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Zebrasteifen in Altenburg wieder erlaubt

Das Wildpferd mit den Streifen darf die thüringischen Stadt Altenburg nunmehr wieder betreten. Vor etwa einem Jahr hatte der „weise“ Stadtrat auf Antrag der CDU beschlossen, für Zirkusse ein sogenanntes „Wildtierverbot“ durchzusetzen. Das hätte möglicherweise bedeutet, dass Zirkusse in Zukunft ihre Vorstellungen mit Hundedressuren, Augusten und Hupfdohlen bestreiten müssten. Doch ein wackerer Zirkusdirektor widersetzte sich der Obrigkeit trickreich, was das Blut mancher Stadträte in heftige Wallungen brachte.

Die Zebrastreifen in der Stadt waren davon übrigens nicht betroffen: Sie durften bleiben und mussten nicht in Schwarz-Weiß-Streifen umbenannt werden.

Und nun? Nun hat man den Beschluss wieder zurückgenommen, aber zugleich über den Zirkus gewettert, der dem Gebot des Hohen Rats zum Trotze doch zwei Zebras auftreten ließ. Und der Herr Müller, Chef der SPD-Fraktion, meinte gar, die Rücknahme des Beschlusses „Erzeuge bei den Bürgern Verdruss und Unverständnis“, was ich nicht bemerkt habe. Und auch der CDU-Chef fand, dass der Zirkus den Gemeinderat „am Nasenring durch die Manege“ gezogen habe.

Eine Nasenringpflicht für Gemeinderatsmitglieder wurde allerdings, so weit ich hörte, nicht eingeführt, weshalb für sie auch keine Chance besteht, demnächst durch eine Manege geführt zu werden.

Nun, die örtliche Zeitung nahm die Sache ausgesprochen bierernst und wetterte gleich mit: „Man müsse Stadtratsbeschlüsse verteidigen“, meinte jedenfalls Redakteur Jens Rosenkranz.

Wie schön, wenn man erkennt, was wirklich wichtig ist … denn das Zebra lehrt uns ja: es ist teils weiß, teils schwarz – wie der Zeitungsdruck eben auch.