Zu den Diskussionen um eine „deutsche“ Kultur
Die UNESCO definiert Kultur als „die Gesamtheit der geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Eigenschaften einer Gesellschaft oder sozialen Gruppe, die unverwechselbar und einzigartig sind“. (1)
Die Aussage soll nicht bezweifelt werden – und doch bedeutet dies, Kultur als die Summe einiger Eigenschaften zusammenzufassen, die in der Vergangenheit eine große Rolle gespielt haben.
Zurück in die ferne Vergangenheit?
Manche Menschen in unserer Bevölkerung sind nur allzu willig, die „modernen“ Zeiten zurückzudrehen – sie behaupten, Kultur sei das, was ihre Väter und Vorväter einst geschaffen haben. Zugleich sagen sie, dass unsere heutige, sichtbare und erkennbare Kultur unter „fremden“ Einflüssen steht. Und sie meinen damit die gesamte „Moderne“ - was letztlich bedeutet: Unter Einschluss der vergangenen 100 Jahre.
Deutsche Kultur - für die damalige Jugend nicht als Vergangenheit
Am Ende des Zweiten Weltkriegs beargwöhnte man eine Jugend, die an alles andere dachte als daran, an die „Deutsche Kultur“ anzuknüpfen. Das hatte viele Gründe – unter andrem auch den, dass Kultur im Schulunterricht ähnlich behandelt wurde wie Religion. Sie hing irgendwo ganz oben, und man musste atemlos lauschen und staunend sehen, was „wir“ unter Abzug der letzten rund 35 Jahre vollbracht hatten. Es waren lauter Meisterwerke der Baukunst, der Musik, der Malerei, der Dichtung … ach, das waren sie? Irgendwie war alles, was da geplant, vertont, gemalt und gedichtet wurde, schon ziemlich alt – das Neue ließ noch lange auf sich warten.
Was ich "mein Eigen" nennen, das ist für mich Kultur
Wenn ich später jemals gefragt wurde, welchen „Zugang“ ich zur Kultur hätte, so war ich versucht zu sagen: „Was ich mein Eigen nennen, das ist Kultur.“ Ich bestreite nicht, dass irgend etwas anderes auch Kultur sein könnte. Aber nur, weil sie "ein Deutscher" geschaffen hat, wird sie für ich nicht zu meiner Kultur.
Ich denke, dies mag denjenigen helfen, die ebenfalls nach „ihrer“ Kultur suchen. Zudem ist es eine Methode, Kultur im Hier und Jetzt zu erfassen und jede kulturelle Entwicklung wohlwollend zu begutachten. Nur die Vergangenheit – die lassen wir besser Vergangenheit sein.
(1) Zitat aus Unesco.de.
Die Aussage soll nicht bezweifelt werden – und doch bedeutet dies, Kultur als die Summe einiger Eigenschaften zusammenzufassen, die in der Vergangenheit eine große Rolle gespielt haben.
Zurück in die ferne Vergangenheit?
Manche Menschen in unserer Bevölkerung sind nur allzu willig, die „modernen“ Zeiten zurückzudrehen – sie behaupten, Kultur sei das, was ihre Väter und Vorväter einst geschaffen haben. Zugleich sagen sie, dass unsere heutige, sichtbare und erkennbare Kultur unter „fremden“ Einflüssen steht. Und sie meinen damit die gesamte „Moderne“ - was letztlich bedeutet: Unter Einschluss der vergangenen 100 Jahre.
Deutsche Kultur - für die damalige Jugend nicht als Vergangenheit
Am Ende des Zweiten Weltkriegs beargwöhnte man eine Jugend, die an alles andere dachte als daran, an die „Deutsche Kultur“ anzuknüpfen. Das hatte viele Gründe – unter andrem auch den, dass Kultur im Schulunterricht ähnlich behandelt wurde wie Religion. Sie hing irgendwo ganz oben, und man musste atemlos lauschen und staunend sehen, was „wir“ unter Abzug der letzten rund 35 Jahre vollbracht hatten. Es waren lauter Meisterwerke der Baukunst, der Musik, der Malerei, der Dichtung … ach, das waren sie? Irgendwie war alles, was da geplant, vertont, gemalt und gedichtet wurde, schon ziemlich alt – das Neue ließ noch lange auf sich warten.
Was ich "mein Eigen" nennen, das ist für mich Kultur
Wenn ich später jemals gefragt wurde, welchen „Zugang“ ich zur Kultur hätte, so war ich versucht zu sagen: „Was ich mein Eigen nennen, das ist Kultur.“ Ich bestreite nicht, dass irgend etwas anderes auch Kultur sein könnte. Aber nur, weil sie "ein Deutscher" geschaffen hat, wird sie für ich nicht zu meiner Kultur.
Ich denke, dies mag denjenigen helfen, die ebenfalls nach „ihrer“ Kultur suchen. Zudem ist es eine Methode, Kultur im Hier und Jetzt zu erfassen und jede kulturelle Entwicklung wohlwollend zu begutachten. Nur die Vergangenheit – die lassen wir besser Vergangenheit sein.
(1) Zitat aus Unesco.de.