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Der Busen – ach, der Busen

der busen - das dazwischen oder nicht das dazwischen?
Ein Busen ist eine Einbuchtung, wie wir unzweifelhaft aus dem Begriff entnehmen können, wenn es sich um Meereseinbuchtungen handelt. Dann ist der Busen richtigerweise das, was er ist: Eine Art „Beule nach innen“.

Weil dies so ist, wird auch die Vertiefung zwischen den weiblichen Brüsten als Busen bezeichnet. Da die Verwendung des Wortes „Brüste“ aber in bürgerlichen Kreisen als „unziemlich“ galt, wurden kurzerhand beide Brüste inklusive der Vertiefung als „Busen“ bezeichnet. Dies ist und war so üblich, dass gedanklich kaum jemand einen Unterschied zwischen dem altväterlichen Wort „der Busen“ und „den Brüsten“ machte.

Auch sonst wurde – zumindest dichterisch – die gesamte Brust als „Busen“ bezeichnet, und die auch bei Männern. Und da das Herz „unter dem Busen“ schlägt, wurde der Busen auch zum Sitz von Liebe und Hass, ja, von allen heftigen Gefühlen, zu dem der Mensch nun einmal fähig ist.

Kürzlich – ich erinnere mich – wurden ganze Wörterbücher angeschleppt, um zu beweisen, dass der Busen mal als „Vertiefung zwischen den Brüsten“ bezeichnet wird, dann aber wieder als Bezeichnung für „die Brüste selber“ herhalten muss.

Den Menschen, die solche Haarspaltereien betreiben, empfehle ich, einmal eine weibliche Brust aus der Nähe zu betrachten. War es Ihnen, werte Damen und Herren, dabei möglich, den Busen im Sinne einer Vertiefung zu erkennen, wenn Sie nicht auch die umgebenden Brüste in Ihre Betrachtungen einbezögen?

Im Übrigen empfehle ich für solche und ähnliche Fragen Grimms Wörterbuch.

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