmal alle bis zum Ende gelesen habe. Da die Liebe zwischen Paaren auch die Sexualität beinhaltet, kann man sie aus der Beobachtung nicht verbannen - dass Soziologen und Theologen es dennoch oftmals tun, zeugt nur von ihrer Arroganz.

Und nun bin ich froh, diese Botschaft erhalten zu haben (Zitat von Klaus Heer):

... bei diesem Thema gibt es naturgemäß keine gesicherten Daten ... jede Menge Spekulationen und Presse-Fake-News. Wir tun gut daran, uns nicht vollquatschen zu lassen.

Ich kann nur raten: Glaubt keinem Artikel, vor allem in der Bürger-, Boulevard- oder Frauenpresse, der angeblich neueste Kenntnisse aus den Bereichen von Lust und Leidenschaft interpretiert.

Die Forscher, die dort zitiert werden, haben oftmals mit wenigen Probanden gearbeitet, haben Studenten als bereitwillige Versuchskaninchen genommen oder haben in ihre Forschungsberichte Einschränkungen ihrer Aussagen aufgenommen. Der Presse ist so etwas weitgehend egal. Um der Sensation willen wir jeder Unsinn veröffentlicht. Wer da Parallelen zur Pandemie sieht, liegt im letzten Punkt völlig richtig.

Kompromisslos nackt: die Wahrheit über die Partnersuche

Kompromisslos nackt: die Wahrheit über die Partnersuche und die Liebe an sich
Es gibt eine Wahrheit über die Partnersuche - und sehpferd veröffentlicht sie
Wer unabhängig von Singlebörsen, Dating-Beratern, Influenzern und Psychologen berichten kann, hat zwei Vorteile.

Erstens kann er die Wahrheit dort suchen, wo sie zu finden ist: bei den Menschen, die wirklich betroffen sind. Und zweitens kann er die Quellen anzapfen, die andere nur mit der Kohlenzange berühren: Logik als Basis, Ökonomie als soziales Prinzip, aber auch unberechenbare Triebhaftigkeit und ein Gefühlsgemenge, das wir recht oberflächlich als „Liebe“ bezeichnen.

Als ich vor einigen Jahren begann, 60 Jahre Lebenserfahrung, 40 Jahre Beschäftigung mit der Partnersuche und 20 Jahre Online-Dating-Kenntnisse zusammenzufassen, hatte ich mir ein Ziel gesteckt, das ich inzwischen auf alle Theorien anwende:

Vermute nichts, glaube niemandem, und überprüfe ständig die Wahrscheinlichkeit der Aussagen.


Die Wirklichkeit der Menschen als Basis

Wer so vorgeht, bekommt ein anderes Bild der Wirklichkeit als jene, die sich „aus einer Profession“ heraus zu Wort melden. Jede Begegnung, sei sei sie von Begierde getrieben oder vom Wunsch, eine Ehe zu führen, schlägt sich in einem komplizierten, individuellen und nicht nachvollziehbaren Prozess nieder.

Auch die Suchenden selbst sind nicht frei von Irrungen und Verwirrungen. Ein großer Teil von ihnen muss heftig am Selbstbild rütteln, und bei einem anderen Teil steht das Weltbild auf schwankenden Füßen.


Neue Methoden, keine Beeinflussung, andere Ansätze

Zunächst will ich die Wahrheit enthüllen – und sie ist anders als das, was die Interessengruppen, Geschäftemacher, Wissenschaftler und Populisten euch ständig präsentieren. Denn wer die Wahrheit sucht, muss an die Graswurzeln: Natur, Kulturentwicklung, Kybernetik, Ökonomie und individuelle Lebensentwürfe. Soweit mir bekannt, hat dies noch niemand versucht.

Dabei bleibt nicht aus, dass ich dem einen oder anderen vor den Kopf stoßen muss – denn am Ende sollen ja Lösungen stehen.

Anders, als ursprünglich geplant, wird dies alles in einem nicht-kommerziellen, unabhängigen und werbefreien Blog verwirklicht. Er befindet sich teilweise noch im Aufbau, aber er wächst stetig. Er trägt den sinnigen Namen „LiebeBeziehungen“ läuft auf WordPress und wurde von mir bewusst schnörkellos gestaltet.

Kommunikation, Realität und Liebe

Was bedeuten Illusionen in der Liebe?
Themen, von denen ich wirklich etwas verstehe, behandle ich am liebsten. Für einen Schreiner oder Physiker mag dieser Satz selbstverständlich klingen, aber für Journalisten und Blogger ist er es nicht. Journalisten schreiben über viel Dinge, von denen sie gar nichts wissen – das gehört zu ihrem Beruf.

Von Kommunikation und Realität verstehe ich mehr als viele andere Menschen. Wer mal in der Schule gehört hat, dass es zwei Arten von Kommunikation (verbal und nonverbal) geben soll, weiß ungefähr so viel wie jemand, der gelernt hat, dass es auf der Erde Wasser und Festland gibt. Das liegt in erheblichem Maße daran, dass es nicht zum Bildungsauftrag der Schulen gehört, die Strukturen der Kommunikation zu ergründen. „Kommunikative Kompetenzen“ zu erwerben ist etwas anderes, möglicherweise gar Wichtigeres, weil es interessanter für den Umgang miteinander ist.

Kommunikation, Betrachtungsweisen und Realitäten sind Themen, die dem Lehrenden wie dem Lernenden viel Abstraktionsvermögen abverlangen, obgleich der Hintergrund sehr konkret ist.

Dieser Tage habe ich mich sowohl an das Thema „Liebe und Kommunikation“ wie auch an das ungleich schwierigere Thema „Liebe und Illusion“ herangemacht. Ich habe versucht. Mich kurzzufassen und mich verständlich auszudrücken.

Falls du dich dafür interessierst, warum du selbst bei der Liebe in Illusionen verfällst, kann es sehr sinnvoll sein, diesen Artikel zu lesen.