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Herr Spahn und die Kinderlosen

Ach nee, Herr Spahn, wie sinnig: Kinderlose Singles und kinderlose Ehepaare sollen also dafür finanziell abgestraft werden, weil sie keine Kinder haben? Wohl auf die Lobby der Familienverbände und der Katholiken hereingefallen?

Und wie dieser Mann so etwas überhaupt sagt, ist schon erbärmlich:

Eltern mit Kindern müssen in der Sozialversicherung mehr entlastet werden.


In Wahrheit sollen kinderlose Personen in Zukunft stärker belastet werden, und der BILD kann man dann sogar noch diesen Grund andrehen:

(Familien) … ziehen für uns alle die Beitragszahler von morgen groß.


Oh, Herr Sphan, wirklich … Familien ziehen überhaupt keine Beitragszahler groß, sondern Kinder. Und ob die Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, hängt im Wesentlichen davon ab, ob diese später Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft werden. Also nicht Beamter, Arbeitsloser oder Selbstständiger.

In die Tröte stößt dann auch ein Herr Sepp Müller (CDU):

Unsere Gesellschaft und unsere Sicherungssysteme funktionieren nur mit Kindern.


Wieder völlig am Thema vorbei. Wenn unsere „Sicherungssystem“ nur mit Kindern funktionieren würden, wären sie längst pleite. Auch sie funktionieren nur mit Arbeitnehmern. Und „die Gesellschaft“ produziert ja nicht mehr Kinder, nur weil die Kinderlosen laut Spahn jetzt „mit Recht“ abgezockt werden sollen.

Völlig untragbare Ansichten

Ich kann nur hoffen, dass Männer wie Herr Spahn und seine Gefolgschaft in der CDU nicht an Einfluss gewinnen – es wäre ein Rückfall in Zeiten, die wir schnell vergessen sollten: der Ausgrenzung von Unverheirateten und Kinderlosen als eher minderwertigem Teil der Gesellschaftsordnung.

Alle gekennzeichneten Zitate: WELT.

Ironie: Heute ist Singles Day -fiel mir aber erst später ein.

Die hässliche Realität und die Goldgräbermentalität der Singles

Ein besonderes Glücksrittertum wie auch eine Goldgräbermentalität können Sie bei manchen partnersuchenden Singles beobachten. Sie glauben, dass sie – etwas über dem Durchschnitt schön, klug und zukunftssicher – den besten Mann verdienen, der verfügbar ist. Gelegentlich auch die "beste Frau" - aber diesen Fall will ich hier heute nicht behandeln.

„Ich bin eben ein bisschen anspruchsvoll“, sagen sie dann, und dahinter klingt der Satz nach: „ ... und das steht mir auch zu.“

Würden diese Menschen (es handelt sich überwiegend um suchende Frauen) auch nur ein klein wenig nachdenken, logisch überlegen und ihr Verhalten dann anpassen, so würden sie nicht so scheuklappenbehaftet an den Heirats- oder Bekanntschaftsmarkt herangehen. Denn die Mehrheit derer, die sich so hervorheben, ist Durchschnitt. Das ist keine Schande, weil die Mehrheit nun mal Durchschnitt ist.

Ach, Aschenbrödel ... du musst viel zaubern ...

An dieser Stelle kommt nun der Widerspruch der Singles: Aber es gibt doch Frauen, die … na ja, solche wie das Aschenbrödel zum Beispiel, das am Ende doch noch den Prinzen bekommen hat. Gut – die Cinderella hatte es ja vielleicht verdient, aber es ging nicht ohne Zauber. Und der Zauber kostet eben Emotionen, Überwindung und den Einsatz einer Menge „Soft Skills“, bis hin zur Selbstaufgabe. Man könnte dies deutlicher sagen, wenn man die Frösche bemüht, die ja nicht nur geküsste werden wollen, bevor sie sich zur Bindung entschließen. „Erotische Intelligenz“ heißt das angebliche Zauberwort, das noch zur „emotionalen Intelligenz“ dazu kommen muss.

Jeder Anspruch schließt geeignete Personen aus

Fakten wären hilfreicher, nicht wahr? Aber Illusionen sind ja so herrlich – auch wahr. Nur helfen sie nicht, das Problem der Partnersuche zu klären. Da helfen nur harte Fakten, und die lesen sich so: Es gibt rechnerisch für Menschen ohne überzogene „Ansprüche“ deutlich mehr (geeignete) Kandidaten als für solche, die angeblich „anspruchsvoll“ sind. Da helfen schon Spiele mit den Potenzen von zwei. Was bleibt denn von 1024 Kandidaten, wenn ich mehrfach die Hälfte als ungeeignet aussortiere? Ja, erst 512 – noch ganz hübsch. Dann 256, dann 128. Schließlich 64 – so viel Kriterien waren das noch gar nicht, nicht wahr? Na schön, noch ein paar Kriterien mehr, und sie landen bei zwei Personen.

Die Realität ist sehr, sehr hässlich zu Menschen mit Illusionen – wirklich.

Warum Singles bei der Partnersuche verzweifeln

Es gibt viele Antworten auf die Frage, warum Singles bei der Partnersuche verzweifeln. Aber im Grunde gibt es eine Regel, die sehr einfach ist,:

Solange wir nach dem suchen, was möglich oder wahrscheinlich ist und was uns dabei recht gut tut, haben wir gute Chancen, es auch zu finden.


Es ist selbstverständlich möglich, die Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten auszuweiten, aber es ist ausgesprochen fragwürdig, die Grenzen der Wirklichkeit überschreiten zu wollen.

Der Single, der sich einen Partner wünscht, tut gut daran, sich zu fragen: Fühle ich mich mit dem Menschen wohl, den ich kennenlerne? Es gibt nichts Besseres, als sich mit jemandem wohlzufühlen. Oder an ihn zu wachsen, wenn dies das Ziel ist.

Aber wer nach dem „Einen“ (der „Einen“), also nach dem Absoluten sucht, der wird voraussichtlich scheitern. Oder, wie Léon Wurmser schreibt:

Wer nach dem Absoluten sucht, kann die Schranken der Wirklichkeit nicht achten, er muss sie zerbrechen.


Das Land, das er dann betritt, dürfte dem Land ähneln, dass Alice betritt, wenn sie durch den Spiegel geht: Spiegelland. Nur sind nicht alle Frauen und Männer so klug wie Alice, die auch am Absurden lernt. Der Strudel, in den wir schon in der Wirklichkeit geraten können, wird in der Welt des Irrealen, das Absoluten, noch gefährlicher. Bleiben wir im Land des Absoluten, müssen wir immer schneller laufen, nur um am selben Ort zu bleiben.

Wollen Sie das wirklich?