„Waren Sie schon mal bei uns?“ – nein, war ich noch nicht. Sollte ich überrascht sein?
Nein, eigentlich nicht. Und ja, eigentlich doch. Das Hotel hat einen etwas eigenartigen Stil, der sozusagen „über allem schwebt“. Das muss man mögen, und ich denke, dass sehr junge Menschen damit vertrauter sind als ich.
Und nein – es gab keine wirklichen Kritikpunkte. Ein (wirklich) sehr sauberes Hotel mit tatsächlich funktionierenden Magnetkarten für Aufzug und Zimmertür. Gemessen am Standort (die Ilz gluckert am Hotel vorbei und die Bahn ist theoretisch in Hörweite) kann man die Zimmer mit Fug und Recht als „sehr ruhig“ bezeichnen. Kein Lärm von draußen, keiner vom Flur, auch keine von rechts, links oben und unten.
Duschen zu ebener Erde erfreuen ebenfalls das Herz eines „Seniors“ – und an die allgegenwärtige Klimaanlage kann man sich gewöhnen.
Na also …
Der schnelle Weg in die Innenstadt
Die Brücke ist direkt hinter dem Hotel Etwas überraschend fand ich die Entfernungsangaben und Wegbeschreibungen einer populären Suchmaschine. Erst eine ortsansässige Person wusste: Wohin du auch gehen willst, die nächste Brücke über die Ilz ist gleich hinter dem Hotel. Das spart oft fast zehn Minuten, wenn man zu Fuß in die Innenstadt will. Zur nächsten Pizzeria gelang man so in etwa drei Minuten statt in zwölf Minuten.
Panoramabild des SchlossesIch war dieser Tage in Coburg. Bei meinem ersten Besuch hat mich die Stadt begeistert, aber mein Aktionsbereich war etwas eingeschränkt. Diesmal bin ich von der gemeinsamen Unterkunft zu Fuß zum Schloss gegangen.
Ich hatte nicht viel erwartet ... ein Schloss? Na ja ... aber es ist wunderbar restauriert. Die Böden begeistern ebenso wie die Gemälde und der Stuck an den Decken.
Der Eintrag der Bayrischen Schlösserverwaltung greift zu kurz - die Pracht der Räume kann man den wenigen Momenten, in denen sie während der Führung präsentiert werden, kaum erfassen. Da fotografieren nicht erlaubt ist. muss ich hier auf virtuelle Führung im Internet verweisen, die an anderer Stelle zu sehen ist.
Besser ist, es sich alles selbst anzusehen und dabei auf Details zu achten.
Freunde, ich habe etwas vergessen: Wenn man etwas aus der Lamäng heraus produziert, dann sagt der Bildungsbürger auch, man täte es „aus dem Stegreif“.
Runter vom Pferd und schon ein Gedicht
Da fällt der Groschen schnell: Ja, man hat doch schon etwas vom Stegreiftheater gehört, nicht wahr? Das Grimm‘sche Wörterbuch weiß dazu viel mehr, aber wir können es kurz machen: Ein Stegreif ist ein Steigbügel. Der kühne Reiter ist also kaum aus dem Steigbügel heraus, schon verbreitet er irgendetwas, was er sich gerade spontan ausgedacht hat. Das genannte Lexikon kennt auch noch einige Kombination des „Stegreifs“, unter anderem auch das Stegreiflied, das man wohl nicht aus der Lamäng heraus produzieren kann, aber durchaus aus diesem Gedanken (Zitat):
klagvoll sogleich, da sie den lärmen hört,
singt sie ein stegreiflied, wie alles trug ist,
wie liebe jung' und alte männer thört,
in klugheit närrisch, in verrücktheit klug ist.
(Ferdinand Freiligrath, in Schwaben lebender Dichter).
Der Aufstieg, Fall und erneute Aufstieg der Improvisation
Meyers Lexikon weist dezent darauf hin, dass als gebildeter Mensch besser von der „Improvisation“ redet und sagt wörtlich:
Improvisation (franz.), im allgemeinen die Kunst, etwas ohne alle Vorbereitung aus dem Stegreif zu verrichten. Doch bezieht man die I. bloß auf die ästhetische Kunst und zwar erst in der neuern Zeit in ausgedehnterem Umfang…. In der Musik ist I. die Kunst, eine Komposition ohne Vorbereitung, ohne vorausgängige schriftliche Aufzeichnung, direkt vom Instrument zu schaffen. Die meisten großen Meister der Tonkunst werden auch als Improvisatoren auf dem Klavier oder der Orgel gerühmt.
Jahre später distanzierte man sich von der Improvisation, weil man die daraus entstandenen Werke für unvollkommen hielt. Wer hingegen zum Rednerpult ging, ohne ein irgendwie geartetes Manuskript vorzulegen, wurde früher durchaus geschätzt. Heute allerdings wären wir froh (ich jedenfalls) wenn die Damen und Herren Politiker vorher überlegen würden, wie ihre Sätze von den Angesprochenen verstanden werden könnten.
Im Jazz lebt die Improvisation weiter
Etwas vergessen? Na klar – Jazz. Da wird natürlich auch viele aufgeschrieben – aber letztlich zeigt erst die Improvisation das wirkliche Können eines Jazzmusikers.
Soweit also der Stegreif, die Improvisation und die Ergänzung, die ich noch zur „Lamäng“ schreiben wollte.
Das Grimm'sche Wörterbuch. findet ihr hier, und Meyers Konverstationslexikon (um 1900) hier.
Das hat er aus der Lamäng gemacht … oder etwa nicht? Hätte er es auch aus der Lameng machen können? Oder vielleicht sogar aus dem Lameng?
Es gibt ja den Duden, klar. Und der sagt uns, dass derjenige, der etwas aus der Lamäng macht, richtig liegt.
Das Wort wird auf die sogenannte „Franzosenzeit“ zurückgeführt, aus der auch das Trottoa stammt. Das allerdings kennt noch weitaus mehr Schreibweisen, die sauberste ist Trottoir. In Norddeutschland betont man das „a“ am Schluss so sehr, dass ein Fremder, der in echtem Französisch „Trottoir“ sagt, sofort auffällt.
Aus der Lamäng heraus
Na schön - wir waren ja bei der Lamäng. Wörtlich würde dies heißen "aus der Hand". Wer etwas aus der Lamäng macht, dem gelingt etwas ohne große Vorbereitung.
War das alles? Ja – das war wirklich alles. Es geht auch ausführlicher, zum Beispiel im DWDS.
Hinweis. Dieser Artikel wurde schnell mal aus der Lamäng geschrieben, und natürlich habe ich keine KI benutzt. Der Duden wurde konsultiert, um die korrekte Schreibweise festzustellen, und nein – nicht nur im Rheinland werden solche Ausdrücke benutzt.
Ja - sehpferd kann auch Halloween In der letzten Zeit verpasse ich alle „wichtigen“ Ereignisse – zum Beispiel Halloween. Oder den Reformationstag samt Allerheiligen, oder was sonst noch irgendjemandem heilig sein mag.
Halloween wäre übrigens noch viel schöner, wenn nicht immer wieder Böller gezündet würden.