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Midwinter und das Licht zur Weihnachtszeit

God Jul!
Heute ist Wintersonnenwende. Das ist der Tag, an dem das Julfest beginnt, oder ganz einfach „Jul“.

Man sagt, die Kelten und Germanen hätten das Julfest zuerst gefeiert, und selten fehlt der Zusatz, dass es „heidnisch“ ist. Wie kann ein so bedeutendes Fest „heidnisch“ sein? Hätten nicht die Nazis die Wintersonnenwende für sich reklamiert, es wäre der beste Grund, uns an unseren Wunsch zu erinnern, der Winter möge weichen, und das Licht möge zurückkommen. Der Geburtstag von Sol (der nun wirklich nicht germanisch ist), die Wintersonnenwende und Weihnachten zusammenzulegen, war einfach ein genialer Schachzug.

Nein, es waren nicht die Germanen und Kelten, die „Midwinter“ erfunden haben. Es waren Menschen, die aufgrund von Naturbeobachtungen den Termin festlegten, an dem die Tage wieder länger werden. Das spielte freilich im kalten und dunklen Norwegen eine größere Rolle als in Rom.

Ich höre wohl, dass es beim christlichen Weihnachtfest „ebenfalls“ um die „Geburt des Lichts in dunkler Nacht“ gegangen wäre - das entspringt allerdings der ausufernden Fantasien der Evangelisten, Kirchenväter und neuerer Interpreten des Christentums. Bei Lukas (Evangelist) heißt es:

Ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel.

Diese Textstelle nimmt allerdings deutlich Bezug auf eine Stelle im „Alten Testament“ (Jesaja).

Der Wechsel zu längeren, wärmeren Tagen und die Hoffnung auf das fröhliche und unbeschwerte Leben, das für die Menschen vor allem mit der Sonne verbunden ist - das ist der Sinn dieses Tages.

Das mag für Christen anders sein. Aber das sollen sie bitte selber mit sich ausmachen.

Mehr kann man beim ORF lesen.
Bild: Sehpferd Archiv, aufgenommen mit meinem IQOO