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Ostalgie und Neo-Ostalgie

Echte Ostalgie - ein Schmuckstück auf dem Parkplatz
Nostalgie entspringt der Behauptung, in den als „gut“ bezeichneten alten Zeiten sei alles viel besser gewesen. Meine Großmutter war erklärte „Nostalgikerin“. Sie wurde 1895 geboren und konnte – wenn sie Glück hatte – noch auf 19 schöne Mädchenjahre bis Kriegsausbruch zurückblicken. Die Zeit danach war mies, dann wurde sie noch mieser, und dann kam noch ein Krieg. Alles vergessen? Wahrscheinlich.

Ostalgie und Nostalgie

Ostalgie nennt man die Besinnung auf das gute Leben in der DDR – oder sagen wir: den Teil, den man als „schön“ empfunden hat. Das war im Westen kaum anders, obgleich das Leben in den westlichen Bundesländern zunächst alles andere als vorzüglich war. In der Rückerinnerung sieht man sich „schön spielen“, sieht Freunde auftauchen, lobt den Zusammenhalt. Möchte jemand ernsthaft noch einmal seine Jugend in der Adenauerära verbringen? Nicht bei kritischer Betrachtung, hoffe ich doch ….

Neo-Ostalgie: Stolz, Ostdeutscher zu sein?

Nun sind die Noe-Ostaligiker da. Sie behaupten, von Kräften des Rechtsextremismus durchaus unterstützt , dass es (1)

«Einen sich vertiefenden Graben zwischen "dem Osten" und "dem Westen" gäbe. »


Wo der Graben verläuft, ist nicht recht auszumachen. Ist es diese „grummelige Unzufriedenheit“, die man an den Würstchenbuden hört? Ist es der Hass, der westdeutschen Politikern gelegentlich um die Ohren fliegt?

Nein, so einfach kann man es sich nicht machen. Ein Gedanke dazu aus DIE ZEIT, aus der mich bereits zitierte (2):

Wünschen sich vielleicht manche eher Gegensätze herbei, weil es für die komplexe Gemengelage der Gegenwart keine simplen Antworten gibt? Natürlich gibt es in Ostdeutschland eine weitverbreitete Unzufriedenheit. Die ist aber nicht selbsterklärend.


Diese Unzufriedenheit liegt nach meiner Beobachtung vor allem darin, dass die meisten Ostdeutschen, die nicht Teil der friedlichen Revolution waren, immer noch auf den Staat als Multi-Porblemlöser hoffen. Das ist fatal und kann zu einer neuen Unfreiheit führen.

Wer ist denn eigentlich "Ostdeutscher"?

Und die anderen? Wer ist überhaupt „Ostdeutscher?“ ist das tatsächlich eine gültige Bezeichnung für einen Menschen? Ist es ein Privileg, in Ostdeutschland geboren zu sein? Was adelt einen „Ostdeutschen“?

Ostdeutsche sind Deutsche. Vielleicht Leipziger. Oder Sachsen. Oder Facharbeiter, Professoren oder Altenpfleger.

Aber sie sind ganz sicher keine Volksgruppe.

Mehr und (1,2): DIE ZEIT.

Das Land der Neidhammel und Fremdenhasser

Das Land der Neidhammel und Fremdenhasser? Es mag sein, ich irre mich. Ich wünschte, ich irrte mich. Aber ich habe gerade die Leserbriefspalten meiner Zeitung gelesen - etwas, das ich sonst tunlichst vermeide.

Deutschland war schon immer ein Land der Neidhammel. Jetzt kommt zu dieser Pest auch noch das Schüren vorn Angst vor allem, was dem Deutschen fremd ist. Gut, dem Schwaben ist auch alles fremd, was nicht in seinem Land geboren oder auf seinem Acker gewachsen ist. Aber ich meine weder Schwaben noch Bayern. Letztere wissen wenigstens, dass ihre kleinen Bergvölkchen immer noch bettelarm wären, wenn sie nicht einen umfassenden Welthandel betreiben würden. Mit Fremden versteht sich.

Ich sehe dabei heute bewusst mal in den Osten, und dort in die Provinz. Und dann frage ich mich was ist den Menschen hier eigentlich eigen außer dem Neid? Die Linkspartei? Die Ahnungslosigkeit? Die Wirtschaftsfeindlichkeit? Das Meckern?

Inzwischen kehrt hier im Osten bei den Ü-60-jährigen eine neue Form der Ostalgie ein: „Es war nicht alles schlecht“, oder „Für die Kinder haben sie etwas getan.“ Oder „Damals lohnte sich ein Taxiunternehmen noch“. (Hier können Sie alle Kleingewerbe einsetzen, Sie werden es immer wieder hören).

Das alles wäre nicht so peinlich, wenn ich es im Westen nicht schon einmal gehört hätte – nach dem Krieg, von Altnazis.