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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Wann ist jemand bereit für eine Beziehung?

Ich stelle zu Anfang eine Behauptung auf:

Je intensiver eine Person behauptet, sie sei „bereit für eine Beziehung“, umso weniger ist sie es. Je weniger sie darüber spricht, umso wahrscheinlich ist, dass sie eine Beziehung eingehen wird.

Der Grund liegt in der Unverbindlichkeit. Es ist unmöglich, für sich selber festzustellen, bereit für „eine Beziehung zu sein“, wenn man kaum Menschen getroffen hat, die dafür infrage kämen. Übereinkünfte mit uns selbst sind hilfreich, wenn sie ausschließlich „uns selbst“ betreffen. Deshalb können wir uns sagen: „Ich denke, ich bin jetzt so weit, dass ich (wieder) eine Beziehung suchen kann.“

Bereit sein ist nichts - Lernen ist alles

Nun mag es euch so erscheinen, als sei das kein großer Unterschied. Eine Beziehung zu suchen, bedeutet, offen für Beziehungen zu sein und nicht auszuschließen, dass eine der Begegnungen Erfolg hat. Daraus folgt: Wer das tut, geht durch eine Lern- und Informationsphase.

Wer hingegen sagt: „Ich bin bereit für eine Beziehung“ hat dies lediglich für sich entscheiden – ob mit oder ohne Hintergrund, und völlig unabhängig von seinem Sinn für Realitäten.

Der Satz: „Ich bin (jetzt, wieder) bereit für eine Beziehung“ ist also nichts als eine Aussage ohne Hintergrund.

Falsches Zeit-Zeichen: das Über-Denken

In der Zeit, in der wir leben, überdenken wir sehr stark, wer der richtige Partner ist. Wir schauen, ob ein Mensch „qualifiziert“ ist, mit uns auszugehen und wer davon „geeignet“ ist, eine Beziehung mit uns einzugehen. Wir überdenken diese Beziehungen, bevor sie jemals Wirklichkeit werden, und wir „Über-Denken“ dabei. Oftmals platzen unsere Denk-Träume ohnehin: Ja, wir könnten uns vorstellen, diese Frau, diesen Mann noch einmal zu treffen. Wir hätten die Idee sie/ihn zu heiraten oder mit ihm/ihr eine Familie zu gründen. Nur – er (sie) kann es nicht. „Wir“ haben für uns und in uns gedacht.

Und wann sind wir bereit für eine Beziehung? Wenn wir mit diesem anderen Menschen besonders gerne zusammen sind und annehmen, dass all dies auch so bleiben wird. Und dann kannst du den Satz sagen: „Ich bin jetzt bereit für eine Beziehung mit DIR“. Oder einfach fragen: „Willst du mich heiraten?“

Hinweis: Diese Kolumne ist ein Teil meiner Kernkompetenz - seit 15 Jahren sammele und analysiere ich Aussagen über die Liebe, die Lust und die Leidenschaft.

Kann man der Wissenschaft vertrauen?

Im Grund: ja. Nur nicht jeder Art von Wissenschaft. Selbst für die Naturwissenschaften kann dies gesagt werden (Zitat):

In bestimmten Fachbereichen scheinen Status und Reputation ein größerer Ansporn zu sein, als sich darauf zu konzentrieren, fundamentale Probleme der Menschheit zu lösen.


Den Naturwissenschaften kann man vorwerfen, Ergebnisse viel zu früh zu publizieren und dabei zwangsläufig ungenau zu sein. Ein typisches Beispiel ist die Hirnforschung. Wer auch nur ein klitzekleines Bisschen von Datenübertragung und Datenverarbeitung versteht, muss die plumpen Versuche der Gehirnforscher, das Denken zu erklären, zwangsläufig als „Allchemie“ ansehen. Dabei ist es nicht falsch, dass sie forschen – nur das ständige öffentliche Hühnergegacker über sensationelle Ergebnisse nervt.

Die Menschen, die uns dies sagen, sind allerdings überwiegend Naturwissenschaftler. Im Bereich der Geisteswissenschaften herrschen nach wie vor abenteuerliche Annahmen, die nicht bewiesen werden können und die außerdem abhängig vom Zeitgeist sind. Die sogenannte „Forschung“ besteht dabei oftmals darin, unbeweisbare Annahmen mithilfe fragwürdigen Methoden solange zu beforschen, bis eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie etwas Wahrheit enthalten könnten.

Diese Wissenschaftler stehen in Verruf - völlig zu Recht.

Zitat: DIE ZEIT.

Ökonomische Partnersuche

In der Partnersuche gibt es keinen "Warencharakter" - nur in der Prostitution
Wie Sie vielleicht wissen, bin ich (noch manchmal) als Berater für Partnersuchende tätig, vor allem im Bereich des Online-Datings.

Vielfach wir unter angeblichen Intellektuellen behauptet, die heutige Partnersuche sei ein Auswuchs des Kapitalismus, da die Personen, die gesucht würden, wie Waren gehandelt und gegebenenfalls auch behandelt würden.

Das ist logischer Unsinn, denn jeder Suchende ist zugleich auch Gesuchter. Eine Ware kann eine andere Ware aber nicht als Ware behandeln. Hingegen ist es möglich, einen Menschen zumindest warenähnlich zu behandeln: wenn der Freier eine Hure sucht.

Selbst, wenn man die Partnersuche aus der Sichtweise eines einzelnen Suchenden sieht, ist es falsch, dass Alleinstehende ihre potenziellen Partner als „beliebig verfügbare Ressourcen“ ansehen.

Vielmehr ist der oder die Gesuchte eine Rarität, also jemand, den es zwar in mehreren ähnlichen „Ausführungen“ gibt, die aber äußerst seltene sind. Ich vergleiche dies gerne mit dem Kauf von Antiquitäten: Kein Stück ist wirklich perfekt. Und falls es annähernd perfekt ist, dann ist es unerschwinglich teuer. Wenn Sie also etwas Spezielles suchen, müssen Sie sich schnell entscheiden, und dies sogar dann, wenn das gute Stück einzelne Mängel hat. Natürlich kauft man nicht das erstbeste Angebot, sondern sucht nach einem Kompromiss zwischen Preis und Zustand des Objekts. Wenn der Suchende nicht kauft, dann weiß er dennoch, was ihm entgangen ist und er trägt bewusst das Risiko, dieses Angebot später nicht mehr vorzufinden und auch kein besseres zu bekommen.

Nehmen wir nun die Partnersuche, und ersetzten wir ein paar Worte: Das Wort „Preis“ mit dem Wort „Aufwand“, das Wort „Zustand“ mit dem Wort „Eigenschaften“ und das Wort „Objekt“ mit „Person“, dann haben wir die Formel gefunden.

Wir suchen nach einem Kompromiss zwischen dem Aufwand der Suche und den verfügbaren Eigenschaften der Personen, die wir treffen. Lehnen wir eine Person ab, so sollten wir wissen: Dieses Angebot wird später kaum noch verfügbar sein, und ob es ein anderes, besseres Angebot gibt, ist fragwürdig.

Man könnte dies auch als „ökonomisch sinnvolle Suche“ bezeichnen.