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Das Diktat des radikalen Feminismus

Feministen versuchen, aus den Elfenbeintürmen heraus unsere Sprache zu zensieren, zu verfremden, zu bagatellisieren und letztendlich Zensur auszuüben.

Der Versuch ist legal, die Durchsetzung allerdings fragwürdig. Man darf ältere Kulturen nicht zerstören, nur weil es nicht in die eigene feministische Ideologie passt. Da könnte man auf die Idee kommen, das sei vergleichbar mir der Zerstörung buddistischer Tempel durch radikale Muslime.

Die Studierenden an der Alice-Salomon-Hochschule täten gut daran, in sich zu gehen und den Kulturkampf, in dem sie sich befinden, zu beenden.

Es geht um das Gedicht „Avenidas“. Der Bewunderer erwähnt, wie er „Alleen, Blumen und Frauen“ bewundert. Alleen und Blumen sind, wie es scheint, tragbar für den Feminismus, Frauen aber dürfen nicht bewundert werden.

Was die Studierenden fordern, ist schlicht, das Gedicht zu ächten und es auszuradieren auf der Fassade der Universität.

„Neugestaltung“ nennt sich so etwas. Ich sage; es ist radikale ideologische Verblendung, die es sonst nur im politischen Extremismus gibt – und da gehört diese „Fassadenabwaschung“ auch hin. Nein, eine Bücherverbrennung ist es nicht. Aber es könnte tendenziell dorthin führen. Vorläufig nennen wir es einfach mal Zensur.

Zum Tag der Einheit: Deutschland – anstrengendes Land

Eigentlich haben wir in Deutschland beste Bedingungen: Wir sind ein Volk, das ein Volk ist. Mögen hier auch Bayern und Sachsen widersprechen, weil sie „Deutsch sein“ nicht begreifen wollen und gerne ihre Extrawürstchen braten, es ist einfach so. Und ja – neben den bereits Genannten glauben auch manche Schwaben und Badener, nicht so recht zum deutschen Volk zu gehören, weil sie hartnäckig ihre merkwürdigen Sprachen verteidigen, die mit Hochdeutsch wenig zu tun haben. Aber abgesehen davon sind wir Deutsche ein einheitlicheres Volk als das des Vereinigten Königreichs, Frankreichs oder Spaniens.

Neidhammel als Störer und Quertreiber

Leider sind wir aber auch ein Land der Neidhammel. Insbesondere wirtschaftlicher Erfolg wird geneidet, weil er als unverdient gilt. Die „hart arbeitenden Menschen“, die neueste Galionsfigur der Sozialdemokratie, begreifen nicht, dass eine Arbeit, die von Erfolg gekrönt ist, nicht unbedingt „hart“ sein muss. Ein Geistesblitz, eine besondere Fähigkeit oder Kunstfertigkeit muss nicht „hart erarbeitet“ werden, sondern sie ist eine Gabe der Natur, der Evolution oder des Zufalls. Klar gibt es „unverdienten Erfolg“. Er ist nicht viel häufiger als „das große Los“ oder der „Sechser im Lotto“.

Deutschland - anstrengendes Land

Deutschland ist ein anstrengendes Land. Wer hier lebt, muss sich dauernd rechtfertigen. Warum dieser, der doch nur Taxifahrer war, eine Karriere in der Politik machen konnte. Und warum jener, der etliche Semester an Universitäten ausgesessen hat, seit Jahren arbeitslos ist. Wer hier sagt „weil ich es kann“, „weil ich darin gut bin“ oder „weil es mir die Menschen abnehmen“ erscheint bei einem erfolgreichen Lebensweg sofort als suspekt. Er muss mit Neidern, Nörglern und Wadenbeißern leben.

Werte schaffen und erhalten

In manchen Landstrichen in Deutschland herrscht eine „Schafferkultur“, die fälschlicherweise den Schwaben nachgesagt wird, aber auch sonst verbreitet ist. Und in der Tat müssen sich Deutsche anstrengen, um die hohen Standards zu halten, die sich das Land und sein Volk seit 1945 erarbeitet hat.

Der Wohlstand dieses Landes beruht nämlich nicht, wie der Kanzlerkandidat der SPD sagte, auf Menschen, die hart arbeiten, sondern auch solche, die sich immer wieder anstrengen, für sich, ihre Familien und ihr Land den Wohlstand zu erhalten. Jüngst sagte dazu Bernhard Vogel:

Wir müssen deutlicher machen, dass Soziale Marktwirtschaft zwar zu Wohlstand führt, aber auch sehr große Anstrengungen von jedem Einzelnen erfordert. (Die Lösung ist …) das Schaffen von Möglichkeiten, dass jeder für sich und die Seinen sorgen kann.


Das Anstrengen ist oft schwer zu ertragen - Umverteilen aber auch

Das Gegenteil dieser Aussage wäre: Die Wirtschaft beruht auf dem Verteilen und Umverteilen von Gütern. Oder brutaler: „Wenn andere mehr bekommen als ich, dann wird mir etwas weggenommen.“ Diesen Unsinn höre ich öfter - es handelt sich um Hypotheken deutschen Unwesens, die schwer zu tilgen sind - nicht nur in den Bundesländern, die ehemals zur DDR gehörten.

Manchmal ist es wirklich scher zu ertragen, dass Deutschland so anstrengend ist. Und ich kann Ihnen absolut versichern, dass es normalerweise um so anstrengender wird, je mehr Erfolg Sie haben.

Die Einheit entsteht durch Begegnungen

Falls Sie den Gedanken der Einheit vermissen: Das ist ein Thema für Sonntagsredner. Je mehr Menschen von Ost nach West, von West nach Ost, von Nord nach Süd oder von Süd nach Nord wandern, um dort zu arbeiten und zu heiraten, umso schneller werden wir ein Volk. Und die Menschen, die kaum aus ihren Dörfern und Kleinstädten herausgekommen sind, werden wohl immer glauben, ihre Weltsicht sei die einzige richtige. Ich weiß nicht einmal, wie man diesen armen Menschen helfen kann.