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Der Dirigent, der die Musik angeblich nicht ernst nimmt

Kritiker sind eigenartige Menschen. Das Publikum ist begeistert von Modest Mussorgski, von „seinem“ Gewandhausorchester und vom jugendlichen Gastdirigenten. Jener heißt Krzysztof Urbanski, ist junge 36 Jahre alt und dirigiert das Orchester mit Hand und Stab auf sinnliche Weise.

Der Kritiker sieht das anders. Sein gutes Recht. Aber warum beleidigt er den jungen Mann, indem er schreibt:

Aber der (… Gastdirigent …) ist offenbar zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass er sich neben seiner Dirigenten-Tätigkeit noch ernsthaft mit Musik auseinandersetzen könnte.


Ich bin kein Fachmann für die Feinheiten „klassischer“ Musik und auch nicht für die kybernetischen Beziehungen zwischen Orchester und Dirigent. Aber ich bezweifle mal per „Common Sense“, dass ein Dirigent „mit sich selbst beschäftigt“ sein kann, wenn er einem großen Orchester Klänge entlockt.

Begeistertes Publikum und Standing Ovations

Und – das sei nachgetragen: Das Publikum war nicht deshalb begeistert, weil es den „Reflex auf das pompöse Finale am großen Tor von Kiew“ als nachhaltig imposant empfand. Es war offenkundig begeistert, weil ihm das Konzert und der Dirigent besonders gut gefielen. Und es gab „Standing Ovations“ - die gibt es in Leipzig nicht alle Tage.

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