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Artig sein

Wer artig ist, lebt nach den Gewohnheiten seiner Art, also bezichtigt man den „Unartigen“, „böse, schlecht, lasterhaft, nichtswürdig und dergleichen“ zu sein. „Anders sein“ ist also verpönt.

Macher unterscheidet noch zwischen „artig sein“ und „wohlerzogen sein“, wie denn das Gegenteil „unartig sein“ und „ungezogen sein“ wäre. Demnach wäre artig, wer sich „zu betragen weiß“, und „unartig“ wer ein „schlechtes Betragen“ an den Tag legt. Wohlerzogen hingegen ist einer (oder eine, versteht sich) bei der die Zucht gewirkt hat, während „ungezogen“ jemand ist, der einen „Mangel an der gehörigen Zucht“ aufweist – weshalb er eben auch „ungehörig“ handelt.

Erobern sich die „Artigen“ auf leichte Art ihren Platz im Leben? Haben „wohlerzogene“ Knaben und Mägdelein die besseren Aussichten im Beruf? Sind die guten, würdigen und tugendhaften Menschen angesehener?

Vermutlich nicht.

Quelle der Zitate: Grimms Deutsches Wörterbuch.

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