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Der Sturm

Das Sturmtief Eberhard sollte eigentlich schon wieder abflauen, als es Altenburg noch einmal mit voller Gewalt traf. Beinahe ist es ein Wunder, dass der Sturm die vielen maroden und teilweise schlecht gesicherten Ruinen aus DDR-Zeiten nicht vollends zerfetzte. Doch es traf einen Neubau, was in der Folge dazu führte, dass eine der Haupt- und Durchgangsstraßen der Stadt voll gesperrt werden musste.

Der Ängstlichste im Haus war offenbar mein Terrier, der sich erstmalig in seinem Leben unter der Blumenbank verkroch.

Nun, der Sturm ist vorbei, und zumindest an den Häusern der Umgebung gab es keine nennenswerten Schäden. Auch der Hund ist auch wieder agil und rotzfrech.

Sehpferd zeigt Pferde

Folklore mag ja ganz nett sein ... aber diese Pferde waren wirklich sehenswert.
Pferde als Zugtiere


Und Nummer zwei:
Und noch mehr Fuhrwerke ...

Und zuletzt:
Pferde eben ...

Zebrasteifen in Altenburg wieder erlaubt

Das Wildpferd mit den Streifen darf die thüringischen Stadt Altenburg nunmehr wieder betreten. Vor etwa einem Jahr hatte der „weise“ Stadtrat auf Antrag der CDU beschlossen, für Zirkusse ein sogenanntes „Wildtierverbot“ durchzusetzen. Das hätte möglicherweise bedeutet, dass Zirkusse in Zukunft ihre Vorstellungen mit Hundedressuren, Augusten und Hupfdohlen bestreiten müssten. Doch ein wackerer Zirkusdirektor widersetzte sich der Obrigkeit trickreich, was das Blut mancher Stadträte in heftige Wallungen brachte.

Die Zebrastreifen in der Stadt waren davon übrigens nicht betroffen: Sie durften bleiben und mussten nicht in Schwarz-Weiß-Streifen umbenannt werden.

Und nun? Nun hat man den Beschluss wieder zurückgenommen, aber zugleich über den Zirkus gewettert, der dem Gebot des Hohen Rats zum Trotze doch zwei Zebras auftreten ließ. Und der Herr Müller, Chef der SPD-Fraktion, meinte gar, die Rücknahme des Beschlusses „Erzeuge bei den Bürgern Verdruss und Unverständnis“, was ich nicht bemerkt habe. Und auch der CDU-Chef fand, dass der Zirkus den Gemeinderat „am Nasenring durch die Manege“ gezogen habe.

Eine Nasenringpflicht für Gemeinderatsmitglieder wurde allerdings, so weit ich hörte, nicht eingeführt, weshalb für sie auch keine Chance besteht, demnächst durch eine Manege geführt zu werden.

Nun, die örtliche Zeitung nahm die Sache ausgesprochen bierernst und wetterte gleich mit: „Man müsse Stadtratsbeschlüsse verteidigen“, meinte jedenfalls Redakteur Jens Rosenkranz.

Wie schön, wenn man erkennt, was wirklich wichtig ist … denn das Zebra lehrt uns ja: es ist teils weiß, teils schwarz – wie der Zeitungsdruck eben auch.

Zebras, Zirkus und der Sommer in Altenburg

Hier stehe sie im Krüger-Nationalpark - anderwärts grasen sie in Kaffeehausgärten.
Vielleicht sollte ich Ihnen zuerst erklären, wo ich lebe: in Altenburg, Thüringen. Man hat hier ein preisgekröntes Theater und ein vorzeigbares Schloss, was ich mal auf die positive Seite zähle. Man hat einen Teich, auf dem einst eine Fasserfontäne sprudelte, die man sich inzwischen nicht mehr leisten kann, ebenso wie das Parkleitsystem. Diese Stadt will am liebsten alles sein – Kulturstadt, Industriestadt, Einkaufsstadt und Touristenstadt - und ist damit restlos überfordert. Und die Wirtschaft? Der stadtnahe Einzelhandel kämpft mit eiserner Faust gegen die Bemühungen von Einkaufszentren, hier Fuß zu fassen und hat selber kaum noch etwas zu bieten. Immerhin hat man am Markt eine gut gehende Eisdiele – meist die einzige Attraktion dieses Platzes, vor allem am Wochenende.

Oh, man hat einen Zirkusplatz, der einst sogar heiß begehrt war. Bis die Damen und Herren, die den Stadtrat darstellen, auf Antrag der CDU ein Quasi-Auftrittsverbot für Zirkusse beschloss. Nein, man hat nichts gegen den dummen August, den Magier, der Damen zersägt, oder das Fräulein, das auf dem Hochseil trippelt. Man hat etwas gegen „Wildtiere“, und wer dergleichen mit sich führt oder gar auftreten lässt, der darf gar nicht erst auf den Zirkusplatz. Womit eigentlich schon klar wäre, dass kaum noch ein Zirkus Interesse hat, hier aufzutreten. Und der Zirkus-Experte der CDU-Fraktion ließ sich sogar zu dem Spruch verleiten: „Für einen wirklich guten Zirkusabend braucht es keine Wildtiere.“

Das leuchtet dem Altenburger Volk natürlich sofort ein. Wer will schon, und sei es vorübergehend, neben Elefant, Tiger, Löwe oder Panther wohnen? Die könnten doch ausreißen – und dann? Doch es geht ja um mehr – um viel, viel mehr.

Beim Wildtier, so erfahren wir, handelt sich nicht nur um Elefanten und nicht nur um Löwe, Tiger, Panther und Co. Die Leipziger Volkszeitung wusste noch ein paar andere Tiere: „Krokodile, Zebras, Bären, Delfine, Giraffen, Riesenschlangen und sogar Wölfe.“


Nun wagte es doch noch einmal ein Zirkus, in der Stadt Altenburg haltzumachen, und weil man dummerweise Zebras mit sich führte, wurde ein Deal geschlossen. Die Zebras dürfen mit, aber sonst dürfen sie nix. Vor allem, nicht auftreten, denn schließlich sind sie „Wildtiere“. Zebras sind eigentlich Pferde oder auch Esel, aber sie gelten als nicht domestizierbar. Ich habe zwar schon zwischen Zebras mit ein paar Südafrikanern Kaffee getrunken (mit Warnschildern, dass sie schrecklich auskeilen können), aber es sind nun mal von Amts wegen Wildtiere.

Nun sollten aber Tiere etwas Beschäftigung haben, und so entschloss sich der Zirkusdirektor, die Tiere dennoch auftreten zu lassen, was wiederum den Zorn des obersten Rathausherrn hervorrief. Jener behauptet nämlich, vom Zirkusdirektor „quasi am Nasenring vorgeführt worden“ zu sein, was man einem Zirkusdirektor eigentlich nicht verübeln sollte. Doch die Wogen sind inzwischen hochgeschlagen, so hoch, dass man demnächst noch klarer machen will: Wer Tiere mit sich führe, die „auf der Liste“ stünden, der dürfe eben nicht nach Altenburg kommen. Nun gibt’s schon lange keine Leierkastenmänner mit Affen mehr, und auch die Tänzerinnen, die sich Riesenschlangen um ihren Körper legen, sind hier selten anzutreffen. Doch immerhin dürfen, wenn ich recht orientiert bin, noch Trampeltiere in die Stadt. Ob Zirkusse sich noch für Altenburg interessieren werden? Man darf es bezweifeln.

Ich lase: Die LVZ und die OVZ (Altenburger Regionalteil).

Turmbläser

Turmbläser blasen vom Turm - von wo sonst?
Die Turmbläser blasen ganz in meiner Nähe - allerdings blieben sie, weil's sehr anstrengend ist, den Turm zu erklettern, überwiegend auf dem Platz vor dem Turm, dem Nikolaikirchhof. Nun scheinen sie sich "verjüngt" zu haben und blasen wieder von oben.

Aufgrund der Lage des Turms und der umliegenden Gebäude kann man unten übrigens jedes Wort hören, das auf dem Turm gesprochen wird. Entsprechend gut ist auch die Akustik, wenn die Turmbläser ihre Instrumente erschallen lassen.

Wenn Sie sich ein Bild von Platz und Turm machen wollen - bitte, dann hier. Die Webseite ist "nach Altenburger Art" eher gewöhnungsbedürftig - aber das Bild überzeugt.
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