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Herr Spahn und die Kinderlosen

Ach nee, Herr Spahn, wie sinnig: Kinderlose Singles und kinderlose Ehepaare sollen also dafür finanziell abgestraft werden, weil sie keine Kinder haben? Wohl auf die Lobby der Familienverbände und der Katholiken hereingefallen?

Und wie dieser Mann so etwas überhaupt sagt, ist schon erbärmlich:

Eltern mit Kindern müssen in der Sozialversicherung mehr entlastet werden.


In Wahrheit sollen kinderlose Personen in Zukunft stärker belastet werden, und der BILD kann man dann sogar noch diesen Grund andrehen:

(Familien) … ziehen für uns alle die Beitragszahler von morgen groß.


Oh, Herr Sphan, wirklich … Familien ziehen überhaupt keine Beitragszahler groß, sondern Kinder. Und ob die Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, hängt im Wesentlichen davon ab, ob diese später Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft werden. Also nicht Beamter, Arbeitsloser oder Selbstständiger.

In die Tröte stößt dann auch ein Herr Sepp Müller (CDU):

Unsere Gesellschaft und unsere Sicherungssysteme funktionieren nur mit Kindern.


Wieder völlig am Thema vorbei. Wenn unsere „Sicherungssystem“ nur mit Kindern funktionieren würden, wären sie längst pleite. Auch sie funktionieren nur mit Arbeitnehmern. Und „die Gesellschaft“ produziert ja nicht mehr Kinder, nur weil die Kinderlosen laut Spahn jetzt „mit Recht“ abgezockt werden sollen.

Völlig untragbare Ansichten

Ich kann nur hoffen, dass Männer wie Herr Spahn und seine Gefolgschaft in der CDU nicht an Einfluss gewinnen – es wäre ein Rückfall in Zeiten, die wir schnell vergessen sollten: der Ausgrenzung von Unverheirateten und Kinderlosen als eher minderwertigem Teil der Gesellschaftsordnung.

Alle gekennzeichneten Zitate: WELT.

Ironie: Heute ist Singles Day -fiel mir aber erst später ein.

Der Graumarkt beim Dating scheffelt Millionen

Entwicklung des seriösen Dating-Markts und Graubereich-Dating-Markts © 2018 by Singlebörsen-Vergleich (1)
Der Graumarkt im Online-Dating-Gechäft besteht darin, kaum oder gar keine weiblichen Mitglieder zu haben, sonder mit Fake-Profilen zu arbeiten, die aus einem echten Foto, einem Fantasie-Profil und einem Märchenonkel als Autor ausgestattet sind. Der Mann im Hintergrund (seltener eine echte Frau) führt dabei den Mann vor dem Bildschirm an der Nase herum, indem er vortäuscht, eine partnersuchende Frau zu sein. Meist handelt es sich dabei um Profile, die ausgesprochen „sexy“ sind. Dabei werden nach Angaben des Singlebörsen-Vergleichs etwa 100 Millionen Euro sinnlos verpulvert. Denn so viel geben Männer für den Zugang zu den Profilen aus.

Die Sache lässt sich allerdings auch „automatisieren“ du kommt wenigstens zu Anfang ganz ohne den Puppenspieler aka Märchenonkel aus: Roboter übernehmen seien Rolle. Dabei wird das alte und bekannte System der ELIZA, das auf einem – aus heutiger Sicht – primitiven Algorithmus beruhte, immer weiter verbessert, sodass manche Benutzer am Ende tatsächlich den Eindruck bekommen, mit einem lebendigen Menschen zu sprechen. Probieren Sie mal das einfache System Sina aus … und nun stellen Sie sich vor, dass sich der Programmierer sehr viel Mühe gegeben hat, das Ganze vielfältiger, sinnlicher und direkter auszugestalten – dann haben Sie ungefähr das, was heute möglich ist. Entsprechende Roboter sind zum Beispiel Karim und Tess, die für psychologische Beratung eingesetzt werden.

Zurück zu den Graumarkt-Anbietern. Über sie schreibt der Singlebörsen-Vergleich unter anderem:

Diese Graumarkt-Anbieter operieren mit einem Netzwerk aus über 1.000 Portalen von zart … bis hart. Der Trick ist seit Jahrzehnten derselbe: Angeblich interessierte Damen kann Mann erst nach dem Gang an die Kasse kennenlernen. Heute sind diese Fake-Damen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und automatisierten Chat-Dialogen allerdings kaum mehr von echten zu unterscheiden.


Man könnte dies alles abhaken unter dem Etikett: „Selber schuld, ihr geilen Böcke“ – aber das würde die Sache bestenfalls für Feministinnen egalisieren. Im Grunde genommen ist es ausgesprochen bedauerlich, dass mit der sexuellen Begierde (dann sie ist es, die Männer in diese Grauportale treibt) so viel Geld verdient wird.

Daten, Grafik und Fakten wurden teilweise vom Singlebörsen-Vergleich zur Verfügung gestellt. Die obige Grafik (1) wurde wegen der besseren Lebarkeit auf die letzten Jahre beschränkt.