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Verdi blockiert das Leben einer Stadt

Ach, das Streikrecht – wir schön. Und je leichter es sich einsetzen lässt, umso besser. Man bestreikt Kommunen. Die haben die Eigenschaft, sich kaum wehren zu können und stets nur knappe Mittel zu besitzen. Lohnforderungen der Gewerkschaften sind Gift für den Haushalt, der von vornherein begrenzt ist.

Aber man hat ja recht. Und recht hat, wer das Streikrecht hat – und also kann Verdi einfach loslegen, um das Leben von Städten zu blockieren. Wie jetzt in Leipzig geschehen - und anderwärts.

Die Folgen für Verdi sind minimal, die Folgen für die Bewohner von Leipzig eklatant. Wahrscheinlich wird Verdi siegen, und die jeweiligen Kommunen werden unter dem Druck der Gewerkschaftsmacht einknicken. Die Beschäftigten, manche von ihnen am Limit arbeitend, andere im komfortablen beamtenähnlichen Status, werden sich freuen. Und doch: Ihre Bezüge werden ja nicht „erwirtschaftet“, sondern am Ende allen wieder aus den Taschen gezogen: Das Geld, das in die Lohntüte der Verdi-Mitglieder fließt, wird den Kunden der Kommunen früher oder später wieder aus der Tasche gezogen. Und Kunde der kommunalen Dienste ist nahezu jeder. Wen es trifft? Hauptsächlich den ärmeren Teil der Bevölkerung.

Ob’s Verdi interessieren wird? Nein, dort wird man müde lächeln – und auf das gute Recht verweisen, eine Stadt lahmlegen zu können.

The Loo in Leipzig

Ich weiß nicht, ob Sie gelegentlich auswärts pinkeln müssen. Falls ja, dann suchen sie ein Klo, einen Abort, eine Toilette. Im Leipziger Hauptbahnhof versteckte man die Toilettenanlagen sehr geschickt in einer der äußerten Ecken – sie sollen ja nicht auffallen, nicht wahr?

Nun weiß ich ungefähr, in welche Ecke man sie versteckt hält, die Aborte. Wenn Sie's nicht wissen, kann ich Ihnen versprechen, dass sie Geduld brauchen. Und also schlage ich die bekannte Richtung ein, und da grinst mich ein Waschbär an. Mensch, denke ich, ist da jetzt das Büro vom Zoo hingekommen? Dann muss das Pinkulatorium ja wohl woanders sein.

The Loo

Doch nein – das Klo war da, wo das Klo ist. Nur heißt es jetzt anders, nämlich „Loo&Me“. Nun weiß ich als auslandserfahrener Mensch natürlich, was ein „Loo“ ist. Es ist britisches Englisch und lässt sich relativ einfach mit „Klo“ übersetzen. Die Wortherkunft ist fragwürdig – manche meinen, es sei eine Verballhornung von „Waterloo“- hoffen wir, dass wir dort nicht mal unser Waterloo erleben, was ja bei der Deutschen Bahn gelegentlich vorkommen soll. Eine andere Ansicht sagt aus, dass es vom französischen „Eau“ kommt – vom Wasser. Spricht sich übriges wie "Luh" oder "Lou".

Das Loo in Leipzig

Mit so viel Wissen ausgestattet sind nun leider nicht alle Besucher des Leipzigers Hauptbahnhofs, und deshalb gab es eine Einführung in die Loologie. Und siehe – es heißt ja auch nicht einfach nur irgendwie „Loo“ – sondern eben „Loo&Me“ – das Klo und ich.

Ich war ja schon froh, nicht irgendwo Mitglied werden zu müssen, damit ich bei Loo pinkeln durfte. Rufen Sie gerne die Seite im Internet auf – aber schalten Sie bitte vorher den Lautsprecher ab, sonst bekommen Sie einen Riesenschreck.

Falls Sie das Klo jemals suchen sollten: Es befindet sich im ziemlich abgelegenen hinteren Teil des Bahnhofs, auf der Ebene des Fernverkehrs, gegenüber Bahnsteig 24.

Hübsche Miezekatze

Diese hübsche Tier zeigte mir gestern sein Gesicht. Dazwischen war, wie Sie sich denken können, noch eine Glasscheibe, und das Tier wohnt im Zoo Leipzig. Ich habe dort gestern noch mehr Katzen gesehen.

Immerhin mal wieder etwas für den "Katzencontent" - Löwe und Tiger folgen noch.
Sieh fast aus wie eine Miezekatze, ist aber keine

Ach nee, Herr Pofalla – die Weichenheizungen haben funktioniert?

Wie schön, dass Herr Pofalla meint, die in Leipzig während der Buchmesse ausgefallenen Weichen seinen NICHT wegen „ausgefallener Weichenheizungen“ eingefroren gewesen. Sondern wegen Eisregen (aha, Eisregen?) und Schneeverwehungen.

Zitat:

Die Weichenheizungen hätten zwar grundsätzlich funktioniert, so Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla, Eisregen und Schneeverwehungen seien aber zu massiv gewesen.


Da können wir ja beruhigt sein. Oder?

Keiner dieser Züge fuhr, der Bahnsteig war spiegelglatt - gestrandet in Halle Hauptbahnhof
Lieber Herr Pofalla, ich weiß ja nicht, wo SIE waren, als in Leipzig ein paar Schneeflocken zu viel vom Himmel fielen. Aber das war weder ein Unwetter noch ein naturbedingtes Chaos. Es war eine ungewöhnliche Situation, die ein funktionierendes Krisenmanagement ohne Weiteres in den Griff gekriegt hätte – nur gab es so etwas nicht. Und deshalb gab es dann ein hausgemachtes Chaos, das meiner bescheidenen Meinung von unzureichender Technik, überfordertem Bahnpersonal und einer absolut beschissenen (lässt sich nicht anders ausdrücken) Informationspolitik herrührte. Man kann auch sagen: von einem Totalversagen des Managements in Krisensituationen.

Ach so – ich war jedenfalls an diesem Tag in Halle Hauptbahnhof gestrandet. Weil unter anderem ein Teil der Infrastruktur, die nach meiner Kenntnis SIE verantworten, in einem erbärmlichen Zustand war. Und zwar „massiv“.

Jammern, wenn Einwohnerzahl sinkt, Jammern, wenn sie steigt

Beste Nachrichten aus Leipzig: Die Einwohnerzahl nimmt zu. Die gloriose Halbmillionenstadt hat geschafft, wovon andere ostdeutsche Städte nur träumen können: Sie hat einen enormen Zuwachs an Einwohnern. Spätestens 2018 will man 600.000 Einwohner haben.

Glückliches Leipzig?

Nein, die Regionalzeitung nörgelt. Denn wenn hier im Osten etwas gut ist, dann findet sofort jemand ein Haar in der Suppe. Und dann heißt es erst einmal: Öffentlich jammern, oder "die Kehrseite des Booms" in den Vordergrund zu schieben.

Also, mal Tacheles: 1998 hattet ihr in Leipzig gerade mal 437.101 Einwohner. Da wurde noch über die Abwanderung der Menschen in den Westen gejammert. Und jetzt? Wieder nichts als jammern?

Jetzt heißt es, es stünden nicht genug Wohnungen zur Verfügung … und voreinigen Jahren? Da hatte man noch über Leerstand geklagt.

Und – nicht ganz zuletzt – ist Leipzig durch die regionale S-Bahn mit einer großen Anzahl von Orten verbunden, in denen es noch genügend Leerstand gibt. Abgesehen davon, dass auch in der Stadt Leipzig noch genügend Bausubstanz besteht, die saniert werden könnte. Das weiß natürlich auch die örtliche Zeitung:

Denn aktuell liege die Zahl der ungenutzten, aber bezugsfertigen Wohnungen im Stadtgebiet nur noch bei etwa 10.000. Weitere 9.000 müssten erst saniert werden, bevor jemand einziehen kann.


Heißt: Es gibt sowohl noch Leerstand wie auch Potenzial. Und falls man in Leipzig mal die Hände aus den Hosentaschen nehmen würde, statt herumzulamentieren, könnten es ja auch noch mehr werden, oder? Und weildie Regionalzeitung gerade beim Jammern ist, bringt sie auch noch dies an:

Im Vergleich zu den anderen sächsischen Großstädten sind die Leipziger immer noch die ärmsten.


Mir kommen die Tränen, liebe Volkszeitung. wirklich.