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Die Legehenne – und warum ich dabei an manche Journalisten denke

Meine Tochter ist keine Legehenne“, sagt der Vater einer Studentin zu „Professor T.“. Jener nämlich hatte sie kurz zuvor als solche bezeichnet, weil sie nicht in der Lage war, selbstständig, differenziert und konsequent zu denken. Vielmehr tat sie, was von ihr verlangt wurde. Wer die Serie „Professor T.“ kennt, weiß: Der Mann nimmt kein Blatt vor den Mund, sagt, was er denkt, und das war dann, bezogen auf die Antworten der Studentin: Gack, Gack, Gack.

Ich dachte sofort: Du kennst viele dieser Leute, und um nicht sexistisch zu wirken, sage ich: Männer und Frauen. Und als Nächstes sage ich dazu: Journalistinnen und Journalisten.

Oh nein, nicht alle. Aber eben viele. Sie produzieren Artikel, weil sie müssen. Wie jemand hinter ihnen steht, der immer wieder verlangt, dass sie derartige Artikel produzieren. Viele haben keinerlei Bezug zu dem, was sie tun. Sie wissen: „Wenn ich nicht das schreibe, was gewünscht wird, dann bin ich aus dem Geschäft.“ Nur wenigen gelingt es, wenigstens eine kritische Haltung zu dem einzunehmen, was ihnen vorgekaut und eingeflüstert wird. Und falls Sie, liebe Leserin, lieber Leser, jemals von Recherchen gehört haben, mit denen Journalisten tagein, tagaus beschäftigt sind: Natürlich gibt es die. Aber es geht eben auch ohne. Tag für Tag wird versucht, irgendetwas abzugreifen, das gerade im „Mirror“ oder in der „Sun“ stand, begierig werden Wissenschaftsartikel kritiklos übernommen, und selbst die lächerlichsten Banalitäten (Dating-Trends gefällig?) führen zu sensationell aufgemachten Artikeln.

Gack, gack, gack .. ein Hühnergegacker.

Und nein, ich bin nicht ganz frei davon. Aber ich muss keine Eier produzieren, weil mein Chef täglich frische Eier wünscht. Ich kann wählen, und ich darf kritisch sein. Sehen Sie, und genau das ist der Unterschied.

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